Blick über das Südviertel von Marburg
By Andreas Trepte (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)]
Autorenbild

26. Okt 2015

UNIcheck

Studieren in Marburg

Malerische Fachwerkidylle an der Lahn

Die mittelhessische Stadt Marburg an der Lahn hat viele Facetten: romantische Fachwerkidylle, eine verwinkelte Altstadt, die man entweder über viele Treppen oder aber einen Aufzug erreichen kann, und eine geschichtsträchtige Vergangenheit als älteste Universitätsstadt Deutschlands auf der einen Seite. Moderner Wissenschaftsstandort, lebendige Studentenkultur und überregionale Bekanntheit durch innovative Forschungsleistungen auf der anderen Seite. Zwischen den hessischen Metropolen Frankfurt am Main und Kassel gelegen ist Marburg besonders in den Branchen Medizin und Pharmazie überregional bekannt, unter anderem durch den Marburger Bund und das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie.

Neben der Philipps-Universität Marburg zählen das Universitätsklinikum Gießen und Marburg, der Standort Behringwerke mit seinen verschiedenen Unternehmen sowie die Deutsche Blindenstudienanstalt zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Malerisch oberhalb der Stadt gelegenes Landgrafenschloss und ehrwürdige Alte Universität, moderne Forschungseinrichtungen auf den Lahnbergen und ein studentisch geprägtes Stadtbild: Marburg ist eine lebendige Stadt der Wissenschaften mit historischem Charme.

Hochschullandschaft in Marburg

Marburg beherbergt zwei staatliche und zwei private Hochschulen: Neben der Philipps-Universität Marburg mit ihren knapp 25.000 Studierenden sind hier die staatliche Archivschule Marburg, die Evangelische Hochschule Tabor sowie die Private Fachhochschule der Wirtschaft ansässig.

Die bereits 1527 gegründete Universität bietet untergliedert in 16 Fachbereiche eine breite Palette an Studiengängen, die von den klassischen Fächern wie Medizin, Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Geisteswissenschaften bis hin zu exotischeren Studienangeboten reichen. Abenteuer- und Erlebnispädagogik, Europäische Ethnologie, Religionswissenschaften oder Medien und kulturelle Praxis: die Liste der Nischenstudiengänge ist lang und ermöglicht vielseitige Fächerkombinationen. Vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich, besonders in den Fächern Biologie, Chemie, Pharmazie und Psychologie, kann die Philipps-Universität in Rankings durch herausragende Forschung und sehr gute Studienbedingungen überzeugen.

Am Standort international renommierter High-Tech-Unternehmen bestehen verschiedene Kooperationen zwischen Universität und ortsansässigen Unternehmen wie die "Initiative Biotechnologie und Nanotechnologie e.V.", um die effektive Vernetzung von Forschung und Wirtschaft zu fördern. Zu zahlreichen An-Instituten, das heißt, an die Universität angegliederte Institute, bestehen Kooperationsvereinbarungen, die das universitäre Lehrangebot bereichern. Dazu zählen die Christoph-Dornier-Stiftung für klinische Psychologie, das Institut für Wirtschafts- und Sozialethik oder auch das Katholisch-Theologische Seminar der Theologischen Fakultät Fulda.

Weltweit vernetzt ist die Universität Marburg durch Kooperationen mit internationalen Hochschulen und durch 500 Erasmus-Verträge mit 210 Hochschulen innerhalb Europas. Eine Besonderheit der Universität Marburg ist sicherlich die Blindenstudienanstalt. Nirgendwo sonst in Deutschland studieren mehr blinde oder stark sehbehinderte Menschen als in Marburg - und ein Blindenhund als stiller Mitstudent im Seminar ist hier keine Seltenheit.

Studentenleben in Marburg

"Andere Städte haben eine Universität – Marburg ist eine." Um dieses geflügelte Wort kommt nicht herum, wer sich über die Studentenstadt Marburg informiert. Und tatsächlich durchzieht studentisches Leben das Stadtbild: Mehr als jeder dritte der circa 73.000 Einwohner ist Student. Bis zur Fertigstellung des neuen Campus am Alten Botanischen Garten sind zahlreiche Fakultäten über die gesamte Innenstadt verteilt. Von der Evangelischen Theologie in der Oberstadt über die Rechtwissenschaften in der Universitätsstraße bis zu den Geisteswissenschaften im Wilhelm-Röpke-Haus und dem Zentralen Hörsaalgebäude in der Stadtmitte: Die Wege zwischen den einzelnen Instituten sind kurz und fußläufig oder mit dem Bus gut erreichbar.

Ein Großteil der naturwissenschaftlichen Fachbereiche ist auf den Lahnbergen untergebracht, die sich circa sechs Kilometer entfernt vom Stadtkern befinden. Für eine gute Busverbindung ist gesorgt, allerdings sollten Studierende mit bestimmten Fächerkombinationen entsprechende Zeit einplanen, um zwischen den einzelnen Veranstaltungen die Lahnberge hinunter oder wieder hinauf zu kommen - eine spezielle Herausforderung, die den Lehrenden hier aber nicht fremd ist und der man mit der nötigen Toleranz begegnet. Praktischerweise ermöglicht das Semesterticket freie Fahrt innerhalb Hessens und teilweise auch bis zu Zielen in angrenzenden Bundesländern, etwa Heidelberg oder Mainz.

Wie in den meisten Studentenstädten ist der Wohnungsmarkt zu Semesterbeginn hart umkämpft und es lohnt sich, frühzeitig auf Wohnungssuche zu gehen. In Marburg als einer "Hochburg der WGs" lebt die Hälfte aller Studierenden in Wohngemeinschaften, besonders beliebt sind dabei - nicht nur aufgrund ihrer zentralen Lage - die Oberstadt, das teurere Südviertel oder auch der Stadtteil Weidenhausen mit seinem traditionellen Flair. Rund 250 Euro Kaltmiete kostet durchschnittlich ein WG-Zimmer, während der Preis für ein 1-Zimmer-Appartment bei circa 14,60 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegt. Günstiger lebt es sich im Stadtteil Wehrda, der sehr gut mit dem Bus erreichbar ist, sowie im Marburger Umland, wobei ein Auto dann empfehlenswert ist. Mehrere Studentenwohnheime wie das Collegium Philippinum oder das Studentendorf zwischen Innenstadt und Lahnbergen bieten relativ preisgünstige Unterkünfte. Wer eines der heiß begehrten Zimmer in den "Schlosswohnheimen" ergattert, kann sich besonders glücklich schätzen: Idyllisch unterhalb des Landgrafenschlosses gelegen und umgeben vom Grün der großzügigen Gartenanlagen lässt es sich hier nahezu fürstlich leben.

Hat man die leidige Wohnungsfrage geklärt, lockt die Universitätsstadt nicht nur mit einem breiten Lehrangebot, sondern auch mit zahlreichen Freizeitaktivitäten und einer lebendigen "Kneipenkultur". Egal, ob "Café Barfuß", "Maxx", das urige "Hinkelstein" oder auch das "Quod Libet" – jedes Lokal hat seinen eigenen Charakter und gehört zu Marburg wie Kopfsteinpflaster, Fachwerkhäuser und die zahlreichen Studentenverbindungen. Sportfans kommen bei knapp hundert Sportarten des Hochschulsports auf ihre Kosten und können sich auf dem jährlichen "SportDies" im Sommer verausgaben, die Musiker unter den Studenten finden im Studenten-Sinfonieorchester, der Studierenden-BigBand oder dem UniChor ihre Berufung.

Ein Highlight des Marburger Sommers ist das Drachenbootrennen im Rahmen des Stadtfestes "Drei Tage Marburg", wenn die Mannschaften der verschiedenen Fachbereiche mit originellen Kostümen und ausgelassener Wettkampfstimmung gegeneinander antreten. Beschaulich, manchmal ein wenig alternativ und ziemlich familiär: Wer von der Großstadt träumt, verlässt Marburg, sobald sich eine Gelegenheit ergibt. Manches durch Zulassungsverfahren in Marburg gestrandete Großstadtkind hingegen verliebte sich in die gemütliche Stadt an der Lahn und wollte am Ende gar nicht mehr weg. Was vielleicht auch gar nicht nötig ist: Naturwissenschaftlern und Medizinern bieten die zahlreichen Forschungsinstitute, die ansässigen Unternehmen und Kliniken beste Jobchancen und auch für Geisteswissenschaftler eröffnen sich Einstiegsmöglichkeiten in Forschung und Lehre.

Nebenjobs, Praktika und Einstiegspositionen in Nürnberg findest du im UNICUM Karrierezentrum.

Wie teuer ist das Leben in Nürnberg? Alle Infos im UNICUM Lebenskostenrechner.

Artikel-Bewertung:

3.12 von 5 Sternen bei 49 Bewertungen.

Passende Artikel

Deine Meinung: