Stadtpark Glacis in Neu-Ulm
Foto: Stadt Neu-Ulm
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28. Feb 2017

Petra Vögele

Studieren in Neu-Ulm

Das Ulm auf dem rechten Donauufer

Bayerisch und schwäbisch ist die Stadt Neu-Ulm, die als „Ulm auf dem rechten Donauufer“ vor etwas mehr als 100 Jahren ihre Historie begonnen hat. Die Donau als Grenze zwischen Bayern (Neu-Ulm) und Baden-Württemberg (Ulm) spielt eine wichtige Rolle, die die Städte zwar geographisch trennt aber auch kulturell verbindet.

Der karnevalsähnliche Wasserumzug „Nabada“ (hinunter baden) findet jährlich im Juli statt. Im Rahmen der Schwörwoche, einem regionalen Fest mit Tradition, feiern hier beide Donaustädte. Die Donau ist dann Schauplatz für Motto-Boote, Paddler, Schwimmer und den ganzen Schwörmontag lang wird in Ulm und Neu-Ulm an den Donauufern und in den Innenstädten gefeiert, getanzt, gesungen.

Alle vier Jahre findet auf dem Fluß zusätzlich an zwei Sonntagen das sogenannte Fischerstechen statt. Dabei handelt es sich um einen historischen Brauch, der bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Das Spektakel, bei dem sich jeweils Fischer auf zwei Booten gegenüberstehen und nicht "nass" werden dürfen, zieht viele Besucher an und ist sehr sehenswert. Vom Neu-Ulmer Ufer gibt es zudem einen schönen Blick auf das Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt. 

Die Donau grenzt an den Süden der Schwäbischen Alb, einem Mittelgebirge in Süddeutschland. Neu-Ulm hat neben der Donau aber auch viele Seen in den Ortsteilen zu bieten. Ausflüge auf die Schwäbische Alb sind genauso möglich wie an den Bodensee weiter südlich, in den Schwarzwald im Südwesten oder den Bayerischen Wald im Südosten Deutschlands. Durch die günstige Lage sind Studierende auch schnell mal im Allgäu oder in der Schweiz oder Österreich

Die Stadt Neu-Ulm hat etwa 60 000 Einwohner. Zwar nicht wohnhaft in Neu-Ulm, aber 1957 hier geboren, ist TV-Moderator, Kabarettist und Schauspieler Harald Schmidt. Berühmte verstorbene Persönlichkeiten der Stadt sind beispielsweise Edwin Scharff, Maler und Bildhauer, und Hermann Köhl, Flugpionier. Ihm ist 1928 zusammen mit zwei Begleitern die erste Atlantiküberquerung mit einem Flugzeug von Ost nach West gelungen. Köhl gelang damit ein Meilenstein der Luftfahrtgeschichte. 

Neben dem Edwin-Scharff-Haus an der Donau gibt es in Neu-Ulm das Edwin-Scharff-Museum am Petrusplatz in der Stadtmitte. Zum Verweilen, zum Spazierengehen und zu kostenlosen Konzerten laden die Glacis-Anlagen inmitten der bayerisch-schwäbischen Stadt ein. Im ansässigen Biergarten finden auch ab und an Public-Viewing-Events statt. Ein Rundgang lohnt sich dort auch im Winter, denn vor allem dann - wenn die Blätter der Bäume und Hecken abgefallen sind - sieht man den Wasserturm, das Wahrzeichen Neu-Ulms. Der Spazierweg auf einem Teil der Bundesfestung ermöglicht einen herrlichen Blick von oben auf den Park.

Sehr sehenswert sind in Neu-Ulm wie in Ulm die Überreste der Bundesfestung, eine der größten Festungsanlagen Europas, die auch durch den Festungsweg erkundet werden kann. Heute werden Teile der Anlage für Events, Musicals oder Clubräume für Studierende genutzt. Nur wenige hundert Meter von der Hochschule Neu-Ulm entfernt liegt auch ein Teil der Bundesfestung, die sogenannte Ludwigvorfeste. In diesen Gewölben gibt es heute Restaurants, Geschäfte und auch Veranstaltungen.  

Hochschullandschaft in Neu-Ulm

In Neu-Ulm gibt es die Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm, kurz die HNU. Die Hochschule teilt sich in drei Fakultäten auf: Wirtschaftswissenschaften, Informationsmanagement, Gesundheitsmanagement. Die HNU ist eine internationale Business School mit vielen Partnerhochschulen weltweit und mit vielen Kontakten zu Unternehmen in der Region.

Die HNU ist an drei Standorten - in der Wileystraße, Steubenstraße und in der Edisonallee - vertreten. Durch den Neubau, der 2018 fertig sein wird, wird die HNU zum Hochschul-Campus. 

Studentenleben in Neu-Ulm

Die Schauspielerin Marlene Dietrich verstarb 1992 in Paris, und seit 1993 ziert ihr Nachname das Kino in Neu-Ulm, das Dietrich-Theater. Das Kinogelände liegt in unmittelbarer Nähe zu Studierendenwohnheimen in der Heinz-Rühmann-Straße und der Wileystraße. Ulm und Neu-Ulm bieten als Studentenstädte zahlreiche Ausgehmöglichkeiten und Events. Zum Feiern gehen die meisten Studierenden nach Ulm, z.B. ins Besitos zum Cocktailabend oder in Clubs wie „Frau Berger“, „Myer’s“, „Eden“, „Hinteres Kreuz“, u.v.m. 

Neu-Ulm und Ulm boomen: Drei Hochschulen und die Lage in einer wirtschaftsstarken Region mit schnellen Anbindungen nach München, Stuttgart und ins Allgäu ziehen viele Studierende, Familien und Arbeitnehmer an. Der Wohnraum in Ulm und Neu-Ulm ist daher eher knapp. Insgesamt gibt es in Ulm und Neu-Ulm aber 14 verschiedene Studierendenwohnheime. Dort ist das Wohnen am günstigsten.

Die Lebenshaltungskosten in Neu-Ulm liegen monatlich bei etwa 600 bis 700 Euro. Mit dem Semesterticket können Studierende den öffentlichen Personennahverkehr in Ulm und Neu-Ulm und etwas außerhalb Bus, Straßenbahn, und die Regionalzüge der Deutschen Bahn nutzen. Die Campus Card der HNU ermöglicht auch ein Fahren ohne Semesterticket, und zwar montags bis freitags ab 19 Uhr und am Wochenende ganztägig. Mit dem Fahrrad, dem Longboard oder zu Fuß sind Studierende auch schnell vom Campus bei den Neu-Ulmer Wohnheimen – oder auch in Ulm. Ein Auto ist nicht zwingend nötig, da in den Städten Ulm und Neu-Ulm alles sehr gut zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar ist.   

Neu-Ulm ist Große Kreisstadt, mit etwa 3 900 Studierenden an der HNU. Zusammen mit den Ulmer Hochschulen hat die Region rund 20 000 Studierende und ist dadurch sehr belebt. 

Wer während des Studiums arbeiten will oder muss, der findet in Neu-Ulm auch einen Job. Egal ob als Werkstudent oder in einer Bar, einem Café oder mal als Ferienjob. Auch nach dem Studium bieten Neu-Ulm und Ulm den Alumni Karrierechancen durch die zahlreichen und auch namhaften Unternehmen und Konzerne, die in der bayerischen Stadt ansässig sind.

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