Junger Lehrer erklärt Schülern Globus
Ob Kinder, Erwachsene oder Senioren – das Thema Lifelong learning ist in der Pädagogik wichtig. Foto: GettyImages/monkeybusinessimages

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15. Jan 2019

UNICHECK

Pädagogik studieren

Erziehung und Entwicklung des Menschen

Pädagogik – ein altes Wort für ein stets aktuelles Thema. Pädagogik (griech. Kunst der Kindesführung) ist ein Fachbereich aus der Erziehungswissenschaft. Die Pädagogik ist eine eigenständige Wissenschaft, die seit mehr als 200 Jahren existiert und auf den Grundlagen erziehungswissenschaftlicher Theorien und Methoden basiert. Die Pädagogik hat die Erziehung und Entwicklung des Individuums zum Ziel, die dazu führen soll, dass der Mensch ein selbstständiges, eigenverantwortliches Leben in der Gemeinschaft führen kann. Das Studium der Pädagogik beschäftigt sich daher mit den Theorien von Erziehung und Bildung. Was pädagogisch sinnvoll ist, beruht dabei oft auf politischen, sozialen und philosophischen Fragen.

Dabei spielt auch die Erziehungswirklichkeit in Familien und Gesellschaft, Schulen und sozialpädagogischen Einrichtungen eine wichtige Rolle. Sowohl die Erziehungswissenschaften als auch Teile der Soziologie und Psychologie sind Teil des Pädagogikstudiums. Unsere Gesellschaft ist geprägt vom Lehren und Lernen. Sich zu entwickeln ist ein Teil menschlicher Identität. In allen Teilen der Gesellschaft ist Bildung ein wichtiges Gut und erziehungswissenschaftliche Kompetenzen essenziell. Das macht die Pädagogik zu einem spannenden, abwechslungsreichen und vielfältigen Studienfach. 

Voraussetzung und Inhalte für das Pädagogikstudium 

Zunächst werden dir im Studium natürlich die Grundlagen der Philosophie und Geschichte von Erziehung und Bildung vermittelt. Du setzt dich mit unterschiedlichen Bildungstheorien, Lehr- und Lernkonzepten auseinander und beschäftigst dich mit Theorien und Fragen zu Bildung und Erziehung. Du erarbeitest dir psychologisches Know-how und Grundlagen des Lernens sowie persönlicher Entwicklung. Verschiedene Menschenbilder, sozialwissenschaftlich Ansätze der Bildungssoziologie und Theorien sozialer Ungleichheit werden im Studium ausführlich diskutiert. Auch Wissen über Bildungspolitik, Kompetenzerwerb, Weiterbildung und Bildungsberatung wird dir vermittelt.

Bevor du dich für ein Studium entscheidest, solltest du prüfen, ob du die persönlichen und formalen Voraussetzungen mitbringst. Um an einer Universität ein Studium in der Pädagogik aufzunehmen, benötigst du in der Regel die allgemeine Hochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife. An einer Fachhochschule reicht die Fachhochschulreife aus. Unter Umständen ist es auch möglich ohne Abitur oder Fachabitur zu studieren. Die meisten Hochschulen begrenzen den Bachelor in Pädagogik durch eine Zulassungsbeschränkung. 

Auch einige persönliche Voraussetzungen sind wichtig, um Pädagogik studieren zu können. Sicher hat jeder von uns schon mindestens einen Pädagogen in seinem Leben getroffen, der scheinbar weder gern mit Menschen zu arbeiten schien, noch entsprechende kommunikative Kompetenzen besaß. Um Pädagogik zu studieren und später als Pädagoge zu arbeiten solltest du Freude am sozialen Austausch und an der Arbeit mit Menschen haben. Denn du wirst später jeden Tag mit Menschen zu tun haben, ihnen helfen und sie oft auch in schwierigen Situationen unterstützen. Du solltest daher gern kommunizieren, gute verbale Fähigkeiten besitzen und dich gern mit Menschen austauschen.

Je nach späterem Betätigungsfeld brauchst du auch ein hohes Maß an Geduld, Einfühlungsvermögen und Konfliktfähigkeit. Du solltest dich für das Studium außerdem mit theoretischen Sachverhalten auseinandersetzen können. Je nach Hochschule gibt es nämlich weniger Praxis, als viele Studenten annehmen. Gerade in den ersten Semestern erwartet dich viel Theorie, um die Grundlagen zu erlernen. Ohne Freude am Lesen, auch von schwierigen oder abstrakten Themen wirst du hier schnell frustriert sein. Dafür brauchst du Abstraktionsvermögen und analytische Fähigkeiten. 

Pädagogik studieren in Deutschland

Wenn du den Bachelor in Pädagogik machen möchtest, erwartet dich eine weite Spanne an Studienmöglichkeiten. An einer Universität ist die theoretische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Erziehungswissenschaften Mittelpunkt des Studiums. Doch auch wenn Theorie die Semester in der Regel dominiert, versuchen manche Universitäten, das Studium durch Praktika und Praxisprojekten mit der Praxis zu verbinden. Fachhochschulen bieten den Vorteil eines Praxissemesters. Sie bieten überwiegend spezialisierte Studiengänge an, vor allem Pädagogik der frühen Kindheit oder Kultur- und Medienpädagogik.

Auch private Hochschulen bieten vor allem spezialisierte Studiengänge im Bereich Pädagogik, wie etwa Medizinpädagogik oder Kindheitspädagogik, an. Außerdem gehört meist eine intensive Betreuung für die Studenten und eine sehr gute Ausstattung zu ihrem Angebot, die allerdings einiges kosten können. In einem dualen Studium hast du neben dem Studium an der Hochschule oder Berufsakademie einen hohen Praxisbezug. Du bist in Form einer Berufsausbildung in einem Unternehmen tätig, wodurch du neben der Theorie auch viel Praxiserfahrung sammeln kannst. Außerdem hast du am Ende sowohl den Bachelor in Pädagogik als auch eine abgeschlossene Ausbildung. 

An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zum Beispiel kannst du als Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang Pädagogik studieren. Hier liegt der Schwerpunkt darauf, dass du am Ende zu eigenständiger und wissenschaftlich begründeter Arbeit in der Pädagogik fähig bist. Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt setzt stark auf theoretische als auch praktische Fähigkeiten und bietet eine intensive, begleitete Praxisphase um dich auf berufliche Anforderungen vorzubereiten. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg setzt die Schwerpunkte auf kulturelle Bildung und Organisationspädagogik.

Alle diese Universitäten fordern einen NC. Generell ist in den meisten Hochschulen der Zugang zum Bachelor in Pädagogik durch eine lokale Zulassungsbeschränkung begrenzt. Die Regelstudienzeit beträgt, je nach Hochschule bei sechs bis acht Semester. Wenn du vor dem Studium bereit beschlossen hast, dich auf einen bestimmten Bereich zu spezialisieren, kannst du dich direkt für den Studiengang bewerben. Durch eine Spezialisierung auf ein Fachgebiet verbessern sich oft deine Berufsaussichten. 

Das Studium im Überblick

Die ersten Semester dienen dem intensiven Erwerb von theoretischen Grundlagen. Zu diesen grundlegenden Inhalten des Studiums gehören in den meisten Studiengängen die Geschichte der Pädagogik, theoretische Grundlagen der Pädagogik sowie vergleichende Pädagogik

Außerdem werden dir Bildungstheorie und Bildungsmodelle, Erziehungsphilosophie und Bildungsphilosophie vermittelt. Neben den Theorien des Lehrens und Lernens sowie mit dem lebenslangen Lernen setzt du dich auch mit Wissensmanagement und Sozialisation auseinander. 

Module aus den Bereichen Soziologie und der pädagogischen Psychologie kommen ebenfalls dazu. Nach den ersten Semestern hast du meist die Möglichkeit, dir selbst Schwerpunkte setzen. Je nach Hochschule bieten sich dir weitere Bestandteile des Studiums. Dazu können Erwachsenenbildung, Frühpädagogik und Förderpädagogik, Sonderpädagogik oder Sozialpädagogik gehören.

Ebenso können dir Spezialisierungen in den Bereichen politische Bildung, Natur- und Umweltpädagogik, Medienpädagogik, Kunstpädagogik, Musikpädagogik, Religionspädagogik offen stehen. An manchen Hochschulen sind zwei bis drei Monate für Praktika vorgesehen. Nachdem du eine Bachelorarbeit, also eine wissenschaftliche Abschlussarbeit, verfasst und dazu eine mündliche Prüfung bestanden hast, schließt du dein Studium mit dem Bachelor of Arts ab. Nach dem Abschluss kannst du dich um eine Stelle als Pädagoge bewerben oder auch ein ein weiterführendes Masterstudium aufnehmen. Dieses führt nach ein bis zwei Jahren je nach Studiengang zum Master of Arts bzw. Master of Science. 

Berufsaussichten für Pädagoginnen und Pädagogen 

Das Pädagogikstudium eröffnet dir ein weiteres Feld an beruflichen Möglichkeiten. Schon während der ersten Semester solltest du dich auf deinen Berufseinstieg vorbereiten, indem du dich orientierst und dir überlegst, in welchem Feld du tätig werden möchtest. Im Lauf des Studiums kannst du dich dann auf den entsprechenden Bereich spezialisieren. Durch Praktika, Nebenjobs oder Praxisbezug innerhalb der Semester kannst du praktische Erfahrung sammeln.

Auch deine Bachelorarbeit sollte Bezug zu deinem Themenfeld haben. Als Experte für Bildung und Erziehung kannst du überall arbeiten, wo es um Erziehung, Aus- und Weiterbildung oder Wissensvermittlung geht. Meist bist du in beratender Funktion tätig, je nach Berufsfeld im engen Kontakt mit unterschiedlichen Menschen aller Altersgruppen oder aber konzeptionell. 

Du kannst ganz klassisch in Kindertagesstätten, Schulen und Vorschulen oder der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten, Familienberatung oder Integrationshilfe machen. Auch die Nachfrage in der Erwachsenenbildung wird in den nächsten Jahren weiter steigen Stichwort Lifelong learning. Weiter sind Behindertenarbeit, Sozialpädagogik sowie Förderung und Therapie Arbeitsfelder für Pädagogen. Du kannst in der Entwicklungshilfe oder der Integrationshilfe arbeiten oder Pädagoge in der Gerichtshilfe und im Strafvollzug werden.

Die mediale Kulturvermittlung bietet dir ein Arbeitsfeld als Medienpädagoge, Museums- oder Kulturpädagoge. In Konzernen und Unternehmen bieten sich dir Arbeit mit Erwachsenen und Weiterbildungsmaßnahmen oder dem Personalbereich als Personalentwickler oder Unternehmensberater. Dein Arbeitsplatz kann in Behörden, Ministerien und Fachverbände, interkulturelle Einrichtungen oder sozialen Verbänden sein.

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