Medizin - Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Fakultät/Fachbereich: 
Medizin & Gesundheitswesen
Abschluss: 
Staatsexamen
Regelstudienzeit: 
12 Semester
Standort: 
Mainz
Sprachen: 
Deutsch
Studienform: 
Vollzeitstudium

Veröffentlicht am 25. Mai 2020 um 20:24 Uhr von Gast
Das Studium: Ja, ihr müsst verdammt viel auswendig lernen. Insbesondere nervt es, dass ihr irgendwelche Details wiedergeben müsst. Ganz selten werden ihr gefordert, euer Wissen auf ein neues Thema anzuwenden. Man büßt in diesem Studium einige Fähigkeiten ein, die man sich während der Schulzeit angeeignet habt. Das schmälert eure Zukunftsaussichten, wollt ihr außerhalb der Klinik einen Beruf ergreifen. Das Studium ist dahingehend abwechslungsreich, dass ihr in viele verschiedene klinische Fächer und Naturwissenschaften reinschnuppert. Außerdem belegt ihr in vielen Fächern Laborpraktika. Im Präpkurs werdet ihr einen Körperspender sezieren, in Histologie und Pathologie schaut ihr euch Gewebeschnitte unterm Mikroskop an, in Mikrobiologie untersucht ihr die Wirkung von Antibiotika auf Backterien usw. Andererseits ist das Studium sehr monoton, denn in jedem Fach werdet ihr gefordert, viel Wissen in kurzer Zeit aufzunehmen und auszuspucken. Natürlich hilft es, Zusammenhänge zu verstehen. Damit kann man sich sehr oft eine Lösung herleiten. Aber man kommt auch ohne Verständis oftmals gut durch. Wer auf Verständnis lernen möchte, muss aber zwangsläufig die Vorlesungen besuchen. Diese Zeit geht leider von der Lern- und Freizeit ab. Die Klausuren sind sehr gut zu schaffen. Sie stellen sehr selten eine Herausforderung da. Es kursieren zu jedem Fach unzählige Altklausuren. Der Großteil einer Klausur besteht aus recycelten Fragen. Man kann sich, wenn man das erkannt hat, eine ordentliche Worklife-Balance schaffen. Der Nachteil ist, dass man tatsächlich nur eingeschränkt in der Lage ist, sein Faktenwissen auf neue Schverhalte anzuwenden. Die Fähigkeit zum logischen Denken verkümmert zusehends. Klausuren sind fast ausnahmslos Multiple-Choice-Klausuren. Als ob man in der Realität am Patientenbett steht und fünf Antwortmöglichkleiten aufpoppen und man die richtige auswählen muss. Unsinn. Als Arzt muss man aus wenigen Symptomen kluge Schlussfolgerungen ziehen. Die Praktika in der Klinik verdienen diese Bezeichnung nicht. Bsp. Innere Medizin im 6. Semester: Theoretisch etwa zehn Veranstaltungen zu jede 90 min in versch. Abteilungen. Praktisch läuft es darauf hinaus, dass man gemeinsam mit einem Arzt und fünf Kommilitonen in einem kleinen Raum sitzt und Krankheitsbilder bespricht. Ich habe maximal 30 Minuten in dem ganzen Semester einen Patienten gesehen! Es erschöpft sich dann darin, eine Anamnese zu erheben. Die Kommilitonen haben größtenteils eine Ausbildung absolviert (eine Besonderheit an der JGU). Sie zeigen selten Interesse an den naturwissenschaftlich-akademischen Grundlagen. Das zieht leider die Interaktion und das Niveau in den Veranstaltungen herunter.