Studium im Sozialwesen
Positive Gedanken vermitteln: Kernaufgabe im Sozialwesen | Foto: Thinkstock/Rohappy

16.08.2016

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06. Jan 2016

UNIcheck

Studiengänge im Sozialwesen

Sozialwesen, Sozialpädagogik, Soziale Arbeit

Sozialwesen studieren

Beschreibung und Inhalte

Die einzelnen Studiengänge im Sozialwesen bilden unterschiedliche Schwerpunkte aus. Unter dem Begriff "Soziale Arbeit" werden die Fachrichtungen Sozialpädagogik und Sozialarbeit zusammengefasst. Anhand von Fallbeispielen lernst du lösungsorientiertes Denken, du lernst zu reagieren und zu intervenieren. Die Lerninhalte fördern deine Problemlösungsfähigkeiten.

Soziale Arbeit und Sozialpädagogik unterscheiden sich aufgrund der Ausrichtung. In der sozialen Arbeit wird den Studierenden auch verwaltungswissenschaftliches Hintergrundwissen vermittelt, die sie auch zur Leitung einer Einrichtung befähigt. Sozialpädagogen sind im außerschulischen Bildungsbereich und in den Erziehungswissenschaften beheimatet. Dies ergibt sich aus der historischen Entwicklung der beiden Fächer. Die soziale Arbeit resultierte aus der Armenfürsorge, die Sozialpädagogik aus der Jugendfürsorge. Das Sozialwesen vereint beide Disziplinen.

Während deines Studiums werden dir Techniken vermittelt, mithilfe derer du Menschen, die durch das soziale Netz gefallen sind, wieder auffängst. Du ermöglichst ihnen Hilfe zur Selbsthilfe, gibst ihnen das nötige Rüstzeug an die Hand, damit sie künftig wieder auf eigenen Beinen stehen können. Der Studiengang Sozialwesen ist ein recht junger Studiengang, der 1980 eingerichtet wurde. Aufgrund des hohen Praxisbezugs kannst du ihn an vielen Fachhochschulen studieren, allerdings nur an wenigen Universitäten. Viele der Fachhochschulen haben kirchliche Träger.

Vorkenntnisse

Du bringst ein positives Menschenbild mit und bist offen gegenüber fremden Kulturen. Du hast Interesse an der Gesellschaft. Außerdem solltest du ein dickes Fell haben und dir nicht alles gleich zu Herzen nehmen, wenn etwas schief läuft. Merke: Du arbeitest mit Menschen. Sowohl Erfolge als auch Rückschläge gehören zum Tagesgeschäft dazu. Professionelles Arbeiten schließt Mitgefühl ein und Mitleid aus. Wenn du diese Fähigkeiten mitbringst, ist ein soziales Studium die richtige Wahl.

Informier dich vor Aufnahme des Studiums, welche formalen Voraussetzungen du erfüllen musst. Manche Hochschulen wollen vor Studienbeginn den Nachweis über ein oder mehrere Praktika. Ein Praktikum ist in fast allen Institutionen möglich. Egal ob im Kindergarten, im Jugendamt oder in den Ministerien der Landes- oder Bundesbehörden.

Falls in deiner Bildungseinrichtung kein Praktikum vor Studienbeginn verlangt wird, empfiehlt es sich trotzdem, eins zu absolvieren. So erhältst du einen Einblick in deinen späteren Beruf. Mit Zeugnissen und Praktikumsnachweisen bewirbst du dich direkt an der Hochschule. Auch eine abgeschlossene Berufsausbildung, bestenfalls im sozialen Bereich oder ehrenamtliches Engagement bringen dich deinem Wunschfach näher. Auswahlgespräche sind an der Tagesordnung. Am besten informierst du dich auf den Websites der Hochschulen. Auch die inhaltliche Ausrichtung der einzelnen Studiengänge variiert.

Studiengang Sozialwesen

Die Studieninhalte sind interdisziplinär. Neben Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit wirst du auch Vorlesungen und Seminare in den Bereichen Pädagogik, Psychologie und Soziologie, aber auch Medizin, Wirtschaft, Rechtswissenschaft und Politik belegen. Am Studienanfang lernst du die Grundlagen des Faches kennen. Das Studium ist sehr vielfältig aufgebaut. Es reicht von Propädeutik über Ethik bis zur Rechtswissenschaften. Du hast Wahlpflichtmodule, mit denen du abseits der pädagogischen Lernpläne deine Allgemeinbildung verbessern kannst.

In den ersten Semestern an der Hochschule wirst du mit dem wissenschaftlichen und fachlichen Arbeiten vertraut gemacht. Du analysierst gesellschaftliche Entwicklungen, erhebst Daten und wertest sie aus. Die nötigen Credit Points erwirbst du in Vorlesungen, Seminaren und Übungen. Du wirst Referate halten, Essays, Protokolle oder Hausarbeiten schreiben. Du präsentierst dein Wissen in mündlichen Prüfungen und Klausuren. Ein Bachelor Studiengang umfasst sechs Semester. Für einen Master-Abschluss studierst du noch weitere vier Semester. In den höheren Fachsemestern bildest du schließlich ein eigenes Profil aus, indem du thematische Schwerpunkte wählst. Theorie und Praxis werden miteinander kombiniert. Auch während des Studiums gehört die Arbeit in sozialen Einrichtungen dazu.

Ein Bachelorabschluss befähigt dich zur Aufnahme einer Arbeit in einer sozialen Einrichtung. Wer Führungspositionen übernehmen möchte, der sollte sein Studium mit einem Master beenden. Dieser kann auch berufsbegleitend studiert werden. Speziell im Master kannst du dich für einen Studiengang entscheiden, der deinen beruflichen Vorstellungen entspricht. Beispielsweise einen Master in Sozialmanagement oder Klinischer Sozialarbeit.

Berufsaussichten für Sozialwesen-Absolventen

Egal ob am Schreibtisch oder im persönlichen Umgang, ob als Angestellter oder Leiter – Absolventen aus dem Sozialwesen sind vielfältig einsetzbar. Du betreust Obdachlose oder Opfer häuslicher Gewalt. Du arbeitest an Schulen oder Kindergärten. Du unterstützt Hartz-IV-Empfänger bei Behördengängen oder arbeitest als Streetworker und stehst Drogenabhängigen bei dem Entzug bei. Deine Arbeitgeber sind im öffentlichen Sektor und bei kirchlichen Verbänden zu finden.

Je nach Job brauchst du anteilnehmende oder gestalterische Fähigkeiten. Auch in der Personalentwicklung kannst du zum Zug kommen. Als Experte erarbeitest du mit den Unternehmensmitarbeitern neue Strategien und zeigst Perspektiven auf.


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