Elektrotechnik
Wer Elektrotechnik studiert, muss um eine Stelle nicht bangen | Foto: Thinkstock/thiel_andrzej

16.08.2016

Symbolbild für Arbeitsgeräte in der Technik: Schrauben, USB-Stick, Bleistifte.

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06. Jan 2016

UNIcheck

Elektrotechnik studieren

Praxisnah und zukunftsweisend

Elektrotechnik: Grundlagen, Beschreibung und Inhalte

Wer heute Elektrotechnik studiert, kommt immer wieder mit themenverwandten Fächern wie Physik, Höhere Mathematik, Informatik, Nachrichtentechnik oder auch Systemtheorie in Kontakt, wobei die Mathematik die größte Bedeutung trägt. Das Fach Elektrotechnik ist also stark interdisziplinär.

In den ersten Semestern lernen die Studenten alle relevanten athematischen, naturwissenschaftlichen und fachspezifischen Grundlagen. Diese Grundlagenkurse in Mathe und Physik empfinden viele als echte Durststrecke und aufreibend. Denn zunächst einmal müssen sie die unzähligen Formeln und Gesetze lernen, bevor sie diese dann im Hauptstudium anwenden können.

Weitere Fächer, die einem im Elektrotechnik-Studium begegnen, sind z.B. Mechanik, Werkstoffkunde und Wärmelehre. Auch betriebswirtschaftliche Inhalte und Grundlagen werden gelehrt.

Im Hauptstudium erfolgt dann eine Spezialisierung auf ein Fachgebiet. Welche Fachrichtungen angeboten werden, ist von Uni zu Uni verschieden.

Folgende Schwerpunkte bietet aber nahezu jede Uni an:

  • Elektrische Energietechnik (Inhalte: Energieversorgung, Regenerierbare Energiequellen u.a.)
  • Informations- und Kommunikationstechnik (Inhalte: Kommunikationsnetze, Nachrichtentechnik, Hochfrequenztechnik u.a.)
  • Mikroelektronik (Inhalte: z.B. Grundlage elektronischer Bauelemente, Entwicklung von Mikrochips) 
  • Automatisierungstechnik (Inhalte: Regelungstechnik, Mess- und Sensortechnik u.a.)
  • Allgemeine Elektrotechnik (z.B. Erstellung von Schaltkreisen, Softwareentwicklung für Schaltkreise)

Die Elektrotechnik ist verwandt mit Maschinenbau, Mechatronik und Informatik. Da diese Teilgebiete eng miteinander verzahnt und wirtschaftliche Entwicklungen nur schwer einzuschätzen sind, sollte man sich im Studium aber nicht allzu früh auf einen Schwerpunkt festlegen.

Die meisten Hochschulen, die den Studiengang Elektrotechnik anbieten, haben keine Zulassungsbeschränkungen. Die Bewerber müssen in solchen Fällen also weder einen bestimmten Abi-Notenschnitt vorweisen noch einen Eignungstest durchlaufen. Für jeden Bewerber steht ein Studienplatz zur Verfügung. Aber es gibt auch Ausnahmen: Einige wenige Unis haben örtliche Zulassungsbeschränkungen. Entweder wählen sie ihre Studenten nach dem Abi-Schnitt aus, oder sie achten besonders auf die Noten in den Naturwissenschaften.

  • Hier findest du eine Übersicht über den aktuellen NC für Elektrotechnik an neun deutschen Hochschulen: www.nc-werte.info

Vorkenntnisse

Aufgrund des hohen Anteils an Mathe und Physik sollte ein großes Interesse an diesen Fächern vorhanden sein, da man an den Naturwissenschaften im Elektrotechnik-Studium (vor allem im Grundstudium) nicht vorbeikommt. Besonders geeignet sind Abiturienten, die schon in der Schule gute bis sehr gute Noten und immer schon ein Faible für diese Fächer hatten.

Auch Experimentierfreudigkeit und Kreativität sind von Vorteil. Viele Studierende reizt der Gedanke, sich technische Spielereien auszudenken, zu entwickeln und zum Schluss ein fertiges Produkt in den Händen zu halten. Ein grundlegendes technisches Verständnis sowie die Fähigkeit, logisch zu denken, sind zudem wichtige Voraussetzungen für das Studium der Elektrotechnik.

Elektrotechnik Studium in Deutschland

Insgesamt bieten mehr als 200 Unis, FHs und Berufsakademien Elektrotechnik als Studienfach an. Sowohl an Universitäten als auch Fachhochschulen sind Praktika in das Studium integriert. Wer Elektrotechnik an einer Uni studiert, muss oftmals ein mehrwöchiges, studienbegleitendes Industriepraktikum durchlaufen. Die Unis verlangen zwar meistens kein Praktikum vor Studienbeginn, empfohlen wird es aber dennoch.

Anders sieht es an den Fachhochschulen aus. Ein Großteil der FHs, an denen Elektrotechnik studiert wird, setzt ein mehrwöchiges Vorpraktikum z.B. in einem handwerklichen oder industriellen Elektrobetrieb voraus. Wie es für die praxisnahe FH-Ausbildung üblich ist, sind zusätzlich noch Praxisphasen von unterschiedlicher Dauer während des Studiums vorgesehen. Für welche Hochschule man sich entscheidet, hängt auch vom späteren Arbeitsplatz ab. Wer nach dem Studium gerne in die Forschung und Entwicklung gehen würde, sollte sich für ein Uni-Studium entscheiden. Studenten, die sich eher anwendungsorientiert ausbilden lassen möchten, sollten ein Elektrotechnik-Studium an einer FH beginnen.

Zahlen

Der Studiengang Elektrotechnik steht hoch im Kurs und erfreut sich anhaltend großer Beliebtheit. Dies trifft vor allem auf die männlichen Studierenden zu, für die Elektrotechnik zu den beliebtesten und attraktivsten Studiengängen gehört, während nur etwa elf Prozent der insgesamt 85.000 Elektrotechnik-Studierenden weiblich sind. Laut CHE-Hochschulranking ist die beste Uni für das Studienfach Elektrotechnik die TU Dresden, bei den Fachhochschulen stehen die Hochschule für angewandte Wissenschaften Aschaffenburg, die Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Lemgo, die FH Westküste und die HS Landshut ganz oben.

Berufsaussichten für Elektrotechniker

Rosige Aussichten für Elektrotechniker: Gehalt und Zukunftsperspektiven passen. Die Chancen, nach dem Studium schnell den Jobeinstieg zu schaffen, stehen sehr gut. Im Bereich der Elektrotechnik beklagen Unternehmen einen Mangel an qualifizierten Fachkräften. Gut ausgebildete Elektrotechniker haben auch in Zeiten schlechter Wirtschaftslage nur selten das Problem, nach dem Studium längere Zeit ohne Job zu bleiben. Der große Vorteil: Studierte Elektrotechniker sind fast universell einsetzbar. Firmen, die z.B. Nachrichtentechnik entwickeln, brauchen ebenso Elektroingenieuren wie Automobilzulieferer, Energiekonzerne, Handyfirmen und die Hersteller von Medizintechnik.

Oftmals steigen die Absolventen nach dem Studium auch direkt in die Forschung und Entwicklung verschiedenster Unternehmen ein. Studierende, die auf einen besonders lukrativen Job und vor allem schnellen Jobeinstieg hoffen, sollten schon während des Studiums berufspraktische Erfahrungen sammeln, und zwar über das vorgeschriebene Praktikum hinaus. Außeruniversitäres Engagement kommt beim zukünftigen Arbeitgeber immer gut. Das durchschnittliche Gehalt für Berufseinsteiger im Bereich Elektrotechnik liegt bei etwa 38.000 Euro brutto jährlich.


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