Fernstudium Kosten: Mit diesen Ausgaben musst du 2026 rechnen!

Selin Göktas  |  Lesedauer: 16 Minuten

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Was ist eigentlich ein Fernstudium?

Als Fernstudium wird ein Studium dann bezeichnet, wenn es komplett ohne Präsenz-Veranstaltungen auskommt. Du belegst alle deine Kurse digital und eignest dir die Inhalte im Selbststudium mit Büchern und anderen Lehrmaterialien an. Das hat den Vorteil, dass du ortsunabhängig studieren kannst. Auch für ein berufsbegleitendes Studium ist ein Fernstudium oft die bessere Wahl, denn hier ist hohe Flexibilität garantiert. Was letztlich fehlt, ist allerdings des Kontakt zu deinen Kommilitonen:innen. Außerdem kommen auch unter Umständen höhere Kosten auf dich zu, als bei einem "normalen" Studium. Welche das genau sind, liest du hier. 

Wie setzen sich die Fernstudium Kosten zusammen?

Eins steht fest: Das Fernstudium kostet eine Menge Geld. Die Kostenspanne in Deutschland liegt zwischen 1.600 Euro und 20.000 Euro, mit Luft nach oben. Aber was macht das Fernstudium so kostenintensiv?

Der größte Kostenfaktor des Fernstudiums sind die Studiengebühren. Je nach Fernhochschule, Studiengang und Abschlussangebot variieren diese Gebühren. Die anfallenden Kosten legen Fernunis individuell für sich selbst fest. Staatliche Fernhochschulen, wie die Fernuniversität Hagen, berechnen im Vergleich zu privaten deutlich weniger.

Hier siehst du einen Vergleich zwischen Präsenz- und Fernstudium Kosten:

Studienform Typische Kosten (gesamt) Details
Öffentliche Präsenz-Uni (EU/EWR) Semesterbeitrag ca. €200–€900/Jahr Nur Semesterbeiträge, keine Studiengebühren
Öffentliche Uni (Nicht-EU) bis ca. €3.000/Jahr (regionsabhängig) Sonderregelungen in BW/Bayern
Private Präsenz-Uni ca. €10.000–€50.000+ Je nach Hochschule/Fach
Fernstudium staatlich ca. €1.600–€2.700 (Bachelor) Beispiel Fern Uni Hagen
Fernstudium privat ca. €8.000–€20.000+ Sehr stark abhängig vom Anbieter)

Studiengebühren sind aber nicht die einzigen Kosten, die im Fernstudium auf dich zukommen. Zusätzlich können eventuell Gebühren anfallen für:

  • Studienunterlagen
  • Präsenzveranstaltungen und (freiwillige) Seminare
  • Lehr- und Lernmaterialien (zzgl. Porto)
  • Betreuung durch Tutoren oder den Fernlehrenden selbst
  • Online-Campus Zugang
  • eventuell Prüfungs- und Immatrikulationsgebühren  

Unser Tipp an dich: Vergleiche die unterschiedlichen Angebote miteinander und informiere dich auch über Finanzierungsmöglichkeiten wie BAföG oder Stipendien. Manche Hochschulen bieten zudem eigene Möglichkeiten an, das Studium zu finanzieren.

Mögliche Kostenfallen

Neben den reinen Studiengebühren können im Fernstudium weitere Kosten entstehen, die häufig unterschätzt oder erst spät berücksichtigt werden. Diese zusätzlichen Ausgaben gehen über die eigentlichen Fernstudienkosten hinaus und sollten bereits vor Studienbeginn einkalkuliert werden.

Zu den häufigsten Kostenfaktoren zählen unter anderem:

  • Beschaffung von Arbeitsmitteln, wie
    • Laptop oder PC (ggf. Tablet)
    • notwendige Hard- und Software
    • Fachliteratur, Lehrbücher, E-Books und Nachschlagewerke
    • ggf. laufende Kosten für Software-Abonnements oder digitale Tools, sofern diese nicht von der Hochschule bereitgestellt werden
  • Reisekosten zu Präsenzveranstaltungen oder Prüfungen
    Auch bei Fernstudiengängen mit hohem Online-Anteil können verpflichtende Präsenztermine anfallen, z. B. für Prüfungen, Blockseminare oder Laborveranstaltungen.
  • Übernachtungs- und Verpflegungskosten,
    die im Zusammenhang mit Präsenzphasen oder mehrtägigen Veranstaltungen entstehen können. Diese Kosten sind in der Regel nicht in den Studiengebühren enthalten.
  • Eventuelle Verlängerungsgebühren,
    falls das Studium nicht innerhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen wird. Eine Studienverlängerung ist im Fernstudium keine Seltenheit, da dieses besonders zeitintensiv und anspruchsvoll ist.

Bevor du dein Fernstudium beginnst, solltest du dich daher unbedingt bei der jeweiligen Fernhochschule detailliert über alle anfallenden Kosten und Gebühren informieren. Eine sorgfältige Gesamtkalkulation hilft dabei, böse Überraschungen zu vermeiden und das Studium realistisch mit deinem Budget abzugleichen.

Ein besonderer Fokus sollte auf den Verlängerungsregelungen liegen. Viele Fernhochschulen bieten inzwischen eine kostenlose Studienverlängerung von bis zu 12 oder 18 Monaten an. Diese Regelungen sind jedoch häufig an bestimmte Bedingungen geknüpft oder zeitlich begrenzt. Deshalb ist es wichtig, vorab zu prüfen, ob und in welchem Umfang eine Verlängerung im Studienpreis enthalten ist.

So stellst du sicher, dass du auch bei unvorhergesehenen Verzögerungen nicht mit unerwarteten Zusatzkosten konfrontiert wirst und dein Fernstudium finanziell planbar bleibt.

Günstiges vs. teures Fernstudium: Was ist besser? 

Kriterium Günstiges Fernstudium Teures Fernstudium
Studienkosten Niedrige bis moderate Gebühren Hohe Studiengebühren
Qualität Nicht automatisch schlechter Nicht automatisch besser
Inklusive Leistungen Oft Basisleistungen (Studienmaterial, Prüfungen) Häufig zusätzliche Services inklusive
Betreuung & Support Meist eingeschränkt oder standardisiert In der Regel intensive, persönliche Betreuung
Flexibilität Hoch, aber oft stärker auf Selbstorganisation angewiesen Hoch, zusätzlich oft strukturierende Unterstützung
Eigenstudium Sehr hoher Anteil, wenig Begleitung Ebenfalls hoher Anteil, aber mit mehr Support
Abbrecherquote Teilweise höher Oft niedriger, abhängig von Betreuung & Konzept
Für wen geeignet? Disziplinierte Selbstlerner mit begrenztem Budget Studierende, die Struktur und Unterstützung schätzen
Ansehen des Abschlusses Gleichwertig bei staatlicher Anerkennung Gleichwertig bei staatlicher Anerkennung

Kosten von den Steuern absetzen lassen

Viele Fernstudium-Interessenten:innen lassen sich schnell von den immens hohen Studienkosten abschrecken. Was viele allerdings nicht wissen: Studienkosten lassen sich mit einer Steuererklärung nach dem Studium von den Steuern absetzen. Wenn du entsprechende Kriterien erfüllst, kannst du dir so einiges an Geld zurückholen. Ob und wie das funktioniert, hängt von deiner Vorbildung ab. Hierfür gibt es drei Varianten:

Wusstest du, dass...

...viele Fernuniversitäten bieten inzwischen kostenlose oder risikofreie Probezeiten von einigen Wochen bis zu drei Monaten an. In dieser Zeit kannst du herausfinden, ob ein Fernstudium wirklich zu dir passt: Du hast die Möglichkeit, den Online-Campus zu testen, Einblick in die Studienmaterialien zu erhalten und dich mit dem Ablauf des Studiums vertraut zu machen. Solltest du feststellen, dass das Fernstudium nicht deinen Vorstellungen entspricht, kannst du innerhalb der Probephase in der Regel unkompliziert kündigen. Die genauen Bedingungen der Probezeit unterscheiden sich je nach Fernhochschule und sollten vorab geprüft werden.

1. Du hast bereits eine Ausbildung oder ein Erststudium absolviert

Hast du bereits einen Abschluss – ob nun durch deine Berufsausbildung oder ein Erststudium – gemacht, dann zählt das Fernstudium als Zweitausbildung. 

Die Kosten, die für dich hier anfallen und die du von den Steuern geltend machen kannst, nennt man Werbungskosten. 

Nahezu alle Beträge, die du für dein Fernstudium ausgeben musstest, kannst du dir von den Steuern wiederholen. Deswegen solltest du unbedingt alle Belege und Rechnungen sorgfältig aufbewahren, weil diese essenziell für den Nachweis deiner Ausgaben sind.

Deine Studiengebühren kannst du dir in voller Höhe zurückholen sowie weitere Aufwandskosten:

  • Prüfungsgebühren
  • Fahrtkosten
  • Übernachtungs- und Verpflegungskosten bei Pflichtveranstaltungen, Seminaren und Prüfungen
  • Arbeitsmaterialien und -mittel
  • Portokosten
  • Zinsen für den Studienkredit
  • doppelte Haushaltsführung

Damit alles klappt, musst du die Voraussetzung erfüllen, dass es sich bei deinem Fernstudium um eine Weiter- oder Fortbildung handelt, um zum Beispiel deine beruflichen Chancen zu verbessern oder im Job aufzusteigen. Machst du ein Fernstudium aus Hobby oder persönlichem Interesse, sieht es für dich eher schlecht aus, die Steuern als Werbekosten abzusetzen. Denn steht dein Fernstudiengang nicht in Verbindung zu deiner Erstausbildung oder deinem Beruf, dann hast du keinen Anspruch auf das Geld.

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2. Du hast noch keine Ausbildung und kein Erststudium absolviert

Handelt es sich bei deinem Fernstudium um deine erste Berufsausbildung oder dein Erststudium, kannst du die Kosten nur als Sonderausgaben absetzen. Dabei gilt eine jährliche Höchstgrenze von 6.000 Euro, eine vollständige steuerliche Rückerstattung ist nicht möglich. Der Grund: Das Finanzamt wertet Erststudium und Erstausbildung nicht als Weiterbildung, sondern als grundlegende Qualifikation für die Berufsausübung.

Bist du Vollzeit-Fernstudierend und hast kein oder nur ein geringfügiges Einkommen unter dem Steuerfreibetrag, kannst du dein Fernstudium steuerlich nicht geltend machen, da du keine Steuern zahlst. Bei einem berufsbegleitenden Fernstudium hingegen lassen sich zumindest Teile der Kosten steuerlich absetzen.

3. Du bist selbstständig oder Freiberufler:in

Als Selbstständige:r oder Freiberufler:in werden Kosten fürs Fernstudium nicht Werbungskosten oder Sonderausgaben genannt, sondern Betriebsausgaben. Nutzt du das Fernstudium, um dein Einkommen zu sichern und zu erhalten, kannst du ebenfalls, wie auch bei Werbekosten, die volle Höhe der Studiengebühren einkassieren. Dazu zählen auch die Extrakosten, wie Fahrtkosten, Literaturbeschaffung, Kauf von Arbeitsmittel und noch viel mehr.

Im Falle des Fernstudiums als Selbstständige:r oder Freiberufler:in wird dieses als eine Weiterführung des Unternehmens und die Einnahmesicherung dessen anerkannt. Allerdings solltest du beachten, dass das Fernstudium auch hier einen relevanten Bezug zu deinem Job oder Unternehmen haben muss und nicht aus persönlichem Interesse erfolgt, denn dann wird deine Steuererklärung abgelehnt.

Fernstudienfinanzierung: Deine Möglichkeiten

Das Absolvieren eines Fernstudiums ist ein wertvoller Karrieresprung für dich - du kannst dich auf ein erhöhtes Gehalt sowie mehr Verantwortung freuen. So weit, so gut, nur wie sollen die hohen Studiengebühren bezahlt werden?

Tatsächlich hast du mehrere Möglichkeiten, um ein Fernstudium zu finanzieren.

  • eigenes Einkommen
  • Ersparnisse 
  • Förderung vom Staat
  • finanzielle Unterstützung (von der Familie oder dem / der Partner /-in)
  • Finanzierung durch den /die Arbeitgeber /-in
  • Studienkredite
  • BAföG
  • Stipendien

Außerdem solltest du berücksichtigen, dass du die Studiengebühren von den Steuern absetzen kannst und dir somit einige – sogar fast alle – Ausgaben zurückholen kannst.

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FAQs: Häufige Fragen

Wann kann ich mein Fernstudium als Werbungskosten absetzen?

Wenn du bereits ein Erststudium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen hast und daraufhin ein Fernstudium zur Weiter- oder Fortbildung nutzt, hast du die Möglichkeit, deine Fernstudienkosten, hier Werbungskosten genannt, in voller Höhe von den Steuern abzusetzen. Auch ein anschließendes Studium, wie zum Beispiel das Master-Fernstudium, zählt dazu.

Lohnt es sich Geld für ein Fernstudium auszugeben?

Die einfache Antwort lautet immer: Ja! Allerdings ist es stark davon abhängig, was du mit deinem Fernstudium erreichen möchtest. Erhoffst du dir ein besseres Gehalt, eine höhere Position in der Berufswelt oder deine persönliche akademische Weiterbildung, dann ist ein Fernstudium auf jeden Fall eine initiative Investition in dich selbst. Außerdem kommt ein Fernstudium bei Arbeitgebern /-innen gut an.

Was passiert, wenn ich mein Fernstudium nicht in der vorgesehenen Regelstudienzeit beenden kann?

Die wenigsten schaffen es, das Fernstudium in Regelstudienzeit zu absolvieren. Daher bieten die meisten Fernuniversitäten eine kostenlose Studienverlängerung von bis zu 18 Monaten an.

Gibt es ein kostenloses Fernstudium?

Ein komplett kostenloses Fernstudium wird von keiner Fernhochschule in Deutschland angeboten. Was allerdings angeboten wird, ist ein kostenloses Probestudium von einem bis drei Monaten. Die einzige Möglichkeit auf ein kostenloses Fernstudium ist nur durch das Erhalten eines Vollstipendiums denkbar.

Ist das Fernstudium an einer staatlichen oder privaten Fernuniversität besser?

Auf diese Frage gibt es pauschal keine Antwort. Welche Art Fernhochschule besser zu dir passt, hängt von deiner Persönlichkeit, deinen Erwartungen sowie deinen finanziellen Mitteln ab. Ein Blick auf die Abbruchquote der Fernuni könnte dir womöglich dabei behilflich sein, dich für eine Fernuni zu entscheiden, wo Studierende erfolgreich ihr Fernstudium absolvieren und es nicht zu übermäßigen Studienabbrüchen kommt.

Fernstudium Kosten im Überblick

  • Informiere dich bereits im Vorfeld über alle anfallenden Fernstudium Kosten, um böse Überraschungen zu vermeiden. Berücksichtige unbedingt, welche Angebote die Studiengebühren beinhalten und welche Extrakosten auf dich zukommen können.
  • Du hast verschiedene Möglichkeiten, mit denen du dein Fernstudium finanzieren oder dir unter die Arme greifen lassen kannst. Neben Studienkrediten und BAföG bieten auch viele private Fernunis Stipendien an.
  • Vergiss nicht, dass du einiges an Studienkosten von den Steuern absetzen kannst. Gerade, wenn es sich um eine Zweitausbildung beziehungsweise Weiterbildung handelt, kannst du dir die gesamten Studienkosten zurückholen.

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