Psychologie studieren
Psychologie bietet mehr als Therapie-Sitzungen und Freud | Foto: Thinkstock/Bruce Rolff
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06. Jan 2016

UNICHECK

Psychologie studieren

Von Inhalten bis zu Berufsaussichten

Das Psychologie Studium im Überblick

Beschreibung und Inhalte

Die Universitäten können sich vor Bewerbungen dennoch kaum retten. Psychologie studieren gehört – vor allem unter Frauen – zu den beliebtesten Studienfächern. Psychologie steht für "Seelenlehre" und beschäftigt sich mit dem Erleben, Handeln und Verhalten des Menschen. Sie ist eine sogenannte empirische Wissenschaft, die das Erleben und Verhalten beobachtet und Vorhersagen trifft. Experimente und Beobachtungen spielen im Studium demnach eine große Rolle.

Das Studium vereint Elemente aus den Geisteswissenschaften, aber auch aus dem Bereich der Sozial- und Naturwissenschaften. Wichtig zu wissen: Während im Grundstudium die Grundlagenfächer auf dem Programm stehen, kann man sich ab dem Hauptstudium seinen individuellen Interessen und Vorlieben entsprechend spezialisieren.

Auch wenn viele Menschen bei Psychologie an Psychotherapie und den Beruf des Psychotherapeuten denken, kommen die Studenten damit in den ersten Semestern nicht in Berührung. Bis zum Hauptstudium stehen vor allem Fächer wie Methodenlehre, Mathe und Statistik auf dem Stundenplan. Während des theoretischen Grundstudiums lernen die Studenten zunächst einmal die Basics des Fachs kennen, zum Beispiel im Bereich der Allgemeinen Psychologie (Inhalte: Wahrnehmung, Gedächtnis, Sprache u.a.). Im Hauptstudium spezialisieren sie sich durch die Wahl eines Schwerpunktes. Welche Schwerpunkte angeboten werden, variiert von Hochschule zu Hochschule. Die drei wichtigsten sind:

  • Klinische Psychologie (Inhalte: psychische Störungen/Erkrankungen u.a.)
  • Pädagogische Psychologie (Inhalte: zum Beispiel Lernstörungen, Unterrichtsqualität, Leistungsangst)
  • Arbeits- und Organisationspsychologie (Inhalte: Personalauswahl, Zeitmanagement, Führungspsychologie u.a.)

Die Studienplätze für Bachelor- und Masterstudiengänge in Psychologie vergeben die jeweiligen Unis in aller Regel selbst nach eigenen Richtlinien. Einen generellen Eignungstest an den Unis gibt es bislang nur an der HU Berlin. Allgemein gilt dennoch: Die Zugangsvoraussetzungen sind sehr hoch, wenn du Psychologie studieren möchtest. So lag zum Beispiel der NC im Wintersemester 2016/17 an der Ruhr-Universität Bochum bei 1,3, an der Universität Münster bei 1,2 (WiSe 2017/2018) und an der HU Berlin sogar bei 1,1 – oder 16 Wartesemestern.

  • Eine Übersicht über den aktuellen NC für Psychologie an 35 deutschen Hochschulen gibt es unter: www.nc-werte.info

Vorkenntnisse

Aufgrund des sehr starken Fokus auf Mathe im Grundstudiums solltest du auf jeden Fall ein Interesse an der Materie bzw. ein mathematisches Grundverständnis und die Fähigkeit zum analytischen Denken haben. Man muss kein mathematisches Genie sein, eine Abneigung gegenüber dem Fach sollte aber nicht vorliegen. Wenn du Psychologie studieren möchtest, sind auch gute Englischkenntnisse sind von Vorteil, da viele wissenschaftliche Texte und Publikationen auf Englisch verfasst sind. Beobachtungen und Experimente sind als Forschungsmethoden ein wichtiger Teil des Studiums. Deshalb solltest du ebenfalls gute EDV-Kenntnisse mitbringen: Die aus den Experimenten hervorgegangenen Ergebnisse und Daten müssen schließlich tabellarisch erfasst und statistisch ausgewertet werden.

Psychologie studieren in Deutschland

Klassische Psychologie bieten in Deutschland nur Universitäten, sowohl im Bachelor als auch im anschließenden Master. an. An einigenFachhochschulen gibt es außerdem spezielle Psychologie-Fächer, so hat zum Beispiel die FH Bielefeld den Studiengang Wirtschaftspsychologie, die Hochschule Zittau/Görlitz den Studiengang Kommunikationspsychologie oder die Hochschule Magdeburg-Stendal den Studiengang Rehabilitationspsychologie. Alle Hochschulen, die ein Studium mit dem Schwerpunkt Psychologie anbieten, findest du in unserer Studiengangsuche.

Zahlen

Vor allem bei den weiblichen Studenten liegt das Fach hoch im Kurs. Von den 64.674 Psychologiestudenten im Wintersemester 2014/15 waren 74,8 Prozent weiblich. Bei männlichen Studenten steht Psychologie nicht ganz so hoch im Kurs. Bei ihnen schafft es das Fach nicht mal in die Top Ten der beliebtesten Studiengänge.

An über 45 Universitäten ist in Deutschland mittlerweile ein Psychologie-Studium möglich. Das CHE-Hochschulranking 2014/15 empfiehlt zukünftigen Psychologiestudenten die Universität Marburg und die Technische Universität Dresden als beste Hochschulen.

Berufsaussichten von Psychologie-Absolventen

Psychologie-Absolventen haben den Vorteil, dass sich für sie nach dem Studium vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten und Berufsbilder ergeben. Psychologen sind in der Marktforschung, Personalarbeit oder Weiterbildung tätig, arbeiten als Kommunikationstrainer, Neuropsychologen, niedergelassene Therapeuten oder in der Klinik. Mehr als die Hälfte arbeitet nach dem Studium im Gesundheitswesen oder in Forschungs- und Bildungseinrichtungen wie zum Beispiel Schulen.

Was viele angehende Studenten aber nicht wissen: In diesem Berufsfeld ist der Master erst der Anfang. Oft sind nach dem Psychologie-Studium weitere Fortbildungen nötig, um das theoretische Wissen in der Praxis umsetzen zu können. Wer anstrebt, als Psychotherapeut zu arbeiten, muss im Anschluss an das Studium eine bis zu fünfjährige Zusatzausbildung absolvieren, die zumeist privat bezahlt werden muss. Diese Ausbildung liegt zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Im Anschluss an die Psychotherapeuten-Ausbildung liegt das durchschnittliche Brutto-Einstiegsgehalt bei etwa 35.000 Euro im Jahr.

Alles in allem hängen die möglichen Beschäftigungsfelder stark davon ab, welcher Schwerpunkt im Hauptstudium gewählt wurde.


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Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane

PFH - Private Hochschule Göttingen


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