Studium der Neurowissenschaft
Neurowissenschaft ist ein vielfältiger Themenbereich. Foto: gettyimages, © iLexx

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11. Mär 2019

UNICHECK

Neurowissenschaft studieren

Alles rund ums Gehirn

Inhalte der Neurowissenschaften

Den Grundstein für das Verständnis der Neurowissenschaften legt die Biologie. Wissen über den Aufbau von Zellen und die grundlegenden Stoffwechselvorgänge sind unentbehrliche Basics, um die Funktionsweise des Gehirns nachvollziehen zu können. Auch gute Kenntnisse in Chemie und Physik sind nötig, um die Vorgänge in den Zellen auf molekularer Ebene zu verstehen. In der Regel sind Studiengänge der Neurowissenschaften in den Fachbereichen Medizin oder Psychologie angesiedelt, da sie mit ihnen am ehesten verwandt sind. Je nach Universität und Studiengang sind hier die Schwerpunkte unterschiedlich gesetzt. So wird an manchen Universitäten das Augenmerk auf die molekulare und zelluläre Ebene, bei anderen mehr auf Verhaltens- und kognitive Aspekte der Neurowissenschaften gesetzt. Beide Fachgebiete sind selbstverständlich immer ein wichtiger Bestandteil des Studiums. Praktika im Labor, bei denen du Präparate sezierst, um mehr über den komplexen Aufbau des Gehirns zu lernen, gehören ebenso zum Stundenplan wie Vorlesungen und Seminare über Verhalten, Wahrnehmung und sonstige kognitive Funktionen. Das Erlernen verschiedener Labortechniken spielt eine wichtige Rolle, da diese unter Umständen auch später für eigene Forschungen gebraucht werden. Weitere medizinische Fächer, die zum Stundenplan gehören, sind Epidemiolgoie, Pharmazie und Gesundheitsökonomie. Auch Ethik steht auf dem Lehrplan, da Tierversuche bei der Forschung in den Neurowissenschaften derzeit noch allgegenwärtig ist. Insgesamt ist es also sehr abwechslungsreich, Neurowissenschaften zu studieren, da du deine Studienzeit keinesfalls nur im Hörsaal verbringst.

Im Neurowiwssenschaften Studium absolvierst du auch Praktika.

Zur Vorbereitung auf eine spätere Forschungstätigkeit lernst du im Neurowissenschaftsstudium auch die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, also wie man Hypothesen und Fragestellungen entwickelt, Literatur recherchiert und zitiert. Neben ausführlichen Lehrveranstaltungen zum Thema Studiendesign und -entwurf gehören auch die Auswertung und statistische Aufarbeitung von Forschungsdaten zum Alltag eines Studenten der Neurowissenschaft. Für die Neurowissenschaften spielen dabei sowohl bildgebende Verfahren wie Gehirn-MRTs als auch Augenbewegungsmessungen oder andere Verhaltensdaten eine Rolle. Deren Erhebung und Auswertung benötigt besondere Expertise, die in eigenen Vorlesungen und Seminaren vermittelt wird. Da Forscher heutzutage weltweit vernetzt sind, spielt auch Englisch als Wissenschaftssprache eine große Rolle, sodass diesem Thema ebenfalls einige Veranstaltungen gewidmet werden. Grundlagen der Bioinformatik stellen eine weitere wichtige Fähigkeit zur späteren Forschung dar. So lernst du zum Beispiel die Arbeit mit Gendatenbanken und anderen speziell für Wissenschaftler zugeschnittenen Anwendungen.

In der Regel werden die im Studium vermittelten Inhalte über ein Pflichtpraktikum vertieft. Dort übst du dich in der praktischen Anwendung des erlernten theoretischen Wissens und bereitest dich so optimal auf eine spätere Berufstätigkeit vor. Das Praktikum kann sowohl im industriellen Bereich als auch an einer Hochschule in der akademischen Forschung absolviert werden. An diesem Punkt im Studium kannst du also erste Praxisluft schnuppern und herausfinden, welcher Schwerpunkt für dich in Frage kommt.

Hier kannst du Neurowissenschaft studieren

Die Universität zu Köln ist derzeit die einzige deutsche Uni, die einen Bachelor-Studiengang der Neurowissenschaften anbietet. Der zum Wintersemester startende Studiengang hat einen NC, ansonsten benötigen Bewerber lediglich ein abgeschlossenes Abitur. Gute Kenntnisse in den Naturwissenschaften und Englisch sind natürlich hilfreich und machen dir das Studium um einiges leichter. Der Schwerpunkt in Köln liegt dabei vor allem auf dem wissenschaftlichen Arbeiten und Experimentieren mit Versuchstieren. Verhaltensexperimente und psychologische Fragestellungen werden hier weniger intensiv behandelt.

Ansonsten benötigst du, um Neurowissenschaft zu studieren, ein bereits abgeschlossenes Bachelor-Studium, um einen Masterstudiengang mit diesem Schwerpunkt zu absolvieren. Beste Voraussetzungen hast du mit einem Abschluss in Biologie, Chemie, Psychologie oder Pharmazie, da du hier bereits wichtige Grundlagen für den Bereich der Neurowissenschaften lernst. Auch Bioinformatik oder Biotechnologie stellen eine gute Grundlage für ein Masterstudium in Neurosciences dar. Diese werden zum Beispiel an der Goethe Universität in Frankfurt, verschiedenen Instituten in Berlin, München, Magdeburg, Bonn, Bremen, Marburg, Göttingen und mehr angeboten. Einen wohnortnahen Studienplatz in Neurowissenschaften zu finden, stellt also in der Regel kein Problem dar. Wem ein besonderer Schwerpunkt wichtig ist, der sollte sich vorher jedoch genau über den Lehrplan der jeweiligen Universität informieren. Außerdem solltest du beachten, dass der Studiengang viele internationale Studierende anlockt. Einige Universitäten haben sich daher gegen Deutsch als Unterrichtssprache entschieden, sodass alle Kurse und Seminare auf Englisch stattfinden. Hier sollten die sprachlichen Grundlagen auf jeden Fall sitzen, damit du im Lehrplan mitkommst.

Studienablauf

An einigen Hochschulen hast du in den ersten beiden Semestern einige Pflichtveranstaltungen und kannst dir danach die vertiefenden Studieninhalte selbst heraussuchen. So bestimmst du, ob dein Schwerpunkt mehr im medizinischen oder psychologischen Bereich liegt. Andere Studiengänge geben den Lehrplan jedoch streng vor und lassen keinen oder kaum Platz für individuelle Gestaltung.

Dabei stehen in den ersten zwei Semestern meist die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Gehirns in Biologie, Chemie und Anatomie auf dem Lehrplan. Falls der Studiengang schwerpunktmäßig auch den Bereich Psychologie umfasst, gehören auch deren Grundlagen in die erste Hälfte des Studiums. Du lernst dann typische psychopathologische Krankheitsbilder und grundlegende Techniken der Verhaltensanalyse kennen. Deren Verständnis ist wiederum Voraussetzung für die höheren Disziplinen der Neurowissenschaften. Gerade wenn du zur Finanzierung deines Studiums darauf angewiesen bist, in den Semesterferien zu arbeiten, solltest du darauf achten, ob der jeweilige Studiengang eine fest definierte vorlesungsfreie Zeit hat. Manchmal werden die Semesterferien nämlich genutzt, um besonders intensive Seminare oder Praxiseinheiten im Blockunterricht zu vermitteln. Hast du es bis ins vierte und letzte Semester geschafft, beweist du nun dein Können, indem du im Rahmen der Masterarbeit eine eigene kleine Studie designst und durchführst. Im letzten Semester finden außerdem oft die Praktika statt, falls sie Bestandteil des Studiums sind, sodass du erste Kontakte in der Berufswelt knüpfen und dich schon einmal nach einem potentiellen Arbeitgeber umsehen kannst.

Ausgebildete Neurowissenschaftler haben viele Möglichkeiten.

Berufsaussichten als ausgebildeter Neurowissenschaftler

Hauptsächlich bereitet dich ein Studium der Neurowissenschaften auf eine spätere Forschungstätigkeit vor. Diese kann sowohl im universitären Umfeld als auch in der freien Wirtschaft stattfinden. Vor allem die Pharmaindustrie benötigt für die Entwicklung neuer Medikamente viele versierte Neurowissenschaftler, die diese testen und das Zulassungsverfahren als Sachverständige begleiten. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter musst du unter Umständen auch verschiedene Projekte koordinieren und die vorhandenen Ressourcen gerecht aufteilen.

Falls du noch etwas länger an der Universität bleiben willst, kannst du an den Master auch eine Promotion anschließen. Daraufhin warten weiterhin Forschung sowie die Lehre auf dich. Auch im wissenschaftlichen Verlagswesen finden Neurowissenschaftler eine potentielle Zukunft. Da das Feld der Neurowissenschaften derzeit boomt, ist Fachliteratur zu diesem Thema ebenfalls sehr gefragt. Auch medizinische Facheinrichtungen wie Kliniken oder Praxen suchen unter Umständen Neurowissenschaftler, die sich mit Medizintechnik und verschiedenen Bildgebungsverfahren auskennen. Neurologische Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder psychische Beschwerden betreffen immer mehr Menschen und fachliche Expertise in diesem Bereich ist daher sehr gefragt.

Die Höhe deines Gehalts hängt neben deiner genauen Tätigkeit auch vom Einsatzort ab. Alles in allem wird eine Anstellung im öffentlichen Dienst mit einem Einstiegsgehalt von etwa 3.500 € vergütet. Die freie Wirtschaft zahlt häufig etwas besser. Insgesamt steigt das Gehalt auf jeden Fall mit den Jahren an Berufserfahrung und weiteren Zusatzqualifikationen, die du erwirbst. Da das Feld der Neurowissenschaften sich ständig weiter entwickelt, solltest du es auch tun. Dann ist dir ein fester, gut bezahlter Job sicher.

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