Blick auf den Friedrichsplatz mit Fridericianum in Kassel
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29. Okt 2015

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Studieren in Kassel

Lebhafte Kunstszene und einzigartige Museumslandschaft

Die kleine Großstadt Kassel hat ca. 200.000 Einwohner. Sie wird eingerahmt von den waldreichen hessischen Mittelgebirgen. Der berühmte Bergpark Wilhelmshöhe, seit 2013 Weltkulturerbe, verbindet die städtische Kultur mit den Naturschönheiten der Umgebung. Die nordhessische Metropole liegt verkehrsgünstig in der Mitte Deutschlands. Hier kreuzen sich wichtige ICE-, Fernbus- und Autobahn-Strecken.

Weltruf genießt Kassel alle fünf Jahre, wenn die Documenta, die wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst, Gebäude, Plätze und Parks der Stadt bespielt. Doch auch außerhalb der Documenta-Jahre hat Kassel mit seinem Staatstheater, seiner Museumslandschaft und einer jungen lebhaften Kunstszene viel zu bieten. Die Wirtschaft der Stadt war ursprünglich geprägt von öffentlichen Einrichtungen wie dem Bundessozialgericht und dem Regierungspräsidium sowie Produktions- und Entwicklungsstätten für Fahrzeugbau und Verkehrstechnik. Als Einkaufs- und Handelszentrum hat Kassel seit der deutschen Wiedervereinigung aufgrund seiner zentralen Lage stark an Bedeutung gewonnen. Dienstleistungen, besonders im Bildungs-, Veranstaltungs- und im informationstechnischen Bereich sind ein weiterer wichtiger Standortfaktor.

Hochschullandschaft in Kassel

Die Universität Kassel, gegründet 1971 und seitdem im ständiger Expansion begriffen, bietet an verschiedenen Standorten ein breites Spektrum an grundständigen und weiterführenden Studiengängen sowie Studiengänge im dualen Studium an.

Die Kunsthochschule Kassel ist als teilautonomer Fachbereich organisiert. Sie ist Nachfolgerin der bereits 1777 gegründeten Kunstakademie, die nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in neu errichteten Gebäuden direkt am Auepark wiedergegründet wurde. Hier werden  Kunstpädagogen, Künstler, Designer und Kunstwissenschaftler ausgebildet. Viele kulturelle Projekte in der Stadt haben von hier ihren Anfang genommen. Bundesweit wegweisend für die praxisnahe Ausbildung in den Lehramtsstudiengängen wurden die „Schulpraktischen Studien“ der damals noch als „Gesamthochschule Kassel“ bezeichneten Universität.

Der Fachbereich Elektrotechnik und Informatik ist im Bereich der ehemaligen Ingenieurschule an der Wilhelmshöher Allee angesiedelt. Zu seinen Schwerpunkten gehören die Bereiche regenerative Energien, Nanostrukturwissenschaften sowie Software-Engineering und Mess- und Regeltechnik. Zahlreiche erfolgreiche Ausgründungen belegen seine wissenschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung über die Region hinaus. Hauptstandort der Universität Kassel ist der expandierende Standort am Holländischen Platz.

Auf dem Areal, das als früherer Standort des Fahrzeugherstellers Henschel seine Geschichte nicht verleugnet, sind auch die großzügig erweiterte Zentralmensa und die Universitätsbibliothek angesiedelt. Der hier ansässige Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung zeichnet sich aus durch eine bewusst interdisziplinäre Ausrichtung der drei Studiengänge, die das Arbeiten in gemeinsamen Projekten ermöglicht.

Auch die Fachbereiche Geistes- und Kulturwissenschaften, Bauingenieur- und Umweltingenieurwesen und Maschinenbau setzen auf interdisziplinäres Arbeiten. Der Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften arbeiten derzeit noch am Standort AVZ (Aufbau- und Verfügungszentrum) im Stadtteil Oberzwehren. Der international aufgestellte Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaft mit seinen 28 Lehr- und Forschungsabteilungen befindet sich am Standort Witzenhausen, an dem schon seit mehr als 100 Jahren auf diesem Gebiet geforscht wird.

Studentenleben in Kassel

Als kulturelles Zentrum und Großstadt hat Kassel natürlich auch neben der Universität viel zu bieten. Die steigende Anzahl der Studenten sorgt allerdings dafür, dass ide Lage auf dem Wohnungsmarkt angespannt ist. Im Vergleich mit anderen Städten sind die Preise zwar noch moderat, es wird aber zunehmend schwieriger, eine geeignete Wohnung zu finden. Für die über 20.000 Studenten stehen nur gut 1000 Wohnheimplätze zur Verfügung. An 14 Standorten werden möblierte Zimmer, Einzelappartements und Gemeinschaftswohnungen günstig vermietet.

Das Studentenwerk bemüht sich, auch private Wohnungen oder Zimmer zu vermitteln. Besonders beliebt bei Studenten sind WG-geeignete Wohnungen in der Nordstadt in Uni-Nähe, die noch unrenoviert und damit preisgünstig sind. In der Nähe der Kunsthochschule liegen solche Wohnungen in der Frankfurter Straße nebst Seitenstraßen. Das In-Viertel vorderer Westen mit seinen schönen Gründerzeithäusern und der guten Verkehrsanbindung ist nach wie beliebt. Viele neu renovierte und sanierte Wohnungen sind aber mittlerweile zu teuer für Studenten. Kasseler Studenten sind über ihren Semesterbeitrag automatisch Mitglied beim komfortablen Fahrradverleihsystem Conrad. Das erspart mühsame Wartungsarbeiten und die Angst vor Fahrraddiebstahl.

Nachts spielt sich das Studentenleben in den Szene-Kneipen rund um den Campus und den Kulturbahnhof ab. In der Frankfurter Straße nahe der Kunsthochschule hat sich eine junge Galerieszene mit spannenden Events entwickelt. Passend zum Image als Kunstmetropole besticht Kassel durch viele interessante Museen. Für Studierende, die sich gerne an der frischen Luft vom stressigen Alltag erholen wollen, bietet der Bergpark Wilhelmshöhe Entspannungsmöglichkeiten.

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