Medizin studieren: Das musst du wissen!

Zum Medizinstudium gehört neben dem theoretischen Wissen auch viel praktische Arbeit. | Foto: Wavebreakmedia/Getty Images
Medizin studieren passt zu dir, wenn:
- du keine Angst vor einem langen und lernintensiven Studium hast.
- dir naturwissenschaftliche Fächer liegen.
- du verantwortungsbewusst und belastbar bist.
- dir die Gesundheit anderer am Herzen liegt.
Diese Voraussetzungen solltest du mitbringen
Um in Deutschland Medizin zu studieren, brauchst du zunächst die allgemeine Hochschulreife. Diese erlangst du zum Beispiel mit dem Abitur. Doch das alleine reicht meistens nicht, denn: Die Plätze für ein Medizinstudium in Deutschland sind hart umkämpft. Auch deshalb gilt das Medizinstudium als besonders schwierig. Es gibt verschiedene Zulassungsbeschränkungen, mit deren Hilfe die Studienplätze an den Hochschulen vergeben werden. Dazu zählt unter anderem der NC, aber auch ganz verschiedene Auswahlverfahren je nach Hochschule.
Änderungen des Auswahlverfahrens ab 2020
Bis zum Sommersemester 2020 galt die Regel: 20 Prozent der Studienplätze in der Medizin werden mithilfe des Numerus Clausus vergeben, ebenfalls 20 Prozent durch Wartesemester und die restlichen 60 Prozent durch Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschule.
Die Kultusministerkonferenz hat allerdings entschieden, dieses Vergabeverfahren zu ändern. Mit dem “Staatsvertrag über die Hochschulzulassung” wurde die Vergabe der Studienplätze in der Medizin neu geordnet. Ab sofort gibt es keine Plätze mehr durch Wartezeit. Dafür werden 30 Prozent mithilfe des NCs vergeben, weiterhin 60 Prozent durch Auswahlverfahren der jeweiligen Hochschule und 10 Prozent durch die “zusätzliche Eignungsquote”, bei der die Noten überhaupt keine Rolle spielen dürfen.
Medizin studieren ohne Abitur!
Es ist auch möglich, ohne Abitur Medizin in Deutschland zu studieren. Durch eine abgeschlossene Ausbildung im medizinischen Bereich kannst du dich ebenso für das Studium qualifizieren.
Numerus Clausus: Gute Noten für das Medizinstudium
Wer mithilfe seines NCs einen Studienplatz in der Medizin bekommen will, muss zu den allerbesten gehören. Der NC liegt in Deutschland im Schnitt bei 1,1.
Du willst es noch etwas genauer wissen? Dann check mal diesen Artikel:
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Andere Auswahlverfahren: Talente gesucht!
Wie bereits angesprochen, gibt es im Medizinstudium auch viele Plätze, bei denen es nicht ausschließlich auf den NC ankommt. Die meisten werden anhand des Auswahlverfahrens der jeweiligen Hochschule vergeben. Dabei kann jede Hochschule selbst entscheiden, welche Kriterien sie ansetzt. Festgelegt ist seit der Änderungen zum Sommersemester 2020 nur, dass mindestens zwei schulnotenunabhängige Auswahlkriterien berücksichtigt werden müssen. Die Note kann also eine Rolle spielen, es muss aber noch andere Kriterien geben. Zu diesen möglichen Kriterien zählen zum Beispiel eine Ausbildung oder Berufserfahrung im Fachbereich. Auch ein zusätzlicher Test oder ein Interview sind möglich.
Tipp: Der TMS-Test
Du kannst deinen NC für das Medizinstudium verbessern. Möglich macht das der sogenannte TMS-Test (Test für medizinische Studiengänge). In diesem Test geht es nicht um Fachwissen, sondern um deine logischen Fähigkeiten. Du kannst dich an verschiedenen Universitäten dafür anmelden. Schneidest du besonders gut ab, kann dieser Test deinen NC für die Bewerbung auf das Medizinstudium um bis zu 0,8 Punkte verbessern.
Diese Inhalte erwarten dich
Ein großer Schwerpunkt des Medizinstudiums sind naturwissenschaftliche Fächer. Auf deinem Stundenplan stehen:
Es geht darum, den menschlichen Körper und die Prozesse darin ganz genau kennenzulernen und zu verstehen.
Des Weiteren besteht das Medizinstudium natürlich auch aus Fachwissen für die verschiedenen Fachbereiche. Denn in welche Richtung du als Arzt/Ärztin später gehen möchtest, kannst du selbst entscheiden. Im Studium werden dir Grundlagen für ganz verschiedenen Fachrichtungen vermittelt, zum Beispiel:
- Allgemeinmedizin
- Innerer Medizin
- Humangenetik
- Neurologie
- Orthopädie
- Rechtsmedizin

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Typische Fragestellungen
Damit du eine bessere Vorstellung davon bekommst, wie die Seminare und Vorlesungen im Medizinstudium aussehen, haben wir einige typische Fragestellungen, die dort behandelt werden, für dich zusammengestellt:
- Welche vier Grundarten von Gewebe gibt es?
- Wie wird unsere Atmung reguliert?
- Warum benötigt unser Körper Vitamine?
- Wie lernen wir?
Achtung: Gefahr zu Scheitern!
Das Medizinstudium gehört zu den schwierigsten Studiengängen überhaupt. Das liegt vor allem am hohen Lernpensum und den anspruchsvollen Fächern. Außerdem gibt es mehrere Zwischenprüfungen, die bestanden werden müssen.
Besonders anstrengend ist das praktische Jahr am Ende des Studiums. Dort arbeitest du Vollzeit in einem Krankenhaus oder einer Arztpraxis, hast viel Verantwortung und oft auch einen hohen Druck, ohne eine gute Bezahlung. Wer sich dafür entscheidet, Medizin zu studieren, sollte sich seiner Sache sehr sicher sein und ein großes Durchhaltevermögen haben.
Ablauf & Dauer des Medizinstudiums
Das Medizinstudium lässt sich in drei große Bereiche einteilen:
- Der vorklinische Studienabschnitt.
- Der klinische Studienabschnitt.
- Das praktische Jahr.
Außerdem steht am Ende des Studiums eine medizinische Doktorarbeit.
1. Die Vorklinik
Der vorklinische Studienabschnitt erstreckt sich über die ersten vier Semester. Hier lernst du zunächst medizinische und naturwissenschaftliche Grundlagen. Fächer wie Biologie, Anatomie aber auch medizinische Psychologie stehen auf deinem Stundenplan. Zudem gibt es in diesem Teil des Studiums auch einige praktische Abschnitte: Du musst eine Erste-Hilfe-Ausbildung absolvieren und ein dreimonatiges Pflegepraktikum. Am Ende des vierten Semesters steht dann deine erste Zwischenprüfung: das Physikum. Hier werden die Inhalte der ersten vier Semester abgefragt.
2. Die Klinik
Der klinische Studienabschnitt umfasst das fünfte bis zehnte Semester. In diesem Teil des Studiums werden die Kenntnisse in den bisherigen Fächern vertieft und es wird gezielt über Krankheiten und Heilmethoden gesprochen. Fächer sind zum Beispiel Immunologie und klinische Chemie. Auch zu diesem Studienabschnitt gehört ein Praktikum, die sogenannte Famulatur. Diese ist vier Monate lang und kann in Kliniken und Arztpraxen absolviert werden. Am Ende der Klinik steht der zweite Teil der ärztlichen Prüfung.
3. Das praktische Jahr
Am Ende des Medizinstudiums musst du ein praktisches Jahr absolvieren. Hier geht es darum, das Gelernte auch in der Praxis anzuwenden. Das Jahr ist aufgeteilt in drei Abschnitte: Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlbereich. Es kann zum Beispiel in Lehrkrankenhäusern und Arztpraxen absolviert werden. Vom Blut abnehmen bis zu eigenen Patientenbehandlungen ist dabei alles möglich. Auch am Ende des praktischen Jahres gibt es eine Prüfung, den dritten Abschnitt der ärztlichen Prüfung.
Kosten des Medizinstudiums
An staatlichen Hochschulen gibt es keine großen Kosten, die auf dich während deines Medizinstudiums zukommen. Zusätzlich zu deinen Lebenshaltungskosten wie Essen und Miete, musst du an staatlichen Universitäten nur einen Semesterbeitrag bezahlen, der für alles Studiengänge für jedes Halbjahr berechnet wird.
An privaten Hochschulen sieht das etwas anders aus. Hier musst du mit Studiengebühren von 10.000 bis 15.000 Euro pro Jahr rechnen.
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Hochschulen finden
Insgesamt gibt es in Deutschland rund 40 Universitäten, die ein Medizinstudium anbieten. Vier davon sind in privater Hand, die anderen Hochschulen sind staatlich. Sie befinden sich zum Beispiel in Bochum, Aachen, Göttingen oder München.
Im Wintersemester gibt es in Deutschland fast 9.500 Studienplätze für Medizin, im Sommersemester sind es circa 1.700. Die Zahl der Bewerber /-innen ist meist um ein vielfaches höher.

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Wenn du nach einer Universität in deiner Nähe suchst, an der man Medizin studieren kann, nutze unsere Studiengangsuche. Dort findest du Infos zu allen Studiengängen in deiner Nähe!
Medizin im Ausland studieren
Weil die Studienplätze für Medizin in Deutschland so begehrt sind, ist das Studium im Ausland für viele eine Alternative. In anderen Ländern, wie zum Beispiel in Österreich, den Niederlanden oder Bulgarien, ist es möglich, Medizin ohne besonders guten NC zu studieren. Allerdings können die Kosten für ein Studium im Ausland wesentlich höher sein, da dort oft Studiengebühren anfallen.
Wenn du nach deinem Studium im Ausland in Deutschland als Arzt arbeiten willst, solltest du außerdem darauf achten, dass deine Approbation hier auch anerkannt wird. Generell ist das in allen EU-Ländern und der Schweiz der Fall. Auch Abschlüsse aus anderen Ländern können hier anerkannt werden, das Verfahren dafür ist allerdings kostenpflichtig.
Nice to Know!
Wusstest du schon, dass…
… Kuba das Land mit der weltweit höchsten Ärztedichte ist? Pro 10.000 Einwohnern /-innen gibt es dort ungefähr 84 Ärzte /-innen. Zum Vergleich: In Deutschland sind es nur halb so viele.
...die Innere Medizin in Deutschland der beliebteste Fachbereich unter Ärzten /-innen ist? Auf dem zweiten Platz folgt die Allgemeinmedizin.
Berufsaussichten & Gehalt
Das anspruchsvolle und zeitaufwändige Medizinstudium zahlt sich am Ende aus: Deine Berufsaussichten als Arzt / Ärztin sind sehr gut. In Krankenhäusern und Kliniken werden Ärzte /-innen gesucht und auch mit deiner eigenen Praxis hast du je nach Branche gute Aussichten, erfolgreich zu sein. Es stehen dir viele verschiedene Berufe zur Verfügung, du kannst in der Allgemeinmedizin arbeiten, aber zum Beispiel auch Gynäkologe /-in werden. Auch als ärztliche / -r Psychotherapeut /-in kannst du nach dem Medizinstudium arbeiten.
Das Gehalt für Ärzte /-innen, die in Kliniken und Krankenhäusern arbeiten, ist durch verschiedene Tarifverträge geregelt. Als Assistenzarzt / -ärztin kannst du hier mit einem Einstiegsgehalt zwischen 4.500 und 5.200 Euro brutto im Monat rechnen. Als Oberarzt / -ärztin mit Berufserfahrung sind bis zu 10.000 Euro brutto im Monat drin.
Der Tarifvertrag für kommunale Krankenhäuser sieht beispielsweise vier Entgeltgruppen vor (von Assistenzarzt bis leitender Oberarzt). Das Gehalt in den Entgeltgruppen unterscheidet sich je nach Berufserfahrung (Stufe 1-6). Welche Berufserfahrung ein Arzt braucht, um eine Stufe aufzusteigen, unterscheidet sich je nach Entgeltgruppe.
Entgeltgruppe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
---|---|---|---|---|---|---|
I Assistenzarzt | 4.602,70 (1. Jahr) | 4.863,62 (2. Jahr) | 5.049,94 (3. Jahr) | 5.372,93 (4. Jahr) | 5.758,05 (5. Jahr) | 5.916,45 (6. Jahr) |
II Facharzt | 6.074,82 (1. Jahr) | 6.584,17 (4. Jahr) | 7.031,41 (7. Jahr) | 7.292,30 (9. Jahr) | 7.546,94 (11. Jahr) | 7.801,61 (13. Jahr) |
III Oberarzt | 7.609,09 (1. Jahr) | 8.056,30 (4. Jahr) | 8.696,11 (7. Jahr) | |||
IV Ltd. Oberarzt | 8.950,73 (1. Jahr) | 9.590,58 (4. Jahr) |
(Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern, gültig 01.01.2020 bis 31.12.2020 (Brutto Gehalt in Euro pro Monat))
Willst du deine eigene Praxis eröffnen, gibt es beim Gehalt fast keine Grenze nach oben. Die besten Gehaltsaussichten bei den niedergelassenen (selbstständigen) Ärzten / -innen haben Radiologen /-innen, Augenärzte /-innen und Orthopäden /-innen. Hier sind 20.000 Euro und mehr im Monat drin.
Alternative Studiengänge
Wenn du dich für den naturwissenschaftlichen und medizinischen Bereich interessierst, das Medizinstudium aber doch nicht das richtige für dich ist, haben wir hier noch ein paar Alternativen:

Zahnmedizin studieren: Alle Infos zum Studiengang
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Physiotherapie studieren: Alles, was du wissen musst
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Medizintechnik studieren: Alle Informationen zum Studiengang
Jetzt lesenFAQ: Häufig gestellte Fragen
Was braucht man, um Medizin studieren zu können?
Um Medizin zu studieren, brauchst du in der Regel die allgemeine Hochschulreife. Außerdem ist an vielen Universitäten der NC sehr hoch, deshalb solltest du auch sehr gute Noten haben.
Wie lange dauert es, Medizin zu studieren?
Das Medizinstudium dauert insgesamt zwölf Semester, also sechs Jahre. Die letzten beiden Semester finden nicht mehr in der Uni statt, sondern sind ein praktisches Jahr.
Wo kann man Medizin studieren?
Es gibt in Deutschland insgesamt 40 Universitäten, an denen du Medizin studieren kannst. Einen passenden Studiengang gibt es zum Beispiel in Jena, Mainz oder Marburg.
Wie läuft das Medizinstudium ab?
Das Medizinstudium lässt sich in drei Abschnitte einteilen: 1. Die Vorklinik. 2. Die Klinik. 3. Das praktische Jahr. Am Ende eines jeden Abschnitts gibt es eine Prüfung über die vermittelten Inhalte. Auch eine medizinische Doktorarbeit ist Teil des Studiums.
Überblick
- Um Medizin zu studieren, brauchst du entweder einen sehr guten NC oder musst in einem anderen Auswahlverfahren überzeugen.
- Das Medizinstudium umfasst zwölf anspruchsvolle Semester, in denen du Prüfungen und Praktik absolvieren musst.
- Nach dem Medizinstudium kannst du mit einem Einstiegsgehalt von 5.000 Euro brutto im Monat rechnen.
- Alle Infos zum Medizinstudium auf einen Blick haben wir für dich in einer PDF zusammengefasst.
Selbsttest
Wenn du wissen willst, ob das Medizinstudium zu dir passt, kannst du deine Fähigkeiten mit unserem Selbsttest überprüfen. Hier erfährst du, wie gut du für das Studium geeignet bist!
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