Fernstudium Kosten planen
Finanzielle Planung sowie der Vergleich von verschiedenen Fernstudium-Angeboten ist unerlässlich. | Foto: apichon_tee / GettyImages

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Autor

18. Sep 2020

Selin Göktas

Fernstudium Kosten: Mit diesen Ausgaben musst du 2020 rechnen!

Inhaltsverzeichnis

  1. Zusammensetzung
  2. Kostenfallen
  3. Günstiges oder teures Fernstudium?
  4. Kosten von den Steuern absetzen
  5. Fernstudienfinanzierung
  6. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
  7. Überblick

1. Wie setzen sich die Fernstudium Kosten zusammen?

Eins steht fest: Das Fernstudium kostet eine Menge Geld. Die Kostenspanne in Deutschland liegt zwischen 1.600 Euro und 20.000 Euro – mit Luft nach oben. Aber was macht das Fernstudium so kostenintensiv?

Der größte Kostenfaktor des Fernstudiums ist die Studiengebühr. Je nach Fernhochschule, Studiengang und Abschlussangebot variieren diese Gebühren. Die anfallenden Kosten legen Fernunis individuell für sich selbst fest. 

Staatliche Fernhochschulen, wie die Fernuniversität Hagen, berechnen im Vergleich zu privaten deutlich weniger.

 

Hier siehst du einen Vergleich zwischen Präsenz- und Fernstudium Kosten:

Art des Studiums Kosten Bachelor-Abschluss Kosten Master-Abschluss
Präsenzstudium (staatlich) 550 € - 2.800 € 340 € - 1.400 €
Präsenzstudium (privat) 13.000 € - 34.000 € 10.500 € - 34.000 €
Fernstudium (staatlich) 1.600 € - 2.400 € 1.000 € - 1.200 €
Fernstudium (privat) 10.000 € - 15.000 € 10.000 - 13.000 €

 

Studiengebühren sind aber nicht die einzigen Kosten, die im Fernstudium auf dich zukommen. Zusätzlich können eventuell Gebühren anfallen für:

  • Studienunterlagen
  • Präsenzveranstaltungen und (freiwillige) Seminare
  • Lehr- und Lernmaterialien (zzgl. Porto)
  • Betreuung durch Tutoren oder den Fernlehrenden selbst
  • Online-Campus Zugang
  • eventuell Prüfungs- und Immatrikulationsgebühren  

Unser Tipp an dich: Lass dich nicht von den hohen Fernstudienkosten abschrecken und vergleiche die unterschiedlichen Angebote miteinander. Welches am besten zu dir passt, hängt von deinen Wünschen und Erwartungen an das Fernstudium ab.

2. Mögliche Kostenfallen

Weitere Kostenfaktoren, die gerne mal übersehen werden, sind die, die über die Fernunikosten hinausgehen. Dazu zählen:

  • Beschaffung von Arbeitsmitteln, wie Hard- und Software, Lehrbücher und Nachschlagewerke
  • Reisekosten zu Präsenzveranstaltungen oder Prüfungen
  • Übernachtungs- und Verpflegungskosten, welche aufgrund der Reisen zu Präsenzveranstaltungen aufkommen können
  • eventuell Verlängerungsgebühren

Bevor du dein Fernstudium beginnst, solltest du dich unbedingt an Fernhochschulen über Kosten sowie Gebühren informieren, sorgfältig alle anfallenden Kosten kalkulieren und diese mit deinem Budget abgleichen. Denn letztendlich möchtest du böse Überraschungen umgehen. Außerdem sollst du den Aspekt der Verlängerungsgebühren nicht vernachlässigen und stets darauf achten, dass diese in den Fernstudiengebühren mit inbegriffen sind. Ein Fernstudium ist äußerst anspruchsvoll und zeitintensiv. Gerade wenn du bemerkst, dass du dein Fernstudium nicht in Regelstudienzeit beenden kannst – was übrigens keine Seltenheit ist – solltest du die Möglichkeit haben, dieses kostenlos zu verlängern. Inzwischen bieten viele Fernunis eine kostenlose Studienverlängerung von bis zu 18 Monaten an. Du solltest trotzdem Ausschau danach halten und dich über diese Option vergewissern, um im Fall der Fälle nicht mit unerwünschten Kosten überhäuft zu werden.


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3. Günstiges vs. teures Fernstudium: Was ist besser? 

Lieber ein günstiges oder teures Fernstudium? Schwierige Frage, keine Antwort. Pauschal lässt sich nicht sagen, dass die Qualität einer Fernhochschule von der Höhe ihrer Studienkosten bestimmt werden kann. Die Preise variieren von Fernuni zu Fernuni und beinhalten zum Teil unterschiedliche Angebote, die in den Studienkosten inkludiert sind. Mehr zu bezahlen, kann sich aber lohnen: Nahezu jede private Fernuniversität bietet dir persönliche Betreuung und Support an. Das kann ungemein nützlich sein, vor allem weil du die überwiegende Studienzeit im Eigenstudium von Zuhause aus verbringst.

Neben den für dich relevanten Angeboten der Fernunis spielt ein weiterer Faktor eine Rolle, der nicht außer Acht gelassen werden sollte: die Abbrecherquote

Empfehlenswerte Fern-Hochschulen

PFH - Private Hochschule Göttingen

Wilhelm Büchner Hochschule

University of Applied Sciences Europe

Europäische Fernhochschule Hamburg

Mithilfe der Abbrecherquote kannst du inspizieren, wie viele der Studierenden tatsächlich ihr Fernstudium erfolgreich abgeschlossen haben und welche eben nicht. Die Orientierung daran könnte dir eine Übersicht darüber verschaffen, an welcher Fernuni statistisch am meisten Erfolge und Abschlüsse erzielt werden. Hohe Abbruchquoten könnten ein Indiz für mangelnde Qualität der Fernuniversität sein.

Für welche Fernhochschulart du dich entscheidest, liegt in deiner Hand und ist abhängig von deinem Budget. Du musst dir aber keine Sorgen darüber machen, dass dein Fernstudienabschluss weniger angesehen ist als der einer Präsenzhochschule. Solange deine ausgewählte Hochschule staatlich anerkannt und der Studiengang akkreditiert ist, ist dein Abschluss gleichwertig zu einem Abschluss an einer Universität.

Fernstudium-Absolventen /-innen kommen in Bewerbungen besonders gut an. Denn Arbeitgeber /-innen schätzen an deinem abgeschlossenen Fernstudium vor allem dein Durchhaltevermögen und deine Disziplin, wodurch du Pluspunkte erzielen kannst.


infoNICE TO KNOW 

Wusstest du, dass eine Vielzahl der Fernuniversitäten kostenlose Probezeiten von einem bis drei Monaten anbieten? In dieser Zeit kannst du für dich herausfinden, ob ein Fernstudium wirklich etwas für dich ist: Schnuppere im Online-Campus herum und mache dich mit den Studienmaterialien vertraut. Merkst du dabei, dass es doch nicht deinen Vorstellungen entspricht, kannst du ganz einfach kündigen.


4. Kosten von den Steuern absetzen lassen

Viele Fernstudium-Interessenten /-innen lassen sich schnell von den immens hohen Studienkosten abschrecken. Was viele allerdings nicht wissen: Studienkosten lassen sich mit einer Steuererklärung nach dem Studium von den Steuern absetzen. Wenn du entsprechende Kriterien erfüllst, kannst du dir so einiges an Geld zurückholen.

Ob und wie das funktioniert, hängt von deiner Vorbildung ab. Hierfür gibt es drei Varianten:

 

1. Du hast bereits eine Ausbildung oder ein Erststudium absolviert

Hast du bereits einen Abschluss – ob nun durch deine Berufsausbildung oder ein Erststudium – gemacht, dann zählt das Fernstudium als Zweitausbildung

Die Kosten, die für dich hier anfallen und die du von den Steuern geltend machen kannst, nennt man Werbungskosten

Nahezu alle Beträge, die du für dein Fernstudium ausgeben musstest, kannst du dir von den Steuern wiederholen. Deswegen solltest du unbedingt alle Belege und Rechnungen sorgfältig aufbewahren, weil diese essenziell für den Nachweis deiner Ausgaben sind.

Deine Studiengebühren kannst du dir in voller Höhe zurückholen sowie weitere Aufwandskosten:

  • Prüfungsgebühren
  • Fahrtkosten
  • Übernachtungs- und Verpflegungskosten bei Pflichtveranstaltungen, Seminaren und Prüfungen
  • Arbeitsmaterialien und -mittel
  • Portokosten
  • Zinsen für den Studienkredit
  • doppelte Haushaltsführung

Damit alles klappt, musst du die Voraussetzung erfüllen, dass es sich bei deinem Fernstudium um eine Weiter- oder Fortbildung handelt, um zum Beispiel deine beruflichen Chancen zu verbessern oder im Job aufzusteigen. Machst du ein Fernstudium aus Hobby oder persönlichem Interesse, sieht es für dich eher schlecht aus, die Steuern als Werbekosten abzusetzen. Denn steht dein Fernstudiengang nicht in Verbindung zu deiner Erstausbildung oder deinem Beruf, dann hast du keinen Anspruch auf das Geld.

2. Du hast noch keine Ausbildung und kein Erststudium absolviert

Handelt es sich um deine erste Berufsausbildung oder dein Erststudium und dient somit nicht dem Zweck der Weiterbildung, kannst du dein Fernstudium als Sonderausgaben absetzen. 

Jedoch solltest du über Sonderausgaben wissen, dass sie dir nicht deine Fernstudium-Kosten in voller Höhe zurückgeben. Es besteht eine jährliche Höchstgrenze von bis zu 6.000 Euro. Der Grund hierfür ist folgender: Das Finanzamt sieht ein Erststudium oder eine Erstausbildung als die notwendige Voraussetzung für die Qualifikation, um überhaupt einen Beruf ausüben zu kommen – daher wird dieses nicht als Weiterbildung oder Fortbildung anerkannt

Bist du Vollzeit-Fernstudierend und hast kein beziehungsweise nur ein geringfügiges Einkommen, welches unter dem studentischen Steuerfreibetrag von 9.408 Euro im Jahr liegt, hast du keinerlei Ansprüche und kannst daher dein Fernstudium nicht von den Steuern absetzen – letztendlich bezahlst du währenddessen auch keine Steuern. Bei einem berufsbegleitenden Fernstudium kannst du allerdings steuerliche Vorteile ziehen und nur etwas von den Studienkosten zurückholen. 

3. Du bist selbstständig oder Freiberufler /-in

Als Selbstständige /-r oder Freiberufler /-in werden Kosten fürs Fernstudium nicht Werbungskosten oder Sonderausgaben genannt, sondern Betriebsausgaben. Nutzt du das Fernstudium, um dein Einkommen zu sichern und zu erhalten, kannst du ebenfalls, wie auch bei Werbekosten, die volle Höhe der Studiengebühren einkassieren. Dazu zählen auch die Extrakosten, wie Fahrtkosten, Literaturbeschaffung, Kauf von Arbeitsmittel und noch viel mehr.

Im Falle des Fernstudiums als Selbstständige /-r oder Freiberufler /-in wird dieses als eine Weiterführung des Unternehmens und die Einnahmesicherung dessen anerkannt. Allerdings solltest du beachten, dass das Fernstudium auch hier einen relevanten Bezug zu deinem Job oder Unternehmen haben muss und nicht aus persönlichem Interesse erfolgt – denn dann wird deine Steuererklärung abgelehnt.


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5. Fernstudienfinanzierung: Deine Möglichkeiten

Das Absolvieren eines Fernstudiums ist ein wertvoller Karrieresprung für dich - du kannst dich auf ein erhöhtes Gehalt sowie mehr Verantwortung freuen. So weit, so gut, nur wie sollen die hohen Studiengebühren bezahlt werden?

Tatsächlich hast du mehrere Möglichkeiten, um ein Fernstudium zu finanzieren.

  • eigenes Einkommen
  • Ersparnisse 
  • Förderung vom Staat
  • finanzielle Unterstützung (von der Familie oder dem / der Partner /-in)
  • Finanzierung durch den /die Arbeitgeber /-in
  • Studienkredite
  • BAföG
  • Stipendien

Außerdem solltest du berücksichtigen, dass du die Studiengebühren von den Steuern absetzen kannst und dir somit einige – sogar fast alle – Ausgaben zurückholen kannst.

 

6. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann kann ich mein Fernstudium als Werbungskosten absetzen? 

Wenn du bereits ein Erststudium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen hast und daraufhin ein Fernstudium zur Weiter- oder Fortbildung nutzt, hast du die Möglichkeit, deine Fernstudienkosten, hier Werbungskosten genannt, in voller Höhe von den Steuern abzusetzen. Auch ein anschließendes Studium, wie zum Beispiel das Master-Fernstudium, zählt dazu. 

Lohnt es sich Geld für ein Fernstudium auszugeben?

Die einfache Antwort lautet immer: Ja! Allerdings ist es stark davon abhängig, was du mit deinem Fernstudium erreichen möchtest. Erhoffst du dir ein besseres Gehalt, eine höhere Position in der Berufswelt oder deine persönliche akademische Weiterbildung, dann ist ein Fernstudium auf jeden Fall eine initiative Investition in dich selbst. Außerdem kommt ein Fernstudium bei Arbeitgebern /-innen gut an.

Was passiert, wenn ich mein Fernstudium nicht in der vorgesehenen Regelstudienzeit beenden kann?

Die wenigsten schaffen es, das Fernstudium in Regelstudienzeit zu absolvieren. Daher bieten die meisten Fernuniversitäten eine kostenlose Studienverlängerung von bis zu 18 Monaten an. 

Gibt es ein kostenloses Fernstudium?

Ein komplett kostenloses Fernstudium wird von keiner Fernhochschule in Deutschland angeboten. Was allerdings angeboten wird, ist ein kostenloses Probestudium von einem bis drei Monaten. Die einzige Möglichkeit auf ein kostenloses Fernstudium ist nur durch das Erhalten eines Vollstipendiums denkbar. 

Ist das Fernstudium an einer staatlichen oder privaten Fernuniversität besser?

Auf diese Frage gibt es pauschal keine Antwort. Welche Art Fernhochschule besser zu dir passt, hängt von deiner Persönlichkeit, deinen Erwartungen sowie deinen finanziellen Mitteln ab. Ein Blick auf die Abbruchquote der Fernuni könnte dir womöglich dabei behilflich sein, dich für eine Fernuni zu entscheiden, wo Studierende erfolgreich ihr Fernstudium absolvieren und es nicht zu übermäßigen Studienabbrüchen kommt. 

7. Überblick

  • Informiere dich bereits im Vorfeld über alle anfallenden Fernstudium Kosten, um böse Überraschungen zu vermeiden. Berücksichtige unbedingt, welche Angebote die Studiengebühren beinhalten und welche Extrakosten auf dich zukommen können.
  • Du hast verschiedene Möglichkeiten, mit denen du dein Fernstudium finanzieren oder dir unter die Arme greifen lassen kannst. Neben Studienkrediten und BAföG bieten auch viele private Fernunis Stipendien an.
  • Vergiss nicht, dass du einiges an Studienkosten von den Steuern absetzen kannst. Gerade, wenn es sich um eine Zweitausbildung beziehungsweise Weiterbildung handelt, kannst du dir die gesamten Studienkosten zurückholen.

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