Wirtschaftsinformatik studieren
Die Mischung machts: Wirtschaftsinformatiker sind gefragt. Foto: GettyImages/monsitj

16.08.2016

Tafel mit verschiedenen mathematischen Formeln

Hochschulranking Informatik und Mathematik

Die besten Hochschulen im Fachbereich...

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26. Okt 2018

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Wirtschaftsinformatik studieren

Fächerkombination mit Zukunft

Je nachdem, wie der Studiengang konzipiert ist, überwiegt der eine oder andere Teil. Möchtest du Wirtschaftsinformatik studieren, ist deshalb wichtig, dass du dir bereits vor der Bewerbung um einen Studienplatz überlegst, was du später werden willst: Ein BWLer, der etwas von Computern versteht oder ein ITler, der einen Jahresabschluss lesen kann. 

Während des Bachelor-Studiums halten sich die Anteile an vielen Hochschulen noch etwa die Waage, spätestens im Rahmen des Masterstudiums musst du dich dann aber für eine Ausrichtung oder einen Schwerpunkt entscheiden. Zu den Fächern, mit denen Du dich in jedem Fall auseinandersetzen musst, gehören im Bereich Ökonomie die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, die Grundlagen der Volkswirtschaftslehre und zusätzlich noch mindestens ein oder zwei Fächer aus dem Bereich der speziellen Betriebswirtschaftslehre. Dazu zählen zum Beispiel externes Rechnungswesen, Controlling, Personalwirtschaft, Organisationslehre oder Produktionstheorie. 

Die relevanten IT-Fächer sind Grundlagen der Informatik, betriebliche Anwendungssoftware, Betriebssysteme und Webtechnologien. An den meisten Hochschulen musst du zusätzlich noch einige „Hilfswissenschaften“ belegen. Dazu zählen insbesondere Mathematik und Statistik, aber auch Fächer wie Buchführung, Wirtschaftsrecht, IT-Recht oder Wirtschaftsenglisch

Die wichtigsten Fächer im Studium

Mit den wichtigsten Fächern solltest du dich schon vor Beginn des Studiums auseinandersetzen. Die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre vermittelt einen ersten Überblick über alle betriebswirtschaftlichen Kernfächer, geht aber nicht in die Tiefe. Das erfolgt erst im Rahmen der Module zur speziellen Betriebswirtschaftslehre, wo du dann deine Kenntnisse in dem gewählten Fach vertiefst. 

Die Volkswirtschaftslehre untergliedert sich in die Teildisziplinen Makroökonomik und Mikroökonomik. Die Makroökonomik beschäftigt sich mit gesamtwirtschaftlichen Größen, sogenannten Aggregaten, und deren Zusammenwirken. In der Mikroökonomik steht dagegen das Individuum, im Fachjargon Haushalt genannt, und dessen Umgang mit knappen Ressourcen im Mittelpunkt. 

Die beiden wichtigsten IT-Fächer sind die „Einführung in die Programmierung“ und die „Grundlagen der Informations- und Kommunikationssysteme“. Ersteres macht dich innerhalb kürzester Zeit mit allen Standard-Programmiersprachen wie etwa HTML oder JavaScript, vertraut. Wenn du noch nicht Programmieren kannst, dann lernst du es hier. 

Im Fach Informations- und Kommunikationssysteme lernst du, vereinfacht gesagt, all die Programme, die auf einem Rechner üblicherweise so laufen, näher kennen. Darüber hinaus beschäftigst du dich intensiv mit dem Aufbau und der Funktionsweise des Internets. 

Vorkenntnisse

Wie bereits erwähnt: du musst zum Studienbeginn noch nicht Programmieren können, das wird dir im ersten Semester beigebracht. Einschlägige Vorkenntnisse machen dir den Einstieg aber natürlich leichter. 

Darüber hinaus solltest du mit den Formalwissenschaften, also mit der Mathematik und der Statistik, nicht auf dem Kriegsfuß stehen, da die beiden Fächer sowohl in der Ökonomie als auch in der IT wichtige Hilfswissenschaften sind. Nützlich sind auch gute Englischkenntnisse, da die Fachliteratur oft in Englisch veröffentlicht wird und viele Hochschulen zumindest einzelne Kurse oft nur in englischer Sprache anbieten. Dass du dich für Computer interessieren und gerne am Bildschirm arbeiten solltest, versteht sich hoffentlich von selbst.

Zulassungsverfahren und alternative Studienorte

Für das Fach Wirtschaftsinformatik gibt es keine bundesweite Zulassungsbeschränkung. Die Studienplätze werden also nicht über die Stiftung für Hochschulzulassung (früher ZVS), sondern von den Hochschulen direkt vergeben. Dabei existieren häufig, aber nicht immer, örtliche Zulassungsbeschränkungen. Das heißt, dass du in der Regel einen bestimmten Notendurchschnitt erreichen musst. Manche Hochschulen führen auch spezielle Auswahlverfahren durch. Hier ist es wichtig, dass du dich rechtzeitig an der Universität oder Fachhochschule, an der du Studieren möchtest, nach den Zulassungsmodalitäten vor Ort erkundigst. 

Wenn Deine Noten für die Wunschhochschule zu schlecht sind, dann lass den Kopf nicht hängen und schau zu, dass du erst einmal irgendwo einen Studienplatz in deinem Wunschfach ergatterst. Meistens ist es kein Problem nach dem ersten oder spätestens nach dem zweiten Semester an die Zielhochschule zu wechseln. Deine bis dahin erworbenen Credit Points kannst du in aller Regel problemlos mitnehmen und das innerhalb der gesamten EU. 

Da ein Auslandsaufenthalt ohnehin gut für die Karriere ist, kannst du aus der Not auch eine Tugend machen. Vielleicht erlebst du aber auch eine positive Überraschung und willst gar nicht mehr weg. 

Die Studienbedingungen sind an den kleineren Hochschulen meist besser, als in den Metropolen. Das gilt auch für die Lebenshaltungskosten. Wenn du in Berlin kein Glück hast, dann probiere es doch einmal in Leipzig oder in Magdeburg. Von der gesparten Miete kannst du am Wochenende in die Hauptstadt pendeln. Als Ausweichstation für München bietet sich das schnuckelige und vergleichsweise kostengünstige Regensburg an. Und wer in Köln nicht zum Zug gekommen ist, der hat gleich ein halbes Dutzend Alternativen zur Auswahl, da kein Bundesland eine größere Hochschuldichte aufweist als NRW. Wirtschaftsinformatik studieren kannst du hier an mehr als zehn Unis und genau so vielen Fachhochschulen. 

Wirtschaftsinformatik studieren in Deutschland

Wenn du Wirtschaftsinformatik studieren willst, hast du eine sehr große Auswahl. Das gilt sowohl für die Hochschulen, als auch für die Konzeption des Studiengangs. Wirtschaftsinformatik wird sowohl an Universitäten, als auch an Fachhochschulen angeboten. Im Grunde ist der Ablauf des Studiums dabei immer gleich. Du musst als erstes ein Bachelor-Studium absolvieren, das in der Regel sechs Semester dauert. Wenn du die Abschlussprüfung bestehst, hast du bereits deinen ersten berufsqualifizierenden Abschluss. 

Wenn du richtig Karriere machen willst, dann solltest du aber noch ein viersemestriges Master-Studium dranhängen. Wobei du, wenn du magst, zwischen Bachelor und Master durchaus ein oder zwei Jahre Praxis schnuppern und Geld verdienen kannst. Viel länger sollte der Ausflug in die Praxis aber nicht dauern, da es natürlich schwerfällt, vom Berufsleben wieder ins Studentenleben zurückzufinden – einen Kompromiss stellt ein berufsbegleitendes Studium dar. Wenn du an der Uni studiert hast, kannst du im Anschluss an den Master auch noch promovieren. In welche fachliche Richtung sich deine Promotion bewegt, hängt stark von der Ausrichtung des Studiengangs ab.

Und da wären wir schon beim nächsten wichtigen Thema: In den meisten Ingenieurshochburgen, wie etwa der RWTH Aachen, liegt der Studienschwerpunkt stärker im Bereich der klassischen Informatik oder dem IT-Engineering. Du wirst also im Grunde genommen ITler mit BWL-Kenntnissen. An den wirtschaftswissenschaftlichen Hochburgen sind die Verhältnisse genau anders herum. An der Universität Münster ist das Fach zum Beispiel an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät angesiedelt. Das gleiche gilt auch für die Universität Mannheim und die Eberhard Karls Universität Tübingen

Berufsaussichten nach dem Studium

Wenn du das Studium auch nur mit einigermaßen guten Noten abschließt, sind deine Berufsaussichten super. Wenn der Schwerpunkt deiner Ausbildung im Bereich BWL lag, dann hast du hervorragende Einstiegschancen in der Wirtschaftsprüfung und der Unternehmensberatung. Arbeitslose IT-Prüfer sind seltener als arbeitslose Zahnärzte. Sehr gern gesehen bist du dann auch bei Konzernen die CRM-Systeme herstellen, wie etwa der Software-Riese SAP.

Wirtschaftsinformatiker werden auch gerne als Controller eingesetzt. Wenn der Schwerpunkt deines Studiums im IT-Bereich lag, dann kannst du danach eine klassische Karriere als Programmierer beginnen. Auch dann lieben dich die CRM-Entwickler. Wer eine Rechnungslegungssoftware weiterentwickeln muss, hat einfach einen Wettbewerbsvorteil, wenn er Soll und Haben auseinanderhalten kann und weiß, was Konsolidierung bedeutet. 

Auch finanziell lohnt sich das Studium. Die Einstiegsgehälter schwanken stark, aber nach drei Jahren ist ein Gehalt von 80.000 Euro p. a. durchaus realistisch, bei börsennotierten Unternehmen und in der Unternehmensberatung ist auch mehr drin. Viele Wirtschaftsinformatiker machen sich nach den ersten Berufsjahren auch gerne selbständig. Mit der richtigen Spezialisierung kannst du dann auf dem Markt problemlos Tagessätze von 800 bis 1.000 Euro durchsetzen.

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