Darstellung von Saturn mit Ringen
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16.08.2016

Pflanzenspross in Schale unter Mikroskop

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11. Jul 2016

UNIcheck

Astronomie studieren

Der Weltraum. Unendliche Weiten.

Die Astronomie beschäftigt sich mit der Untersuchung von Objekten im Universum. Die Forscher dieses wissenschaftlichen Teilbereiches der Physik erforschen, wie das Universum aufgebaut ist, welche Gesetze in ihm herrschen und wie es entstanden ist. Dabei werden neben den Körpern und der Weltraummaterie auch die mess- und sichtbare Weltraumstrahlung untersucht.

Das Astronomie Studium

Die Astronomie ist in mehrere, sich teilweise überschneidende, Fachbereiche unterteilt. Dabei richtet sich die Einteilung nach den Objekten, die in den jeweiligen Fachgebieten untersucht werden und danach, ob die Forschung innerhalb dieses Gebietes beobachtend oder theoretisch ist.

Die beobachtende Astronomie befasst sich mit der Untersuchung von Strahlung und der Teilchen, die zur Erde gelangen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Gamma-, Röntgen und Infrarotstrahlung sowie auf den Radiowellen.

Im Fachgebiet Astrophysik werden Himmelserscheinungen und deren physikalischen Grundlagen untersucht. Astrophysik ist manchmal ein eigenständiges Studienfach, wird aber auch von einigen Universitäten in Kombination mit Astronomie angeboten und als Teilgebiet der Physik behandelt.

Eng verbunden mit der Astrophysik ist die Kosmologie, die das Universum anhand seiner physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu beschreiben versucht.

Die Astrometrie gilt als das Gegenstück zur Astrophysik. In diesem Fachgebiet dreht sich alles um die Berechnung der Bewegungen von Gestirnen und deren Positionsmessung. Die Sternenkataloge entstehen auf der Grundlage der Erkenntnisse aus der Astrometrie.

Im Bereich der Astrodynamik werden die Bewegungen der einzelnen astronomisch beobachteten Himmelskörper beschrieben.

Ein junger Teilbereich der Astronomie ist die Exoplanetologie. In diesem Forschungsgebiet werden Planeten außerhalb des Sonnensystems anhand ihrer Bewegungen untersucht.

Eine wesentliche Eigenschaft der Astronomie als Studienfach besteht in den zahlreichen Verknüpfungen, die das Fach mit anderen naturwissenschaftlichen Fächern aufweist. Dies gilt auch für die oben aufgeführten Teilbereiche und für ihr Zusammenspiel miteinander. 

Vorkenntnisse

Angehende Studenten sollten Neugierde und Interesse an allgemeinen naturwissenschaftlichen Fragen und Methoden mitbringen. Astronomie hat sehr viel mit Mathematik und Physik zu tun, daher sollte neben Interesse auch eine gewisse Begabung in diesen Fächern vorhanden sein. Bereits zu Beginn des Studiums wird ein gehobenes Niveau im mathematischen Bereich vorausgesetzt, wobei an den meisten Hochschulen Vorkurse angeboten werden, die den Studenten auf das notwendige Niveau bringen. Da die Fachliteratur im Bereich der Astronomie sehr häufig nur auf Englisch vorliegt, ist eine ausreichende Lesekompetenz in dieser Sprache unabdingbar. Ein versierter Umgang mit dem Computer sollte beim Interesse an einem solchen Studium obligatorisch sein.

Zulassungsbeschränkungen

Da Astronomie fast ausschließlich als Schwerpunkt im Physikstudium belegt werden kann, interessiert hier der NC in Physik. Im Wintersemester 2015/16 war das Studium der Physik an den Universitäten, die Astronomie als Teil des Physikstudiums anbieten, zulassungsfrei.

Astronomie Studiengänge in Deutschland

Astronomie wird in Deutschland nicht als eigenständiges Studienfach angeboten; es gehört zu den sogenannten kleinen Fächern. An einigen Universitäten wird es als Studienschwerpunkt innerhalb eines grundständigen Physikstudiums angeboten.
In Heidelberg wird an der Ruprecht-Karls-Universität neben dem Hauptfach Astronomie auch das Hauptfach Physik studiert. Nach dem Masterabschluss ist der Übergang in den Promotionsstudiengang Astronomie möglich. In Bochum existiert ebenfalls ein Lehrstuhl für Astronomie. Astronomie ist an der Ruhr-Universität Bochum als Wahlpflichtmodul innerhalb des Physikstudiums (Physik (B.Sc.)) wählbar. An der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München kann Physik auf Bachelor mit einer astrophysikalischen Komponente studiert werden. Es ist möglich, nach einem abgeschlossenen Masterstudiengang in Astrophysik eine Promotion in Astronomie anzuschließen. Ein Hochschulabschluss mit mindestens »gut« als Note ist die Zugangsvoraussetzung. Auch an der Eberhard Karls Universität in Tübingen ist Astronomie nur als »Vertiefungsfach Astronomie und Astrophysik« im Physikstudium belegbar. An der Universität Halle-Wittenberg besteht die Möglichkeit, Astronomie als Ergänzungsfach auf Lehramt zu studieren. Astronomie kann als ergänzendes Fach zu den Studiengängen Physik, Geographie oder Mathematik gewählt werden.

Ablauf des Studiums

Neben den Modulen, die im Physikstudium belegt werden müssen, kommt es in den Vertiefungsmodulen Astronomie und Astrophysik darauf an, wo die gültigen Modulhändbucher der jeweiligen Hochschule die Schwerpunkte setzen. 

In Bochum stehen die extragalaktische Astronomie, die beobachtende Kosmologie und die Astroteilchenphysik im Mittelpunkt. Ein Praktikum muss ebenfalls absolviert werden. In dieser Stadt gibt es neben der Sternwarte auch ein Planetarium, so dass Bochum für ein solches Studium ideale Bedingungen bietet. 

Beim Astrophysikstudium in München müssen zwei astrophysikalische Vorlesungen und je ein Praktikum und ein Seminar mit Themen aus der Astrophysik absolviert werden. Zudem muss das Thema der Bachelorarbeit aus diesem Bereich stammen. Das Studium findet an der Universitäts-Sternwarte München statt.

Tübingen bietet den Studierenden ein breites Angebot an Modulen, aus denen die benötigten Leistungspunkte gesammelt werden können. Neben der Astrophysik stehen hier Module aus den Bereichen Kosmologie, Veränderliche Sterne, Bau und Entwicklung der Sterne und noch einige andere Themen zur Auswahl. Ein astronomisches Praktikum an den Spiegelteleskopen des Instituts wird angeboten.

An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die das Fach Astronomie als Ergänzungsfach auf Lehramt anbietet, müssen vier Module mit den Inhalten sphärische Astronomie, Himmelsmechanik und Raumfahrt, Kosmologie, Optik und Beobachtungsgeräte absolviert werden. Zum Abschluss dieses Teils des Studiums folgt noch ein obligatorisches Praktikum.

Berufsaussichten und Einstiegsmöglichkeiten nach dem Astronomie Studium

Da das Fach Astronomie in Deutschland ein Teil des Physikstudiums ist und Physiker derzeit gute Chancen am Arbeitsmarkt haben, sind die Berufsaussichten nicht schlecht. Wollen Absolventen allerdings im Bereich der Astronomie tätig werden, so hängen die Aussichten stark von der Finanzierung der verschiedenen Forschungseinrichtungen ab. Um dort eine Anstellung zu finden, ist eine Promotion Pflicht. Auch sollte man sich in diesem Fall mittels Publikationen oder der Mitarbeit an Fachartikeln im angestrebten Bereich bereits einen Namen gemacht haben. Auslandsaufenthalte und der Besuch von Kolloquien sollten ebenfalls selbstverständlich sein. Die Astronomie ist international aufgestellt, Forschungseinrichtungen gibt es weltweit. Dementsprechend werden Absolventen in ganz Europa nach - meist befristeten - Arbeitsmöglichkeiten Ausschau halten müssen. Doch trotz aller Internationalität: Die Anzahl der Arbeitsplätze ist begrenzt. Die meisten Absolventen werden daher wohl eher in verwandten Berufsbildern (Messtechnik, Navigation, Instrumentenbau) eine Anstellung finden. Wenn dir das Veröffentlichen und Schreiben von Artikeln liegt und du eine journalistisch geprägte Laufbahn anstrebst, steht dir auch der Einstieg als Journalist bei einem Fachmagazin offen.


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