Alte Forstakademie in Eberswalde
Foto: Stadtcampus HNE Eberswalde | Berit Künzelmann
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01. Mär 2017

Josefine Brodhagen

Studieren in Eberswalde

Waldsstadt und Hochschulstandort

Eberswalde ist die Kreisstadt des Landkreises Barnim, liegt im Nordosten Brandenburgs in der Nähe Berlins und zählt rund 40.000 Einwohner*innen. Den Beinamen Waldstadt erhält sie durch ihre vielen und leicht zu Fuß zu erreichenden Wälder in der Umgebung. Bereits 1860 wurde hier mitten im Wald der Standort der Höheren Forstlehranstalt gegründet. Auf diesem traditionellen und historischen Gelände liegt der heutige Waldcampus, auf dem immer noch Forstwirtschaft gelehrt wird.

Durchzogen wird die Stadt Eberswalde vom ältesten noch schiffbaren Kanal Deutschlands, dem Finowkanal. Seine inzwischen flussähnliche natürliche Vegetation lädt im Sommer zum Erholen ein. Mit den hochschuleigenen Kanus kann die Reise bis zum Schiffshebewerk in Niederfinow mit eigener Muskelkraft vorgenommen werden.

Kulturell hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Mit dem Filmfest Provinziale kommt im Herbst ein bisschen Glamour in die Kreisstadt, bei Jazz in e. und dem PurPur-Festival im Forstbotanischen Garten kann man das Tanzbein schwingen oder auf dem gemütlichen kleinen Weihnachtsmarkt zur Adventszeit regionale Spezialitäten probieren.

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der schönste kleine Zoo Deutschlands. Hier leben Wölfe und Braunbären zusammen, für Kinder gibt es tolle Spielplätze und einige Affen dürfen auch ohne Aufsicht durch den Zoo spazieren. Wer sich hier auf dem Tigerturm einen Stempel abholt, kann zusammen mit einem Besuch auf dem Kirchturm der Maria-Magdalenen-Kirche, dem Wasserturm in Finow und dem Aussichtskran im Familiengarten den Eberswalder Höhenpass ablegen.

Wer sich im Anschluss in eine der zahlreichen kleinen und großen Kneipen der Stadt begibt, kann unter Umständen auch in den Genuss des Finower Kanaldeutschs kommen. Ein Dialekt zwischen plattdeutsch und berlinern, den die heimische Band „Die Schwärzefüße“ gern mal auf die Schippe nimmt.

Hochschullandschaft in Eberswalde

Zentral gelegen oder mitten im Wald – die beiden Campus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde sind nur etwa zehn Minuten zu Fuß voneinander entfernt. Wer die Straße meiden möchte, kann auch den kurzen Umweg durch den Stadtpark und den Wald nehmen. Die ca. 2.200 Studierenden verteilen sich auf den Stadtcampus und den Waldcampus, von denen jeder mit Hörsälen, Laboren, Computerpools und natürlich einer Mensa ausgestattet ist.

Die 17 Studiengänge der HNE Eberswalde sind in vier Fachbereichen untergebracht: Wald und Umwelt, Landschaftsnutzung und Naturschutz, Holzingenieurwesen sowie Nachhaltige Wirtschaft. Die Themenschwerpunkte Wald und Holz haben ihr Zuhause auf dem Waldcampus, wohingegen Naturschutz und Wirtschaft auf dem Stadtcampus ihren Hauptsitz haben.

Praxissemester im Ausland, Abschlussarbeiten mit Vereinen und Verbänden, Studienprojekte mit ansässigen Unternehmen, Geländeübungen und Projektwochen im gesamten Bundesgebiet oder während des Studiums forschen und entwickeln? Kein Problem! Jeder Studiengang bietet Möglichkeiten zur praktischen Anwendung des Wissens.

Eine besondere Lehr-Lern-Form bilden dabei die interdisziplinaren studentischen Projektwerkstätten. Hier werden Inhalte und deren Vermittlung von den Studierenden selber entwickelt. Du lernst das, was Du lernen willst und zwar so, wie Du es lernen willst. Dabei entstehen Workshop-Ideen, Ausstellungen und Vorträge, die auch Studierende anderer Studiengänge und die interessierte Bevölkerung wahrnehmen können.

Aber auch außerhalb des eigenen Studiengangs gibt es viele Betätigungsfelder. Mitspracherecht wird an der HNE Eberswalde groß geschrieben, daher gibt es auch eine*n studentische*n Vizepräsident*in.

Studentenleben in Eberswalde

In Eberswalde lässt sich’s leben! Günstige Wohnheimzimmer im Neubaugebiet, schöne Altbauvillen im Stadtzentrum, alternative Wohnwagenkonzepte in der Umgebung oder funktionales WG-Leben wie in der eigenen Familie – in Eberswalde ist alles möglich.

Die zahlreichen aktiven Gruppen, Initiativen und Vereine bieten Studierenden allerhand Möglichkeiten zur Mitarbeit und Teilnahme. Von Partys und Konzerten im Studentenclub über Gartenarbeit in den Campusgärten, Klettern im Boulderraum, Sprachenlernen beim Internationalen Buffet, Kuchen backen für das Fair Café, hier findet jede*r was.

Gerade für Studierende, die sich ökologisch, sozial und fair engagieren wollen, bietet auch die Stadt ein tolles Angebot. Auch durch Initiative der Studierenden entstanden in den letzten Jahren eine offene Projektwerkstatt, ein RepairCafé, der Schenkschrank sowie der Tausch-Leih-Schenkladen. Über das HNEE-Forum lassen sich auch Dinge wie Umzugskartons, Mitfahrten, Kindersachen oder neue Blumen organisieren.

Ein Ausflug in die Hauptstadt Berlin ist für Studierende der HNEE im Semesterticket inklusive. Die Bahnverbindung ist so gut, dass man nur eine knappe halbe Stunde von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof benötigt. Aber auch die Ostsee ist mit drei Stunden Zugfahrzeit noch für ein Wochenende zu erreichen. Innerhalb der Stadt und für die nähere Umgebung lohnt sich ein Fahrrad. Wer nach einem ausgiebigen Badetag in den Brandenburger Seen zu faul zum selber fahren ist, kommt mit dem Semesterticket auch wieder nach Hause.

Das Studentenleben und die Stadt Eberswalde mit ihrer Umgebung sind so schön, dass sich viele Absolvent*innen entscheiden, hier zu bleiben. Sie eröffnen Regionalläden, arbeiten direkt im Landesumweltamt oder der Stadtverwaltung oder machen sich mit Unternehmen und Gutachterbüros selbstständig. Denn einmal hier, lässt die Stadt einen nicht mehr los.

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