Gemüse in Holzkisten
Ökotrophologie ist mehr als die Beratung zur richtigen Ernährung. | Foto: Pexels/ Ed Gregory

16.08.2016

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Autor

26. Jul 2017

UNICHECK

Ökotrophologie studieren

Wissenschaften rund um unsere Ernährung

Beschreibung und Inhalte

Das Studium in dieser Fachrichtung ist weitaus mehr als eine Anhäufung von Informationen über Lebensmittel. Der Begriff Ökotrophologie setzt sich aus den griechischen Wörtern οἶκος für „Haus“ und τροφή für „Ernährung“ zusammen und genau darum geht es auch im Studium. Die Haushaltslehre umfasst wirtschaftliche und auch soziologische Aspekte im Zusammenhang mit Ernährung und den Abläufen der Lebensmittelindustrie.

Der Fokus des Studiums liegt also nicht nur auf Nahrungsmitteln, ihren Inhaltsstoffen und deren Wirkung auf den menschlichen Organismus, sondern auch ihrer Produktion und Distribution. Mit dieser Vielfalt der Studieninhalte wird dir ein viel weiteres Feld für deine spätere Karriere eröffnet.

Voraussetzungen

Um dich für ein Bachelorstudium der Ökotrophologie bewerben zu können brauchst du entweder die allgemeine Hochschulreife oder eine fachgebundene Fachoberschulreife. Der Studiengang ist zulassungsbeschränkt, das heißt es gibt einen lokalen NC. Dieser schwankt für das Bachelor Studium sehr: In der Regel liegt er zwicshen 2,0 und 3,0. Viele Universitäten nehmen auch Bewerber mit einer entsprechenden abgeschlossenen Ausbildung oder ausreichend Berufserfahrung auf.

Ein fachspezifisches Vorpraktikum musst du ebenfalls in vielen Fällen vorweisen können, wenn du keine Berufserfahrung hast. Die genauen Anforderungen findest du auf den Websites der jeweiligen Hochschule.

Ganz abgesehen von deinem Abschluss oder deinen Noten ist es ratsam, die Auffrischungskurse für die naturwissenschaftlichen Fächer zu besuchen, die von den Unis vor Studienbeginn angeboten werden. Denn auch wenn dir Mathe und Chemie in der Schule keine Probleme gemacht haben, kannst du dich in diesen Kursen auf die Anforderungen des eigentlichen Studiums vorbereiten.

Ökotrophologie beinhaltet mehr als nur gesunde Ernährung.

Studienverlauf

Am Beginn deiner Studienlaufbahn stehen erst einmal die Grundlagen, sowohl naturwissenschaftliche, als auch betriebswirtschaftliche. Auf dem Lehrplan stehen also Mathe, Chemie, Biologie, Einführung in die Ernährungswissenschaften und Grundlagen der Unternehmensführung. Neben Fächern wie VWL & BWL erwarten dich außerdem Grundlagen der Anatomie, Argrar- & Ernährungswissenschaft und in der Haushaltsiwrtschaftslehre. An einigen Hochschulen wird außerdem darauf eingegangen, welche verschiedenen Lebensmitteltypen es überhaupt gibt. In höheren Semestern erfolgt in der Regel eine Spezialisierung: So kannst du dich im Ökotrophologie Studium an der FH Münster beispielsweise für Ernährung und Gesundheit, Lebensmittelwirtschaft oder auch Dienstleistungs- und Verpflegungsmanagement entscheiden. So kennst du dich je nach Vertiefung im Anschluss mit verschiedenen Aspekten von Management oder Ernährung aus.

An anderen Unis kannst du ab dem vierten Semester aus verschiedenen Wahlpflichtmodulen wählen, um deinen fachlichen Schwerpunkt zu setzen, darunter zum Beispiel Psychologie für Beratungsgespräche oder Lebensmittelsicherheit und -hygiene. Damit kannst du dich ebenfalls in die Richtung spezialisieren, die deinen Interessen und Wünschen für deine berufliche Zukunft entspricht.

Im Laufe deines Studiums wirst du die Möglichkeit haben Praktika in der Industrie und in der Beratungsbranche zu machen, um dich fachlich weiter zu orientieren, bevor du im sechsten Semester deine Bachelorarbeit schreibst.

Ökotrophologie in Deutschland studieren

Ökotrophologie (B.Sc.) kannst du an der Justus-Liebig-Universität Giessen studieren und danach direkt den passenden Masterstudiengang belegen (Ökotrophologie (M.Sc.)). Die Hochschule Anhalt bietet ebenso Ökotrophologie (B.Sc.) und Ökotrophologie (M.Sc.) an.

Der Bachelor Ökotrophologie (B.Sc.) an der Hochschule Osnabrück ist die optimale Grundlage für den dortigen Masterstudiengang für Lehramt an berufsbildenden Schulen – Teilstudiengang Ökotrophologie (M. Ed.). Dieser Studiengang ist perfekt, wenn du dir vorstellen kannst, später mal als Lehrer zu arbeiten. Die Uni Osnabrück bietet ebenfalls einen Studiengang für Ökotrophologen im Lehramt an.

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg bietet auch Ökotrophologie (B.Sc.) an und hat Food Science (M.Sc.) in ihrem Masterprogramm.

Du könntest dich auch für Ökotrophologie (B.Sc.) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entscheiden, wo du im Anschluss den Master in Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften (M.Sc.) oder Ernährungs- und Verbraucherökonomie (M.Sc.) machen kannst.

Solltest du ein wenig praxisorientierter sein, besteht auch die Möglichkeit auf ein duales Studium im Bereich Ökotrophologie. Wenn du bereits beruflich tätig bist, ist auch ein Fernstudium eine Alternative, um einen Bachelor oder Master zu erhalten. Sollte keiner der angegebenen Studiengänge für dich in Frage kommen, kannst du dich bei uns auch über den Ernährungswissenschaften Bachelor informieren, da sich die beiden Studiengänge sehr ähnlich sind.

Du hast vielfältige Berufsaussichten.

Berufsaussichten für Ökotrophologiestudenten

Natürlich kannst du mit diesem abgeschlossen Studium als selbstständiger Berater Menschen zu ihrer Ernährung beraten und Therapiepläne ausarbeiten. Aber auch Krankenkassen und Pflegeeinrichtungen sind auf dieses Fachwissen angewiesen und beschäftigen häufig ihre eigenen Experten.

Wenn du eher an der Lebensmittelökonomie interessiert bist, ist die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsplanung vielleicht genau das Richtige. Du kannst dich mit diesem Abschluss mit ökonomischen Inhalten in eine Managerposition in der Lebensmittelindustrie hocharbeiten. Wenn du dies planst, solltest du dich in deinem Studium auf jeden Fall auf Wahlpflichtprogramme spezialisieren, in denen du Management bereits kennenlernst.

Da der Begriff Ökotrophologie hauptsächlich in Deutschland verwendet wird, könnte es schwierig werden, international einen Job zu bekommen. Da viele Hochschulen jedoch bereits englischsprachige Module anbieten, kannst du dadurch bereits deine internationalen Kompetenzen stärken. Ein Praktikum im Ausland könnte dir diesbezüglich behilflich sein, solltest du planen, später Deutschland zu verlassen. Nach dem Bachelor kannst du mit einem Gehalt von ungefähr 2.500 € rechnen.

Wenn du nach dem Bachelor noch weiter studiert und danach den Master und eventuell sogar einen Doktortitel in der Tasche hast, kannst du auch eine akademische Laufbahn in der Forschung antreten. Nach einem Masterstudium liegt das Gehalt bei ungefähr 3.000 € und durch mehrjährige Berufserfahrung in dem Feld kann es bis auf 4.500€ steigen.


UNICHECK-Tipp 

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