Romanistik studieren
Atención, por favor: Das Romanistik-Studium ist sehr theorielastig | Foto: Thinkstock/Fuse

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06. Jan 2016

UNIcheck

Romanistik: Spanisch studieren

Eine Mischung aus Sprache, Literatur und Kultur

Romanistik studieren

Beschreibung und Inhalte

Eine allgemeine Einführung in die verschiedenen Bereiche des Romanistik-Studiums findet in der Regel in den ersten Semestern statt. Oft werden hierbei die Vorlesungen für Studierende der romanischen Sprachen zusammengelegt, da sich alle Sprachen aus dem Lateinischen entwickelt und daher dieselbe Ursprungsgeschichte haben. Das Romanistik-Studium ist in drei Bereiche unterteilt:

  • Sprachwissenschaft
  • Literaturwissenschaft (zum Beispiel: Textanalyse vom 8. bis 15. Jahrhundert)
  • Kulturwissenschaft

Alle Teilbereiche des Studiums sind für die jeweils anderen von großer Bedeutung. So hat zum Beispiel die Reconquista, die eher der Kulturwissenschaft zuzuordnen ist, einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Literatur und vor allem auf die spanische Sprache gehabt. Viele Themen kehren daher während des Studiums immer wieder und werden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Auch die Sprachwissenschaft ist ein faszinierender Teil des Studiums, in dem sich intensiv mit der Struktur und dem Aufbau der Sprache befasst wird. Für viele Sprachanfänger ist es schwer, eine romanische Sprache zu erlernen: Gerollte Rs müssen trainiert werden, um die Zunge beim Sprechen zu entknoten. Texte müssen transkribiert werden, um die Lautabfolgen besser nachvollziehen zu können. Abgerundet wird der Studiengang deshalb mit Grammatikkursen, die die Grundlage für ein fehlerfreies Erlernen der Sprache bilden.

Anders als in der Anglistik sind die meisten Kurse während des Romanistik-Studiums zumindest teilweise auf Deutsch. Da Spanisch in der Schule größtenteils erst ab Jahrgangsstufe elf gewählt werden kann, sind die Vorkenntnisse, anders als im Englischen, nicht sehr ausgeprägt. Natürlich gilt auch für das Studium, dass die Sprache schneller durch Zuhören erlernt wird, weshalb zum Beispiel Muttersprachler versuchen, ihre Kurse in der jeweiligen Sprache abzuhalten.

Der Großteil der muttersprachlichen Dozenten spricht aber in der Regel auch Deutsch, so dass komplizierte Zusammenhänge oft noch einmal auf Deutsch erklärt werden können. Alle Dozenten sprechen Kastilisch, so dass die Studierenden problemlos folgen können.

Nachdem die Basisveranstaltungen erfolgreich absolviert wurden, haben Studierende auch die Möglichkeit, Kurse nach ihren Interessen zu wählen. Das bezieht sich sowohl auf die verschiedenen Ausprägungen der spanischen Sprache, wie zum Beispiel Katalanisch und Galizisch, welche in Seminaren erlernt werden können, aber auch auf einen geographischen Fokus, den die Studierenden beispielsweise auf Spanien und Mittel- und Südamerika setzen können.

  • Eine Übersicht über den aktuellen NC für Spanisch findest du unter: www.nc-werte.info

Vorkenntnisse

Vor Beginn des Studiums müssen die Studierenden in der Regel einen Einstufungstest absolvieren, bei dem das Sprachniveau ermittelt wird. Die Aufgaben im Einstufungstest reichen von Lückentexten, Hörverständnis-Aufgaben bis hin zu Essays, bei denen Fragestellungen in frei geschriebenen Texten beantwortet werden müssen oder nach Beschreibungen von Tagesabläufen gefragt wird.

Anders als beim Anglistik-Studium sind die Vorkenntnisse der Sprache häufig nicht ausreichend, weshalb die Studienanfänger, je nach ermitteltem Sprachniveau, in verschiedene Vorkurse unterteilt werden. Die Vorkurse bringen den Studierenden noch einmal alle Grammatik-Grundlagen bei. Viele Fakultäten verlangen zudem Latein-Kenntnisse.

Studiengang Romanistik

Auch der Studiengang Romanistik ist auf die Studienabschlüsse Bachelor und Master umgestellt. Es gibt aber auch Unis, die romanistische Lehramtsstudiengänge anbieten, wie zum Beispiel die Uni Mannheim. Hier sind bei Beginn des Studiums auf Lehramt an Gymnasien nicht einmal sprachliche Vorkenntnisse erforderlich.

Romanistik hat sich in den letzten Jahren zu einem sehr beliebten Studienfach entwickelt, weshalb auch immer mehr Universitäten ein Romanisches Seminar haben und ein Romanistik-Studium anbieten. Laut CHE Hochschulranking gibt es mehrere Unis, die alle wichtigen Studienkriterien vereinen und so für sehr gute Studienbedingungen sorgen. Zum Beispiel die Uni Mannheim ist in allen relevanten Bereichen (Praxisbezug und internationale Ausrichtung des Studiums etc.) vorne mit dabei, aber auch die Uni Saarbrücken bietet ihren Studierenden sehr gute Studienbedingungen.

Zahlen

Heutzutage Spanisch zu lernen oder es sogar zu studieren, kann durchaus Vorteile bringen. Nachdem die englische Sprache lange Zeit die Welt dominiert hat, hat sich Spanisch in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer weiter hin zu einer Weltsprache entwickelt, weshalb es nun, neben Chinesisch, Englisch und Hindi, eine der meistgesprochenen Sprachen ist. Rund 330 bis 399 Millionen Menschen haben Spanisch als Muttersprache. Allein in den USA leben 45 Millionen Spanischsprecher. Außerdem ist Spanisch Amtssprache in 22 Ländern. So haben im Wintersemester 2014/15 rund 499.561 Personen ein Studium in der Fächergruppe der Sprach- und Kulturwissenschaften aufgenommen.

Berufsaussichten für Romanistik-Absolventen

Romanische Sprachen, und ganz besonders Spanisch, gewinnen neben Englisch immer mehr an Bedeutung im Berufsleben. Besonders in der Wirtschaft sind Romanisten sehr gefragt, da sie bei der interkulturellen Verständigung von Unternehmen aus verschiedenen Ländern eingesetzt werden können. Dazu sprechen sie häufig auch noch mehrere Sprachen.

Einer der offensichtlichsten Berufsbereiche für Absolventen der Romanistik ist die Übersetzung. Darüber hinaus sind sie im Tourismus, Journalismus und in verschiedenen Arten von Kulturinstitutionen gefragt, da sie als Geisteswissenschaftler über die nötigen Fähigkeiten verfügen. Aber nicht nur in diesen Branchen sind Romanisten gefragt, sondern auch in politischen Organisationen.


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