Panorama des Osnabrücker Marktplatzes
Foto: By Quersus (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wiki
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21. Okt 2015

UNIcheck

Studieren in Osnabrück

Ich komm zum Glück aus Osnabrück!

„Ich komm zum Glück aus Osnabrück“ – Das sagt nicht nur der hier geborene Star-DJ Robin Schulz,  sondern auch einheitlich die Bewohner der niedersächsischen Stadt, die sich den Stempel „Die Glücksstadt“ sogar unter die Schilder am Stadteingang schreibt. Mehrmals haben Umfragen nämlich ergeben, dass hier die glücklichsten Deutschen leben. Neben der Glücks- nennt sich Osnabrück aber auch noch die Friedensstadt. Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß nämlich, dass hier (und in Münster) 1648 der Westfälische Friede geschlossen wurde. 

Geografisch mogelt sich die mittelalterliche Stadt eher in Niedersachsen rein, denn Nordrhein-Westfalen ist in drei Himmelsrichtungen nur wenige Autofahrminuten entfernt. Auch wenn man als Osnabrücker „nur“ etwa 156.314 Nachbarn hat (sagt Wikipedia), ist hier doch einiges los. Das mag zum einen daran liegen, dass die Stadt schon im Mittelalter an eine wichtige Wirtschaftsachse gebaut wurde (gefühlt führt jede Bahnverbindung über Osnabrück). Zum anderen aber – und Achtung, hier wird es für alle Studienwilligen interessant – daran, dass der Anteil der Studenten unter den Bewohnern mit 14% recht hoch ist. Zum Vergleich: In Oldenburg sind es nur etwa 10%. Dass ich ausgerechnet Oldenburg den kleinen Seitenhieb verpasst habe ist übrigens kein Zufall, denn die beiden niedersächsischen O-Städte konkurrieren ein klein bisschen wie die großen NRW-Kollegen Köln und Düsseldorf. Eigentlich Wichtiges, das ich aus Platzgründen nicht unterkriege, gibt´s jetzt noch in Schlagwörtern: Wunderhübsche Altstadt, historischer Weihnachtsmarkt, Domstadt, einzige Großstadt inmitten eines Naturparks, ein bisschen wie Münster – nur kleiner, wird vom Fluss „Hase“ durchquert, probieren: die Osnabrücker Spezialität „Springbrötchen“.

Hochschullandschaft in Osnabrück

Die Anzahl der Hochschulen in Osnabrück ist überschaubar: Es gibt die Hochschule Osnabrück und die Universität Osnabrück. Dafür bieten beide Hochschulen zusammen ein großes Angebot an Studiengängen, nicht wenige gibt es entweder überhaupt oder in der Form nirgends anders. Darunter finden sich die Studiengänge Produktionsgartenbau, Wirtschaftsingenieurwesen Lebensmittelproduktion, Landwirtschaft mit Studienschwerpunkt Pferdemanagemen“  (das Osnabrücker Land ist Pferdeland!) oder „Hebammenwesen“ der Hochschule Osnabrück.

Die Universität trumpft dafür mit einigen interdisziplinären Studiengängen wie „Steuerwissenschaften“ und „Cognitive Science“ oder dem „Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien“ auf. Was nicht unerwähnt bleiben sollte: Beide Hochschulen sind keine klassischen Campus-Hochschulen (auch wenn es einen „Campus Westerberg“ gibt), sondern verteilen sich auf viele, viele Gebäude in der ganzen Stadt. Architekturbegeisterte Studenten finden darunter aber viel Hübsches fürs Auge. Darunter das „Herz“ der Universität, das gelbe Schloss im Zentrum der Stadt, die ehemalige Artilleriekaserne der Hochschule oder die „Vitischanze“, ein umgebauter Teil der Osnabrücker Stadtbefestigung. In Osnabrück findet sich übrigens auch das kleinste Studentenwohnheim Deutschlands: Das kleine Fachwerktürmchen „Haus auf der Stadtmauer“, in dem eine Person auf 19qm wohnen kann.

Studentenleben in der Stadt

Vielleicht ist Osnabrück nicht Berlin, aber ich habe eigentlich nie jemanden getroffen, der die Entscheidung, in Osnabrück zu studieren, bereut hat. Wie schon erwähnt ähnelt Osnabrück Münster in einigen Punkten. Münster mag die bundesweite Fahrradhoheit innehaben, aber Osnabrück folgt dicht in Sachen Drahteselliebe. Hier fährt man Fahrrad! Weil die Infrastruktur das super hergibt, weil einem der Gruppenzwang keine andere Wahl lässt und – weil es weder U- noch S-Bahn gibt.

Ihr wohnt hier zu ganz moderaten Preisen. Sitzt ihr mit Kommilitonen aus allen Bundesländern zusammen, findet ihr mit Sicherheit Leute, die deutlich mehr (Münchener?!) und die deutlich weniger  (Duisburger?!) bezahlen. Ein bei Studenten sehr beliebter Stadtteil ist die „Wüste“, kein Scherz, das ist die hochoffizielle Bezeichnung. Wenn ihr Altbauliebhaber seid, habt ihr in Osnabrück grundsätzlich ganz gute Chancen.

Es gibt zahlreiche nette Cafés (Tipp: Das „Pollyesther´s“) und auch in Sachen Nachtleben ist einiges los, darunter einige eigenwillige, alteingesessene Locations (Alando, Hyde Park), aber auch fancy kleine Clubs und Partyreihen, ob HipHop, Techno oder Alternative. Nicht gänzlich irrelevant für Studenten ist wahrscheinlich auch das Thema „shoppen“. Der Querschnitt in der Osnabrücker Hauptfußgängerzone ist gut bürgerlich gekleidet, adrett, nicht allzu auffällig und gerne auch wetterkompatibel. So ist auch das Shopangebot. Es gibt viel Auswahl an brauchbaren Ketten, nur leider eher wenig individuelle, junge Shops. Die wenigen ihrer Art (zum Beispiel „Montur“) sind aber wirklich cool.

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