Forensisches Beweismaterial in Beuteln
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28. Jun 2016

UNIcheck

Forensik studieren

Vom Studenten zum Verbrecherjäger

Das Forensik Studium

Forensiker werden heutzutage in unterschiedlichen Bereichen gebraucht: Ein mögliches Einsatzgebiet bietet die naturwissenschaftliche Forensik mit Schwerpunkten in analytischer Chemie und Biologie. In diesem Bereich liegt der Fokus vor allem auf der Auswertung von Beweisen, etwa dem Nachweis von Drogenspuren auf Banknoten oder die Untersuchung von Tatwaffen.

Da kriminelle Handlungen zunehmend auch in der virtuellen Welt stattfinden, gewinnt zum anderen der Aspekt der Cyber-Forensik immer mehr an Bedeutung.  In diesem Bereich werden IT-Experten ausgebildet, die sich z.B. mit Kreditkartenbetrug oder der Wiederherstellung verlorener Daten beschäftigen.

Das Studium der Forensik macht dich also zu einem wichtigen Teil in der Aufklärung von Straftaten – sei es in der virtuellen oder in der realen Welt. Da bei der Aufklärung von Kriminalfällen nicht nur Fachwissen im Bereich der Naturwissenschaften oder der Informatik von Bedeutung sind, ist das Forensik Studium interdisziplinär und sehr praxisbezogen ausgerichtet. Neben Grundkenntnissen in den jeweiligen Fachgebieten vermittelt es darüber hinaus auch Wissen in Themengebieten wie Straf- und Prozessrecht oder Kriminologie.

Vorkenntnisse

Der Beruf des Forensikers ist klar von dem des Gerichtsmediziners abzugrenzen: Während in der Gerichtsmedizin ein Studium der Humanmedizin vorausgesetzt wird, kannst du Forensik ohne medizinische Vorkenntnisse studieren. Je nach Ausrichtung sind Grundkenntnisse in Mathematik, Biologie und Chemie von Vorteil, werden aber nicht vorausgesetzt. Soll es in Richtung Cyber-Forensik gehen, stehen außerdem Informatik-Vorlesungen auf dem Programm. Ein gewisses Geschick im Umgang mit dem Computer ist daher in jedem Fall hilfreich. Nützlich sind außerdem gute Englischkenntnisse, denn in einigen Fällen, wie etwa an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, findet die Hälfte des Studiums in englischer Sprache statt.

Ein Vorpraktikum wird im Bachelor nicht vorausgesetzt. An fast allen Hochschulen ist aber gegen Ende des Studiums eine praktische Phase vorgesehen, die entweder in Form eines Praxissemesters oder eines Praktikums außerhalb der Hochschule absolviert wird. Im Zuge des praktischen Teils ist ein Auslandsaufenthalt in den meisten Fällen grundsätzlich möglich, aber nicht zwingend erforderlich.

Zulassungsbeschränkung

An einigen Hochschulen sind forensische Studiengänge örtlich zulassungsbeschränkt: An der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg etwa lag der NC für Naturwissenschaftliche Forensik im letzten Semester bei 2,0. Auch an der Hochschule Hamm-Lippstadt gibt es eine Zulassungsbeschränkung für Umweltmonitoring und forensische Chemie. Im vergangenen Semester konnten dort allerdings alle Studierenden im Nachrückverfahren zugelassen werden. An der Hochschule Mittweida ist das Forensik-Studium hingegen ohne Beschränkung zugänglich.

Die drei genannten Hochschulen sind die einzigen, die derzeit ein Vollzeit-Bachelor-Studium der Forensik anbieten. Allerdings bereiten auch Studiengänge wie Bioanalytik an der Hochschule Coburg oder Studiengänge der IT-Sicherheit auf eine Karriere als Forensiker vor. Weitere Möglichkeiten sind  berufsbegleitende oder Fernstudien-Angebote, welche allerdings mit teils hohen Kosten verbunden sind.

Das erwartet dich im Forensik-Studium

Zu Beginn deines Studiums musst du dich entscheiden, ob deine Interessen eher im naturwissenschaftlichen oder im Informatik- und IT-Bereich liegen. Lediglich der Studiengang Allgemeine und digitale Forensik in Mittweida vermittelt umfassende Kenntnisse in beiden Bereichen. Die Dauer des Studiums beträgt je nach Hochschule sechs bis sieben Semester und kann entweder mit dem Bachelor of Science (B. Sc.) oder dem Bachelor of Engineering (B.Eng.) abgeschlossen werden.

Im Grundstudium werden je nach Ausrichtung zunächst naturwissenschaftliche Basiskenntnisse bzw. Grundlagen der Informatik vermittelt. Im naturwissenschaftlich orientierten Studium spezialisierst du dich in den höheren Semestern in Bereichen wie forensischer Analytik oder Kriminaltechnik. Innerhalb der IT-Sicherheit sind Schwerpunkte wie Verschlüsselungstechnik und Kryptographie oder digitale Spurensuche möglich. Im Masterstudium hast du außerdem die Möglichkeit,  dich auf Bereiche wie analytische Chemie, Qualitätssicherung oder Toxikologie zu spezialisieren.

Berufsaussichten für Studierende der Forensik

Anders als in Serien wie CSI & Co. ist der Forensiker im wahren Leben eher selten bei der Spurensicherung am Tatort anwesend. Entscheidest du dich für einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt, wird dein Arbeitsplatz das Labor sein. Deine potentiellen Arbeitgeber sind in diesem Fall Kriminalämter oder Unternehmen der pharmazeutischen oder chemischen Industrie. Die analytische Ausrichtung des Studiums bietet dir bei der Jobsuche einen entscheidenden Karrierevorsprung gegenüber anderen Naturwissenschaftlern.

Im Bereich der IT-Forensik kannst du als Sicherheitsexperte  bei Bund, Ländern, Zoll, Staatsanwaltschaft oder Polizei in den öffentlichen Sektor einsteigen. Auch eine Anstellung bei privaten Unternehmen, die sich auf IT-Sicherheit spezialisiert haben oder Großkonzernen, die sich vor Cyberangriffen schützen wollen, ist hier möglich. 


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