Mechatronik ist eine Herausforderung.
Im Mechatronik Studium kannst du auch Praxiserfahrung sammeln. Foto: gettyimages/steluk

09.08.2016

Installation eines Mikrochips auf einer Platine

Studiengangranking Technik- und Ingenieurwesen

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09. Mai 2019

UNICHECK

Mechatronik studieren

Das ist Mechatronik

Es geht im Kern darum, moderne komplexe Systeme und Produkte zu erschaffen, indem man sie zunächst fachlich basiert konzipiert und anschließend herstellt. Da es sich bei diesen Systemen und Produkten oft nicht nur um elektronische Haushaltsgeräte oder PKW-Systeme, sprich Elemente aus dem Endkonsumenten-Bereich, sondern auch um komplexe industrielle Maschinen und Anlagen handelt, ist auch der Maschinenbau im Mechatronik-Studium fest integriert.

Du möchtest Mechatronik studieren? Bringst du Spaß an naturwissenschaftlich und technisch geprägten Fächern mit? Interessierst Du Dich dafür, wie die heutige Technik es beispielsweise schafft, durch Smarthome-Systeme Haushaltsgeräte mit mobilen Endgeräten in Einklang zu bringen? Klingt es für Dich nach einer großartigen Herausforderung, einen Roboter für eine industrielle Anlage zu planen, diesen zu programmieren und anschließend in der Fabrik in Aktion zu sehen? Dann solltest Du Dich für ein Studium der Mechatronik entscheiden.

  1. Mechatroniker werden
  2. Studieninhalte
  3. Wie schwer ist das Mechatronik Studium?
  4. Mechatronik Bachelor
  5. Mechatronik Master
  6. Studienorte
  7. Berufsaussichten
  8. Gehalt

1. Mechatroniker werden

Seit etwa 20 Jahren kann der Beruf im Rahmen einer beruflichen Ausbildung erlernt werden. Zahlreiche Fachhochschulen und Universitäten in Deutschland bieten zudem die Möglichkeit, Mechatronik als eigenständige wissenschaftliche Disziplin zu studieren. Wie üblich besteht hier die Möglichkeit, den Grad eines Bachelors oder eines Masters in dem interdisziplinären Fach zu erlangen. Solltest Du bereits eine Berufsausbildung zum Mechatroniker absolviert haben, kannst Du Dein anschließendes Studium auf den Inhalten deiner Berufsausbildung ausrichten und Dir ggf. bestimmte Inhalte aus der Zeit Deiner Ausbildung für das Studium anrechnen lassen.

Ein grundlegender Unterschied zwischen der Berufsausbildung und dem Studium der Mechatronik besteht in dem zukünftigen Gehalt. Dieses fällt nach einem erfolgreichen Studium nämlich wesentlich höher aus. Zudem eröffnet dir ein Bachelor oder Master in Mechatronik Aussichten auf einen schnelleren Karriereaufstieg oder auch eine eventuelle Tätigkeit im Bereich Forschung und Entwicklung. Solltest Du im Rahmen Deines Studiums den Schwerpunkt maximal auf praktische Erfahrung setzen, empfehlen wir Dir eine Kombination aus Ausbildung und Studium in Form eines so genannten dualen Studiengangs. Unabhängig davon gelten Mechatroniker auf dem Arbeitsmarkt generell als hoch gefragte Fachkräfte.

Im Studium erwarten dich Theorie und Praxis gemeinsam.

2. Inhalte des Mechatronik Studiums

Generell bedeutet Mechatronik studieren, sich täglich mit technischen und naturwissenschaftlichen Themen auseinanderzusetzen und diese in theoretischer und praktischer Hinsicht nachzuvollziehen. Solltest Du während Deiner Schulzeit bemerkt haben, dass geisteswissenschaftliche Inhalte Dir näher liegen, raten wir Dir von einem Studium der Mechatronik eher ab. Die Studiengänge gelten selbst für Freunde der Naturwissenschaft als fordernd und komplex. Insbesondere ein hohes Interesse an Informatik und Mathematik, aber auch an Physik und Logik ist eine Grundvoraussetzung, um das Studium der Mechatronik erfolgreich zu meistern. Kannst Du Dich zudem als kreativ und akribisch zugleich bezeichnen und bist von der Mentalität her eher ein „Macher“-Typ, der konkrete Probleme lösungsorientiert angeht, ist Mechatronik studieren womöglich genau das richtige für Dich. Gute Englischkenntnisse sind dabei aufgrund der international ausgerichteten Disziplin nicht nur wünschenswert, sondern ebenfalls eine der Kernvoraussetzungen.

Im Rahmen des Mechatronik-Studiums wird viel in praktischen Projekten gearbeitet. Damit liegt der Fokus des Studiums insgesamt doch eher auf dem praktischen, als auf dem theoretischen Bereich, wobei das bei einzelnen Hochschulen variieren kann. Du kannst die exakten Studieninhalte bei jeder Hochschule im Vorfeld erfragen, um sicher zu sein, wie hoch der Praxisanteil des Studiums jeweils ausfallen wird. Für Dein späteres Berufsleben sind praktische Berufserfahrungen jedoch ohnehin unverzichtbar. Mehrere deutsche Hochschulen haben daher Programme in ihren Studiengängen umgesetzt, die es den Studierenden erlauben, sich vollständig auf praktische Inhalte zu konzentrieren, beispielsweise im Rahmen von Praxissemestern. Du solltest bedenken, dass konkrete praktische Erfahrungen und Projektmitarbeit für Unternehmen, die nach Fachkräften suchen, schon immer zu den wesentlichen Einstellungsfaktoren gezählt haben. Achte daher während Deines Studiums unbedingt darauf, diesen Faktor nicht zu unterschätzen und deine praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten so weit es geht kontinuierlich auszubauen.

Ein Grundstudium der Mechatronik befasst sich mit allerlei naturwissenschaftlichen Themen. Hinzu kommen Teilgebiete des Maschinenbaus. Das Hauptstudium wendet sich dann den mechatronischen Fachfragen der heutigen Zeit zu, dies ermöglicht eine höhere Spezialisierung in konkrete anwenderorientierte Fachthemen. Im Grunde bedeutet das – je weiter Du mit dem Mechatronik studieren vorankommst, desto tiefer steigst Du in die praxisbezogene Materie ein, arbeitest an aktuellen Fragestellungen aus Wirtschaft und Industrie mit und generierst eigene Lösungsvorschläge.

3. Wie schwer ist Mechatronik?

Viele Studierende scheitern bereits in den ersten Semestern an den Grundlagen der Mechatronik. Also an Mathe, Physik und der Programmierung. Diese haben es in sich und werden auch im späteren Berufsleben benötigt. Wie schwer ein Mechatronik Studium wirklich ist, erfährst du hier.

Empfehlenswerte Studiengänge

Mechatronik (B.Eng.)

Mechatronik (M.Eng.)

4. Das Mechatronik Bachelor Studium

Oft ist an den Hochschulen zu Beginn des Studiums bzw. in dessen Vorfeld die Möglichkeit gegeben, seine mathematischen Grundkenntnisse zu erneuern. Anschließend stehen im eigentlichen Studium vor allem die Fächer Physik, Informatik, Elektrotechnik, Mechanik, Werkstoffkunde und Mathematik im Hauptfokus. Auch CAD (Computer Added Design) wird von den ersten Semestern an intensiv vermittelt.

Im fortgeschrittenen Studium arbeiten Studierende vertieft an Themen aus der Elektrotechnik, des Maschinenbaus oder der Informatik. Ebenso können sie sich auf Management-Inhalte oder wirtschaftliche Themen rund um Mechatronik spezialisieren. Zum Abschluss des Bachelor-Studiums gilt es oft, an ein eigenes Projekt aus der Praxis heranzugehen. Insgesamt nimmt das Bachelor-Studium in der Regel sechs bis sieben Semester, also drei bis dreieinhalb Jahre in Anspruch. Mit einer erfolgreich verteidigten Bachelor-Thesis ist Dein Bachelor-Studium abgeschlossen.

5. Master Studium steigert Chancen

Hast Du Deinen Bachelor erst einmal in der Tasche, kannst Du entweder direkt im Beruf durchstarten, oder aber ein viersemestriges, also zweijähriges Master-Studium dranhängen. Warum solltest Du das tun? Ein Master in Mechatronik eröffnet Dir zusätzliche Karrierechancen und kann Dich zudem in die Forschung und Entwicklung bringen. Im Rahmen des Master-Studiums spezialisierst Du Dich noch deutlich mehr auf einem bestimmten Fachgebiet und kannst Dich nach Abschluss des Studiums beispielsweise mit Themen wie Robotik oder Entwicklung von Kraftfahrzeugen auf hohem wissenschaftlichen Niveau auseinandersetzen.

Maschinen gehören in deinen Alltag.

6. Mechatronik studieren in Deutschland

Wir haben für Dich im Folgenden eine kleine Auswahl an staatlichen Universitäten und Fachhochschulen zusammengestellt. Zusätzlich zu diesen existiert auch eine Vielzahl an privaten Hochschulen, die Mechatronik als eigenständiges Studienfach anbieten. Ob Du Dich für eine Universität, eine Fachhochschule oder eine Privathochschule entscheidest, liegt letztendlich bei Dir und hat sicherlich auch private Gründe, wie z.B. Deine Umzugsbereitschaft oder Deine finanzielle Situation. Selbstverständlich wird für das Studium an einer deutschen Hoch- bzw. Fachhochschule entweder das Abitur oder das Fachabitur vorausgesetzt.

An der Hochschule Augsburg wird das Mechatronik Studium mitt einem NC von aktuell 3,4 angeboten, an der Hochschule Hamburg liegt dieser bei 3,2 und an der Hochschule Mannheim muss man sogar einen Schnitt von 2,9 haben, um Mechatronik studieren zu können. Alternativ bieten viele staatliche Universitäten, wie die Universität Magdeburg, Paderborn oder Rostock auch das Mechatronik Studium ohne Zulassungsbeschränkung an.

7. Berufseinstieg

Wie schon eingangs erwähnt, sind Mechatroniker sehr gefragte Arbeitskräfte auf dem Markt. Unternehmen aus der Fahrzeugindustrie, dem Fahrzeug- und industriellen Maschinenbau, aus den Bereichen der Raumfahrt, Nanotechnologie oder der Medizintechnik suchen hier händeringend nach gut ausgebildeten Fachkräften. Da Du als Mechatroniker/in auch in Themen der Informatik versiert bist, kommen für Dich Arbeitgeber aus der Kommunikationstechnik oder Informationstechnik ebenso in Frage. Im Bereich Software-Entwicklung, sofern diese einen guten technischen Background erfordert, bist Du als Mechatroniker/in natürlich auch sehr gefragt.

In der Automobilindustrie locken besonders viele Stellenangebote, die zudem vergleichsweise lukrativ sind. Man kann sich entweder direkt in die Produktion von Fahrzeugen einbringen, oder widmet sich der Planung und Realisierung von Industrieanlagen. Für Unternehmen der Medizintechnik entwickeln und produzieren Mechatroniker diverse diagnostische Systeme, so beispielsweise bildgebende Verfahren wie das CT (computertomographische Geräte) oder das MRT (Geräte zur Magnetresonanztomographie). Aber auch unterstützende lebenserhaltende Geräte für Herz, Nieren oder die Lunge sind in deren Planung und Entwicklung auf die Mechatronik angewiesen, genau so wie Systeme in der Notfall- und Intensivmedizin.

8. Gehalt

Kommen wir nun zu deinem zukünftigen Gehalt. Eine Faustformel dafür gibt es, wie Du sicher bereits ahnst, nicht. Grundsätzlich verdienen Mechatroniker mit einem Master-Abschluss mehr, als Mechatroniker mit einem Bachelor-Abschluss. Schließlich haben die Absolventen hier mehr Zeit und Mühe investiert und sind fachlich auf einem höheren Level. Außerdem spielen Faktoren wie die Größe und aktuelle wirtschaftliche Lage des einstellenden Unternehmens, Deine Arbeitszeiten sowie mögliche Boni eine Rolle.

Ein frischgebackener Mechatroniker verdient nach erfolgreichem Studienabschluss in etwa ab 3.000 Euro brutto im Monat. Eine Obergrenze kann hier nicht ermittelt werden, man kann jedoch von einem Durchschnittswert von ca. 4.000 Euro als Maximum ausgehen. Je länger Du im Unternehmen bist und je nachdem, wie schnell Du beruflich aufsteigst und welche neuen Projekte Dir übertragen werden, ändert sich dieses Gehalt maßgeblich. Große Industrieunternehmen bieten Dir in Sachen durchschnittliches Einstiegsgehalt meist mehr, als Einrichtungen im öffentlichen Dienst oder wissenschaftliche Einrichtungen. Dies ist jedoch keineswegs immer so und stets von der Position und den gewünschten Erfahrungen sowie Hintergrundwissen abhängig.

Die größten Einstellungschancen und auch die breitesten Job-Perspektiven bieten sich denjenigen Mechatronikern, die ihr theoretisches Fachwissen nachweislich mit praktischen Erfahrungen, idealerweise in Form praktischer Auslandssemester, gefestigt haben. Hast Du solche Erfahrungen vorzuweisen, kannst Du in der ersten Gehaltsverhandlung besonders gut punkten.

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