Sportmanagement studieren.
Sportbegeisterung gepaart mit Finanzen, Recht und Medien: Sportmanagement. Foto: gettyimages, © Cunaplus_M.Faba

04.08.2016

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01. Mär 2019

UNICHECK

Sportmanagement studieren

Zukunftsreich und vielfältig

Das Sportbusiness ist in den letzten Jahren stark gewachsen, die Wissenschaft hat auf diesen Trend reagiert und im Bereich des Sportmanagements sind eine Reihe neuer Studiengänge entstanden. Wer sich nicht nur für Sport, sondern auch für die wirtschaftlichen Hintergründe interessiert, für den ist dieser Studiengang genau das richtige, denn hier lernt man, welche Vermarktungsstrategien große Sportclubs nutzen, wie der Transfer von Profi-Sportlern abläuft und wie man vom kleinen Fitnessclub bis hin zum großen Massensportevent Sportbegeisterte in den Bann zieht.
Heute verortet sich das Sportmanagement-Studium meist im Fachbereich Sport- und Gesundheitswissenschaften oder gehört zu den Humanwissenschaften. Sporthochschulen, staatliche Universitäten und Fachhochschulen sowie private Hochschulen bieten Sportmanagement-Studiengänge an. Ebenso kann das Studium berufsbegleitend oder als Duales Studium absolviert werden. Berufsakademien offerieren zudem ein Fernstudium im Bereich des Sportmanagements, sodass es auch berufsbegleitend studiert werden kann. Derzeit finden sich deutschlandweit über 40 Standorte, die ein Sportmanagement-Studium im Angebot haben.

Organisation ist ein großer Bestandteil des Studiums.

Inhalte des Studiums

Das Studium des Sportmanagements ist von betriebswirtschaftlichen Fragestellungen geprägt. Ob du selbst ein hervorragender Sportler bist, ist eher von untergeordneter Bedeutung. Ergänzend zu Inhalten aus BWL, VWL und Management werden Kenntnisse aus dem Bereich der Sportwissenschaft vermittelt. Inwieweit auch praktische Sporteinheiten zu den Inhalten zählen, ist von den jeweiligen Schwerpunkten des Studiums abhängig, in der Regel stehen derartige Veranstaltungen aber nicht im Mittelpunkt. Dies ist beispielsweise ein Unterschied zum Studiengang der Sportwissenschaft. Beim Sportmanagement-Studium sind meist auch Veranstaltungen aus Fachgebieten wie Medien- und Eventmanagement, Unternehmensführung und den Kommunikationswissenschaften vorgesehen. Häufig finden sich darüber hinaus Vorlesungen zu rechtlichen Aspekten und zur Finanzbuchhaltung im Studienverlauf.
Während bei einem überwiegenden Teil der angebotenen Sportmanagement-Studiengänge vor allem im Bachelor die Vermittlung eines breiten Grundlagenwissens im Vordergrund steht und eine Spezialisierung über Wahlpflichtveranstaltungen stattfindet, gibt es auch Studiengänge, die sich von Beginn an auf einen Teilbereich des Sportmanagements wie Eventmanagement, Freizeitmanagement oder Medienmanagement fokussieren. Diese Studiengänge sind vor allem für solche Interessenten attraktiv, die von Anfang an wissen, in welchen Bereich sie ihre Karriere führen soll. Ein Schwerpunkt bildet beispielsweise der Sportjournalismus. Durch die Verbindung von Sport- und Kommunikationswissenschaft mit journalistischen Inhalten bilden derartige Studiengänge, wie er an der Deutschen Sporthochschule Köln angeboten wird, Spezialisten für den Arbeitsmarkt aus. Auch eine Fokussierung auf eine international bedeutende Branche ist möglich. Mit dem Studiengang Fußballmanagement werden fußballspezifische Module wie Kaderplanung, Lizenzierung und Vermarktung im Fußball in den Blick genommen. Es gibt aber ebenso andere Studiengänge wie beispielsweise BWL, die eine Spezialisierung auf den Bereich des Sportmanagements vorsehen.

Ablauf und Zulassungsbeschränkungen

Das Sportmanagement-Studium ist zweiphasig aufgebaut. Das Bachelor-Studium dauert in der Regel sechs bis acht Semester und neben verschiedenen Prüfungen muss im letzten Semester eine Abschlussarbeit verfasst werden. In den ersten Semestern werden meist Grundlagen aus der Wirtschaft, den Sportwissenschaften und dem Medienbereich vermittelt, in späteren Semestern ist oft eine Spezialisierung möglich. Mit dem erfolgreichen Bestehen der Abschlussarbeit wird in der Regel der Bachelor of Arts (B.A.) verliehen, an einigen wenigen Hochschulen auch der Bachelor of Science (B.Sc.). Mit dem Abschluss des Bachelors können Absolventen direkt in den Beruf einsteigen oder ein Master-Studium anschließen. Dieses umfasst zwei bis vier Semester und wird je nach inhaltlicher Ausrichtung mit einem Master of Business Administration, einem Master of Arts oder einem Master of Science abgeschlossen. In der Regel schreiben die Studienordnungen mindestens ein Praktikum während des Bachelor-Studiums vor, teilweise sind auch längere Auslandsaufenthalte vorgesehen. Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Sportbranche sollten derartige Angebote stets genutzt werden. Das Praktikum wird meist erst zum Ende der Studienzeit verlangt und umfasst Zeiträume von sechs Wochen bis hin zu drei Monaten. Hierbei ist die Wahl des Praktikumsbetriebes überwiegend frei und dieses bietet die Möglichkeit, in die Arbeitswelt einzutauchen. Teilweise ergeben sich durch solch ein Praktikum auch Anregungen für die Abschlussarbeit.

Manchmal musst du einen Eignungstest bestehen.

Um an einer Universität Sportmanagement studieren zu können, wird die allgemeine Hochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife für den Sportbereich benötigt. Für eine Fachhochschule ist die Fachhochschulreife nötig. Alternativ kann ein Studium ohne Hochschulreife aufgenommen werden, wenn ein Meisterbrief erworben wurde und eine entsprechende Berufserfahrung vorliegt. An Akademien oder ähnlichen Einrichtungen bestehen teilweise andere Zugangsvoraussetzungen, hier können die Studienberatungen Auskunft geben. Neben diesen formalen Voraussetzungen sind einige persönliche Voraussetzungen entscheidend. Die Interessierten sollten Freude an mathematischen, analytischen und ökonomischen Fragestellungen mitbringen und Begeisterung für die Sportbranche sowie eine Affinität für Gesundheit und Fitness zeigen. Da im späteren Berufsleben auch organisatorische Fähigkeiten vonnöten sind, sollten diese zumindest in Grundzügen ausgeprägt sein. Auch der Wunsch, in einem internationalen Umfeld tätig zu sein, zählt zu den persönlichen Voraussetzungen.

An einigen Hochschulen ist das Bestehen einer Sporteignungsprüfung als Zugangsvoraussetzung nötig. Die staatlichen Universitäten in Jena, Leipzig und Potsdam sowie die Sporthochschule Köln verlangen einen solchen Test. Hierbei sind die Anforderungen je nach Hochschule unterschiedlich, sodass sich Interessierte am besten an der Wunschhochschule informieren. Regulär finden Prüfungen in Schwimmen, Turnen, Leichtathletik und einer Mannschaftssportart statt. Am anspruchsvollsten ist die Eignungsprüfung an der Sporthochschule Köln. Da die Sporteingangsprüfungen an den Hochschulen meist nur ein- bis zweimal im Jahr stattfinden, sollten Interessierte frühzeitig die Termine in Erfahrung bringen.

Darüber hinaus besteht an einigen Universitäten eine Zulassungsbeschränkung für das Studium, wobei mit 2,3 bis 2,6 ein moderater Numerus clausus gilt. An kleineren Universitäten, aber auch an privaten Hochschulen ist das Studium oft zulassungsfrei. Einrichtungen wie die Hochschule Heilbronn und die Universität Tübingen veranstalten eigene Auswahlverfahren.

Für ein Master-Sportmanagementstudium ist nicht zwingen ein vorausgegangenes Studium des Sportmanagements nötig. Viele Hochschulen lassen auch Bewerbungen aus verwandten Fachbereichen wie Sportwissenschaften, BWL oder Kommunikationswissenschaften zu. Die Plätze im Master-Studium sind jedoch begrenzt, sodass hervorragende Leistungen im Bachelor-Studium vorausgesetzt werden.

Berufsaussichten für Absolventen

Die Berufsaussichten nach dem Studium sind so vielfältig wie der Studiengang selbst. Durch das deutliche Wachstum der Sportbranche sind die Aussichten jedoch gut bis sehr gut, wobei Sportmanager je nach Spezialisierung im Studium in verschiedene Arbeitsfelder einsteigen können. Neben Positionen in der Führung oder der Veranstaltung von Sportvereinen und -organisationen können Sportmanager Anstellungen bei Sportherstellern finden. Hier sind Positionen im Vertrieb, im Marketing oder im Bereich Finanzen möglich. Ebenso können sie die Produktentwicklung betreuen oder im After-Sales-Bereich tätig werden.

Zunehmend ziehen Agenturen, die Profisportler vermitteln, Sportmanager heran, denn diese verfügen nicht nur über Kenntnissen zur Sportbranche, sondern auch zu den betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Hintergründen. Als Sportmanager arbeiten sie nur für einen Athleten und kümmern sich um dessen Vermarktung, handeln seine Sponsoring-Verträge aus und managen seine Medienauftritte oder sie vertreten ein ganzes Team oder einen Verein. Vergleichsweise sichere Anstellungen warten auf Sportmanager in Bund, Ländern und Kommunen, wobei die Verwaltung und der Tourismus Haupttätigkeiten sind. Da die möglichen Positionen so unterschiedlich sind, variiert auch das Gehalt. Durchschnittlich verdient ein Sportmanager 3.200 Euro brutto im Monat, wobei mit einem Master-Abschluss ein deutlich höheres Gehalt erzielt werden kann als mit einem Bachelor-Abschluss. Das Einstiegsgehalt beläuft sich in der Regel auf 2.500 bis 3.000 Euro brutto monatlich, besonders bei internationalen Verbänden und Großunternehmen ist aber mit schnellen Verdienststeigerungen zu rechnen. Spitzengehälter können vor allem in den Brachen Marketing und Vertrieb erzielt werden. Neben der Privatwirtschaft steht mit dem Master-Abschluss eine wissenschaftliche Karriere offen. Die Stellen als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen einer Promotion sind jedoch begrenzt und setzen sehr gute akademische Leistungen voraus.

Insgesamt sollten alle die Sportmanagement studieren, die sich für die Sportbranche interessieren und deren wirtschaftliche, planerische, strategische und organisatorische Abläufe verstehen wollen. Du hast eine Affinität für Finanzen, Recht und Medien gepaart mit Sportbegeisterung? Dann solltest du dieses Studium unbedingt in Erwägung ziehen!

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