Blick über die Kulturstadt Weimar
Foto: Maik Schuck, weimar GmbH
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04. Mai 2017

Laura Jähnert & Violetta Ditterich

Studieren in Weimar

Kulturstadt im Herzen Thüringens

In der Mitte Deutschlands, wo einst Goethe und Schiller Inspiration fanden und die Thüringer Bratwurst zu Hause ist – genau dort liegt Weimar. Mit gut 64.000 Einwohnern behält die Kulturstadt ihren familiären Charme und bietet ein heimeliges „Wohnzimmer“-Gefühl. Fast alles ist zu Fuß oder mit dem Rad durch kleine Gassen mit Kopfsteinpflaster in wenigen Minuten zu erreichen.

Tatsächlich lohnt sich das gemütliche Flanieren in Weimar besonders: Neben dem breit gefächerten kulturellen Angebot aus Museen, Ausstellungen, Bibliotheken und historisch bedeutsamen Plätzen, gibt es etliche kleine Ecken, die eigene Geschichten erzählen. Manche davon verweisen auf eine längst vergangene Zeit und vermitteln einen nostalgischen Eindruck davon, wie das Leben in Weimar zu Goethes Zeiten ausgesehen haben muss.

Andererseits ist die Stadt innovativ, jung und vibrierend. Viele neue Ideen werden hier nicht nur gedacht, sondern vor allem gelebt. So entsteht eine einzigartige Mischung aus romantischer Dichter-und-Denker-Stimmung und lebendigem, kreativ-alternativen Flair.

Im Sommer erinnern Weimars Straßen manchmal an die Toskana mit den vielen Cafés, Kneipen und Plätzen, die alle nach berühmten Persönlichkeiten benannt sind. Wer eine kleine Auszeit braucht, findet hier immer ein ruhiges, grünes Plätzchen – sei es im Ilm-Park, der sich entlang der Innenstadt schlängelt, oder im Kirschbachtal, wo es sofort nach Landluft riecht.

Auch auf der größeren Karte ist Weimar praktisch gelegen und gut angebunden: In drei Stunden ist man in Berlin, eine dauert es bis nach Leipzig, Erfurt und Jena sind eh um die Ecke.

Weimar besteht aus vielen kleinen Unikaten, die einen Eindruck von der ehrlich herzlichen Thüringer Mentalität geben – sei es der winzige Nahkauf-Supermarkt, der Wochenmarkt mit frischem Gemüse und Obst von Bauern aus der Region oder ein Getränkekiosk, der noch an DDR-Zeiten erinnert. Auch das jährlich am ersten Mai stattfindende Spacekidheadcup-Seifenkistenrennen ist eine Besonderheit jener Art, die es nur hier gibt: Die ganze Stadt ist auf den Beinen und hilft mit, Studierende und Einheimische vermischen sich – das Gemeinschaftsgefühl ist groß.

Hochschullandschaft in Weimar

Bauhaus und Musik – diese beiden Studienschwerpunkte verbindet man sofort mit Weimar, doch die Auswahl geht mittlerweile weit darüber hinaus. Zum einen können an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar alle Orchesterinstrumente, Gesang, Schulmusik sowie Musikwissenschaft studiert werden. Zum anderen bietet die Bauhaus-Universität Weimar Studiengänge in Architektur und Urbanistik, Bauwesen, Gestaltung und Kunst sowie Medien an. Ob künstlerischer oder wissenschaftlicher Fokus – eigene Ideen und deren Umsetzung werden hier stark gefördert.

Durch die überschaubare Größe der Universität (ca. 4000 Studierende) und Musikhochschule (ca. 900 Studierende) entsteht ein enger Kontakt zwischen Studierenden, Professor_Innen und Dozent_Innen. In Weimar ist niemand eine Nummer, überfüllte Hörsäle und Anonymität gibt es nicht. Kreativität wird hier groß geschrieben, was auch zur jährlich stattfindenden Jahresrundschau der Bauhaus-Universität Weimar "summaery" deutlich wird: Über mehrere Tage im Juli jeden Jahres werden die Projekte, Designentwürfe, Ausstellungen und Abschlussarbeiten der Studierenden in der ganzen Stadt verteilt gezeigt.

Studentenleben in Weimar

Im Gegensatz zu anderen (Groß-)Städten gibt es in Weimar noch bezahlbare schöne Altbau-WGs und einige Studierendenwohnheime in guter Lage. Eine Anlaufstelle für alle Studierenden und ein wahres Schmuckstück ist das Studierendenhaus M18 mitten auf dem Campus der Bauhaus-Universität Weimar. Dort kann Jede_R vorbeikommen, eine Runde kickern, das nächste Referat vorbereiten oder einfach nur abhängen. Im Erdgeschoss gibt es ein Café, das ehrenamtlich von Studierenden betrieben wird und alle günstig mit Kaffee und kleinen Snacks versorgt.

Außerdem öffnet fast täglich direkt daneben ein Schreibwaren-und Bio-Lebensmittel-Laden, in dem es alles zum Einkaufspreis gibt. Im ersten Stock gibt es Räume, in denen sich die Initiativen treffen und Versammlungen stattfinden können. Wer sich einbringen möchte oder einfach Lust hat neue Leute kennenzulernen, braucht hier keine Hemmungen haben, die Devise lautet: Vorbeikommen, anschauen, mitmachen. Egal wo der Interessensschwerpunkt liegt, hier kann sich Jede_R ausprobieren: Eine Schicht als Barkeeper_In, Moderieren beim Studierendenradio Bauhaus.fm, Mitbasteln in der Fahrradwerkstatt, für die Kulinarkultur kochen...

Abends bietet Weimar eine Vielzahl an gemütlicher Kneipen, bei denen auch der Geldbeutel nichts zu meckern hat. Ansonsten werden Wohnzimmerkonzerte, Lesungen, Ausstellungen, kulturelle Austauschabende und vieles mehr von den Studierenden veranstaltet. Statt regelmäßig geöffneten Clubs, gibt es hier verschiedene Locations, in denen abwechselnd Partys steigen: Ein altes Gaswerk, ein Güterbahnhof oder ein Open-Air auf einem Berg in der Natur... Die Events sprechen sich vorab hauptsächlich von Mund zu Mund herum, wie das meiste in Weimar.

Zudem haben Studierende Vergünstigungen beim kulturellen Angebot. So gibt es beispielsweise eine Eintrittskarte ins Deutsche Nationaltheater für 9 Euro. Weiter sind hier ganze vier Kinos zu Hause, wodurch von Blockbustern über Lokalfilme bis hin zu Schwarz-Weiß- und Stummfilmen mit Klavierbegleitung im "Lichthaus" für jeden Geschmack etwas dabei ist. Auch um Weimar herum, in ganz Thüringen, gibt es wunderschöne Flecken, die ein Besuch wert und dank des Semestertickets für alle Studierenden mit der Regionalbahn umsonst zu erreichen sind.

 

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