Journalismus Studium
Journalismus ist ein anspruchsvolles Handwerk | Foto: Thinkstock/davincidig

16.08.2016

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Hochschulranking Medien und Kommunikation

Die besten Hochschulen im Fachbereich...

Medien und Kommunikation sind eng miteinander verbunden. Mit einem Studiengang in diesem Fachbereich analysierst du unter anderem die Zusammenhänge. Die besten Hochschule ... mehr »

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06. Jan 2019

UNICHECK

Journalismus

Nicht bloß "irgendwas" mit Medien studieren

Journalismus studieren

Das Journalismus Studium befasst sich, im Gegensatz zur Journalistik, mit den praktischen Aspekten der Journalisten-Tätigkeit. Das Studium bietet dir einen Mix aus wissenschaftlichen und praxisbezogenen Modulen.

  1. Inhalte
  2. Ablauf
  3. Journalismus NC
  4. Vorkenntnisse
  5. Studienorte
  6. Berufsaussichten
  7. Gehalt

Studieninhalte

Das Studium des Journalismus teilt sich meist in folgende Kernmodule auf:

  • Grundlagen des Journalismus (u.a. Geschichte, Funktionen, Aufgaben und Leistungen des Journalismus)
  • Weitere kommunikationswissenschaftliche Grundlagen
  • Recherche (u.a. Datenbank-Recherche)
  • Presse- und Medienrecht (u.a. Grundzüge des Presse- und Äußerungsrechts, Datenschutzbestimmungen für Medienunternehmen)
  • Medienökonomie

Zahlreiche andere Module, die je nach Hochschule voneinander abweichen können, beinhalten beispielsweise die Organisation und Entwicklung verschiedener Massenmedien:

  • Themenfindung & Recherche
  • Dreh und Schnitt im Fernsehjournalismus
  • Schreiben und Layout im Online- bzw. Print-Bereich
  • Vertonung im Rundfunk

Außerdem lernst du auch theoretische kommunikations- oder sozialwissenschaftliche Aspekte kennen. Häufig sind die Fachbereiche eng mit den Studienrichtungen "Publizistik/Kommunikationswissenschaft" oder "Medienwissenschaft" verknüpft.

Studienablauf

Grundlagen

Das Journalismus Studium dauert meist 6 Semester. In den ersten Semestern wirst du vor allem die Fachgrundlagen kennenlernen. Dazu gehören nicht zuletzt Grundlagen aus den Gesellschaftswissenschaften, der Informationstechnik, der Kommunikationspolitik und der Medienwissenschaften, sondern dir wird auch grundlegendes Wissen aus Politik, Wirtschaft und Sport vermittelt.

Später lernst du auch die Funktionen und Arbeitsweisen von Redaktionen kennen. Es erwarten dich viele Projektarbeiten, oft auch in der Gruppe und Praktika. In dieser Zeit kannst du den Berufsalltag des Redakteurs erleben und erste praktische Erfahrungen sameln. Auch ein Auslandsaufenthalt für die Verbesserung deiner interkulturellen Kompetenzen ist möglich.

Kenntnisse und Methoden der Datengewinnung, sowie der statistischen Datenanalyse und Datenauswertung werden ebenfalls während der späteren Semester vermittelt. Auch an deiner Textkompetenz wird gefeilt, damit du für den Einstieg ins Berufsleben gut vorbereitet bist.

Vertiefung

Im Verlauf deines Studiums kannst du meist auch verschiedene Vertiefungsrichtungen auswählen, denn einige Hochschulen bieten Journalismus Studiengänge gleich in einer bestimmten Fachrichtung an, zum Beispiel "Kulturjournalistik". Es ist aber auch denkbar, sich auf Sportjournalismus, internationalen Journalismus oder sogar Medienmanagement zu spezialisieren.

Ein Bachelor ist für die Arbeit als Journalist schon vollkommen ausreichend. Willst du nach Studienabschluss jedoch in einem großen Verlag oder überregional arbeiten, solltest du noch für 4 Semester einen Master an dein Studium anschließen.

Ein Praktikum macht sich nicht nur im Lebenslauf gut, sondern hilft auch dabei, den Studienplatz zu ergattern.

Journalismus NC

An öffentlichen Hochschulen ist der Studiengang meist zulassungsbeschränkt, unterliegt also einem Numerus Clausus. Dieser ist, auf Grund der Beliebtheit des Fachs, oft sehr hoch angesetzt – nicht selten im Eins-Komma-Bereich. Wer eine schlechtere Abiturnote hat, muss mit Wartesemestern rechnen. Diese können allerdings mit Praktika in verschiedenen Ressorts der Redaktionen von Print, Rundfunk und Internet überbrückt werden. Einige private Hochschulen bieten das Bachelor Studium auch ohne NC an, verlangen dafür jedoch meistens eine Eignungsfeststellung. Informiere dich dafür am besten auf der Seite der jeweiligen Hochschule.

Mehrere Redakteure raten jedoch angehenden Journalisten davon ab, Journalismus zu studieren. Wenn du beispielsweise Betriebswirtschaftslehre studierst, kannst du dich später auf den Wirtschaftsbereich bei Zeitungen & Co. spezialisieren. Neben dem Bachelor in Journalismus, der sechs Semester dauert, hast du auch die Möglichkeit, einen Master zu machen. Dieser dauert vier Semester. Die Zugangsvoraussetzungen sind von Hochschule zu Hochschule verschieden. Ein Bachelor-Abschluss ist jedoch unumgänglich für dieses Studium.

Vorkenntnisse

Es empfiehlt sich, über folgende Vorkenntnisse und Eigenschaften zu verfügen:

  • Praktikum
  • Erste Arbeitsproben
  • Freude am Schreiben
  • Händchen für Formulierungen
  • Interesse an verschiedensten Themen
  • Neugier
  • Gute Kommunikationsfähigkeit

Ein Praktikum oder eine freie Mitarbeit in einer Redaktion sind zwar nicht bei jedem Studiengang Zulassungsvoraussetzung, schaden kann es jedoch nie, bereits "Berufserfahrung“ vorweisen zu können. Um erste Arbeitsproben zu sammeln, eignet sich auch ein eigener Blog besonders gut. Der Feinschliff erfolgt im Studium und vor allem in der Praxis.

Das Journalismus Studium in Deutschland

Ein Journalismus-Studium wird in verschiedensten Varianten an über 50 Hochschulen Deutschlands angeboten. Eine Übersicht von Hochschulen, die Journalismus Studiengänge anbieten, findest du in unserer Studiengangsuche.

Spezialisierungen

Beispielsweise bietet die TU Dortmund das Fach Wissenschaftsjournalismus an. Hier verbindest du deine erlernten Journalismus-Kenntnisse auch mit deinem Zweitfach, wie beispielsweise Physik oder Biowissenschaften.

An der BSP Business School Berlin gibt es den Studiengang Modejournalismus, bei dem du nicht nur Kenntnisse der Modebranche erhältst, sondern auch eine direkte Verbindung zum Bereich Public Relations hast.

Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bietet die Fachrichtung Technikjournalismus/PR an, wo du dich unter anderem mit Themen aus Energie und Umwelt, aber auch aus Medientechnik und Games beschäftigst.

An der Fachhochschule des Mittelstands hast du die Möglichkeit, Journalismus und Marketing im Studiengang Sportjournalismus & Sportmarketing zu verbinden.

Empfehlenswerte Studiengänge

International Journalism M.A.

Duales Studium

Du möchtest dein Studium mit der Praxis verbinden? Dann ist ein duales Studium wahrscheinlich das, wonach du suchst. Unter anderem bietet die HMKW (Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft) diese Möglichkeit an. Das Studium selbst gliedert sich in drei Phasen: Grundausbildung, betriebliche Praxis und Abschluss der Berufsausbildung. An anderen Hochschulen, wie der IUBH, der Technischen Akademie Wuppertal, oder der dualen Hochschule Baden-Württemberg-Ravensburg, sieht das duale Studium ähnlich aus.

Journalistenschulen

Sehr beliebt sind auch die renommierten Journalistenschulen, die allerdings strenge Aufnahmetests haben. Die erste Vorauswahl wird anhand von Arbeitsproben und Lebensläufen getroffen. Als nächstes wirst du vor Ort getestet und musst dich in persönlichen Gesprächen gegen Mitbewerber durchsetzen. Jedes Jahr gibt es nämlich nur wenige Plätze. Früher hatten Absolventen dieser Schulen keine Schwierigkeiten, eine Redakteursstelle in der Medienwelt Deutschlands zu bekommen. Heute ist dies nicht mehr automatisch der Fall. Dennoch genießen die Journalistenschulen einen guten Ruf.

  • Eine Übersicht der Journalistenschulen Deutschlands findest du hier: www.djv.de

Achtung: An Journalistenschulen kommt auf dich oft eine monatliche oder semesterweise Studiengebühr zu. Einige Schulen, wie die Kölner Journalistenschule, machen diese abhängig vom Gehalt der Eltern: Wenn das Jahreseinkommen deiner Eltern beispielsweise unter 40.000 Euro liegt, belaufen sich diese Gebühren auf 0 Euro, verdienen sie zum Beispiel zwischen 60.000 und 64.999 Euro im Jahr, betragen die Gebühren pro Monat bereits 250 Euro. Andere Schulen, wie die Leipzig School of Media, richten sich nach einem festen Wert pro Semester. Die Axel Springer Akademie unterscheidet sich von anderen Journalistenschulen dadurch, dass du ein Ausbildungsgehalt erhältst. An der Deutschen Journalistenschule musst du keine Studiengebühren zahlen.

Alternative Studiengänge

Vor allem, wenn du bereits mitten im Berufsleben stehst und dich umorientieren willst, ist es oftmals schwierig, Universitäten mit passenden Studiengängen zu finden. Die Triagon Akademie bietet ein berufsbegleitendes Journalismus Studium an. An der Fachhochschule Kiel kannst du Journalismus und Medienwirtschaft außerdem als Fernstudium belegen.

Außerdem hast du die Möglichkeit, Teilzeit Journalismus zu studieren, um Journalist zu werden. Studiengänge dafür bieten beispielsweise die HKMW und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt an.

Empfehlenswerte Studiengänge

Jobs in der Journalismus Branche sind so vielfältig, wie in keiner anderen.

Berufsaussichten für Journalismus-Absolventen

Bevor du ins Berufsleben des Journalisten einsteigst, musst du noch einige Dinge beachten, denn es gibt verschiedene Voraussetzungen und Möglichkeiten.

Volontariat oder Trainee

Nach dem Journalismus-Studium folgt oftmals ein Volontariat. Das ist eine journalistische Ausbildung nach dem Studium, die allerdings keiner festen Regelung folgt und zwischen zwölf und 24 Monaten dauern kann. Volontärsgehälter liegen laut Tarifvertrag zwischen 1.400 und 2.100 Euro. Einige Agenturen oder auch Start-Ups bieten für Berufseinsteiger auch Trainee-Stellen an. Diese werden im Durchschnitt deutlich besser vergütet, als ein Volontariat: Hier verdienst du zwischen 2.400 und 3.800 Euro. Um irgendwann fest in einer Redaktion eingestellt zu werden, solltest du auf jeden Fall eine der beiden Möglichkeiten absolviert haben.

Nach dem Volontariat

Hast du sowohl deinen Abschluss in der Tasche als auch dein Volontariat oder dein Dasein als Trainee hinter dich gebracht, besteht die Möglichkeit, fest bei einer Redaktion einzusteigen. Verschiedene Rollen in der Redaktion sind beispielsweise:

  • Korrespondent: Du arbeitest außerhalb der Redaktion und berichtest über Themen, in denen du dich besonders auskennst.
  • Redakteur: Du verfasst eigene Texte, planst die Texte und redigierst andere Texte.
  • Reporter: Du berichtest direkt vor Ort über das aktuelle Geschehen.
  • Bildredakteur: Du bist verantwortlich für Bildmaterial und Grafiken, die in Artikel eingebunden werden.
  • Kolumnist: Als Kolumnist verfasst du kurze, kritische Meinungsbeiträge.
  • Feuilletonist: Ein Feuilletonist gibt Einblicke in kulturelle Ereignisse.

Auch bei deinen zukünftigen Arbeitgebern hast du viele verschiedene Möglichkeiten:

  • Zeitungen
  • Magazine
  • Internetmagazine
  • Fernsehen
  • PR-Abteilungen
  • Radio/Hörfunk
  • Kulturvermittlung
  • Filmproduktion
  • Verlage
  • Weitere Online-Medien

Beachte dabei, dass es heutzutage insbesondere im Online-Bereich Jobs mit guten Berufsaussichten gibt. Der Print verschwindet zunehmend und wird in den Online-Bereich verlagert. Mögliche Berufsbezeichnungen im Online-Bereich sind:

  • Print Journalist
  • Online Journalist
  • Online Redakteur
  • Content Manager

Der Beruf des Content Managers ist dabei besonders interessant: Nach ungefähr 10 Jahren kannst du in diesem jährlich 60.000 Euro brutto verdienen.

Freiberuflicher Journalist

Als freiberuflicher Journalist bist du unabhängig von einer Redaktion und hast mehr Freiheiten, was deine Content-Erstellung angeht und kannst deine Arbeitszeit frei einteilen. Allerdings musst du auch beachten, dass du dir davor in der Branche erst einmal einen Namen machen musst: Es ist also wichtig, aktiv nach Kunden zu suchen und diesen guten Artikel zu liefern. Außerdem bist du nicht über deinen Arbeitgeber versichert, sondern musst dich komplett selbst versichern. Du kannst hier mit einem Einstiegsgehalt von ungefähr 1.600 Euro brutto im Monat rechnen. Dies ist erst einmal sehr wenig, allerdings kannst du durch das Ausbauen deines Kundenstamms und steigende Erfahrung das Gehalt mit der Zeit durchaus steigern.

Gehalt

Dein Gehalt ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Unter anderem von der Größe des Unternehmens, wobei größere Unternehmen tendenziell ein höheres Gehalt zahlen. Außerdem kann auch der Standort deines Arbeitgebers eine Rolle spielen: So verdienen Journalisten in Bayern am besten, in Sachsen-Anhalt wiederum am schlechtesten. Dennoch solltest du dich davon nicht abschrecken lassen, denn in den beiden Bundesländern unterscheiden sich auch die Lebensunterhaltungskosten sehr stark.

In der Regel kannst du nach einem Bachelor-Abschluss mit einem Einstiegsgehalt von 2.100 bis 2.700 Euro rechnen. Nach einem Master-Studium sind es ungefähr 3.100 Euro. Bedenke jedoch, dass du auf Grund von spontanen Einsätzen am Abend oder Wochenende oft mehr als 40 Stunden in der Woche arbeitest. Mitarbeiter bei Print-Medien haben übrigens den Vorteil, dass sie nach Tarifvertrag bezahlt werden.


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