Maschinenbau studieren
Wenn du Maschinenbau studierst, steht dir der Weg in viele Branchen offen | Foto: Thinkstock/elleon

16.08.2016

Symbolbild für Arbeitsgeräte in der Technik: Schrauben, USB-Stick, Bleistifte.

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06. Jan 2016

UNIcheck

Maschinenbau

Spannendes Studium mit perfekten Zukunftsaussichten

Im Überblick: Maschinenbau studieren

Beschreibung und Inhalte

Maschinenbau ist, gemessen an der Studierendenanzahl, der beliebteste naturwissenschaftliche, technische Studiengang. Die Vorstellung vom ölverschmierten Maschinenbauingenieur, der in seinem Arbeitskittel an große Maschinen schraubt und herumbastelt, ist längst überholt. Für die Absolventen kommen unzählige Tätigkeits- und Berufsfelder in den verschiedensten technischen Branchen in Frage. Hinzu kommt, dass sich immer mehr Frauen für diesen Studiengang interessieren. Die exzellenten Berufschancen für Absolventen machen das Fach für beide Geschlechter sehr attraktiv.

Das auf sechs bis acht Semester angelegte Bachelorstudium vermittelt zu Beginn vor allem Grundlagenwissen in den Bereichen Mathematik, Physik, Chemie, Elektrotechnik und Informatik. Gerade letztere nimmt mittlerweile einen großen Stellenwert ein, weil technische Entwicklungen zumeist mit CAD-Programmen konstruiert und mathematische Modelle am PC simuliert werden. Da im Beruf ökonomische Faktoren eine bedeutende Rolle einnehmen, müssen auch betriebswirtschaftliche Fächer belegt werden, wie zum Beispiel Projektmanagement, Rechnungswesen oder Personalwirtschaft. Als angehender Ingenieur musst du außerdem Sprachkurse belegen, um eine möglichst breit gefächerte Ausbildung vorweisen zu können.

Nachdem die Grundlagen gelegt wurden, folgen in den sich anschließenden Semestern die eigentlichen Maschinenbau-Domänen: technische Mechanik, Thermodynamik, Konstruktionslehre und Werkstoff- und Fertigungstechnik.

Gelehrt werden die Inhalte in Vorlesungen, Seminaren und Projektierungskursen. In diesen müssen mehrere Studenten gemeinsam eine Aufgabe bearbeiten und sich mit einem komplexen Problem befassen. In Laborpraktika wird anhand physikalischer Experimente das umgesetzt, was in der Theorie über Magnetismus und Optik gelernt wurde. An fast allen Hochschulen ist für die Studenten auch ein Industriepraktikum vorgesehen, das im Praxissemester absolviert wird.

Das viersemestrige Masterstudium bietet dann die Möglichkeit, sich seinen individuellen, persönlichen Interessen und Stärken entsprechend, zu spezialisieren.

Viele Unis stellen folgende Schwerpunkte zur Wahl:

  • Automatisierungstechnik (Inhalte: zum Beispiel Geschichte, wirtschaftliche Bedeutung)
  • Energietechnik (Inhalte: Energiewirtschaft, Kerntechnik, Umwelt, Klimawandel etc.)
  • Fahrzeugtechnik (Inhalte: Motorenkonstruktion, technischer Vertrieb, Management u.a.)
  • Produktionstechnik (Inhalte: zum Beispiel Produktionslogistik, Luft- und Raumfahrttechnik) 
  • Verfahrenstechnik (Inhalte: zum Beispiel Messtechnik, Anlagenbau, Produktionsverfahren)
  • Versorgungstechnik (Inhalte: Medientechnik, Wasseraufbereitung, Brandschutz etc.)

Der Master baut auf dem Erststudium auf und vertieft das im Bachelor erworbene Wissen. Im Maschinenbau ist die Umstellung vom alten Diplomabschluss auf Bachelor und Master im Vergleich zu anderen Studienfächern umstritten. Professoren und Arbeitgeber kritisieren die Abschaffung des altbewährten Diplom-Ingenieurs, dessen Qualifikation im Ausland einen hohen Stellenwert besitzt. Einige wenige Hochschulen bieten das Diplom als Abschluss noch an, zum Beispiel die FH Kaiserslautern, die Uni der Bundeswehr in Hamburg oder die Uni Kassel.

Viele Unis und FHs haben aufgrund der hohen Bewerberzahlen mittlerweile Zulassungsverfahren eingeführt. Die meisten Hochschulen vergeben ihre Studienplätze nach der Abinote, wobei die Noten in Mathematik oder Physik höher gewertet werden.

  • Hier gibt es eine Übersicht über den aktuellen NC für Maschinenbau an 33 deutschen Hochschulen: www.nc-werte.info

Vorkenntnisse

Da mathematische und naturwissenschaftliche Inhalte im Studium von Beginn an eine zentrale Rolle spielen, sollte ein Interesse an Gleichungen, Formeln und Zahlen vorhanden sein. Wer schon in der Schule gute Noten in den relevanten Fächern (Mathe, Physik, Chemie) und Spaß an Naturwissenschaften hatte, ist gut für das Studium gerüstet.

Die Studenten müssen schon ab dem ersten Semester komplexe, mechanische Zusammenhänge erkennen und diese in computergestützte Modelle umwandeln. Dies erfordert einen sicheren Umgang mit dem PC. Wer Programmiersprachen beherrscht und im Umgang mit technischer Software geübt ist, bringt weitere wichtige Voraussetzungen mit.

Zudem sollten Fremdsprachenkenntnisse vorhanden sein, da zum Beispiel große Entwicklungsprojekte im Arbeitsalltag aber auch viele interne Studienprojekte bereits international ausgerichtet sind und daher umfassende Englischkenntnisse voraussetzen. In internationalen Teams in der beruflichen Praxis gilt Englisch als Sprache der Wahl. Wichtig dabei ist, dass spätestens im Rahmen des Studiums neben dem allgemeinen Englisch auch Fachenglisch erlernt wird.

Alle FHs und viele Unis verlangen außerdem ein mehrwöchiges, fachbezogenes Vorpraktikum, das vor Studienbeginn absolviert werden muss.

Studiengang Maschinenbau

An fast jeder Hochschule, die Ingenieurswissenschaften anbietet, kann man Maschinenbau studieren. Maschinenbau ist neben der Elektrotechnik und dem Bauingenieurwesen eine der drei großen Säulen der Ingenieurswissenschaften. Aufgrund der vielfältigen Bereiche, hat sich das klassische Maschinenbaustudium in Spezialisierungen und neue Studiengänge unterteilt. Beispiele für solche Studienfächer sind Medientechnik, Fahrzeugtechnik, Mechatronik, Luft- und Raumfahrttechnik, Werkstoffwissenschaften und Papiertechnik. Die Verbindung von technischen mit wirtschaftswissenschaftlichen Inhalten bietet das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens. Dieses Fach bieten einige Hochschulen mit dem Schwerpunkt Maschinenbau an, wie zum Beispiel die FH Kaiserslautern oder die FH Trier.

Die Studieninhalte an Uni und FH sind sich sehr ähnlich. Unterschiede gibt es meist hinsichtlich der Vermittlung des Lehrstoffes und der Ausrichtung des Studiengangs. Das Bachelor-Studium an der Uni ist eher grundlagenorientiert und bereitet in der Regel auf einen Master und damit oft auf eine akademische bzw. wissenschaftliche Karriere vor. Ganz anders das (Unterrichts-)Konzept in Maschinenbau an FHs: Die Fachhochschulen bilden praxisnah und mit Blick auf den Berufseinstieg aus. Das erworbene technische Fachwissen soll in Form von Projekten und Praxisarbeiten angewandt werden. Wer eine weiterführende, universitäre Laufbahn etwa in Form einer wissenschaftlichen Mitarbeit oder Promotion anstrebt, sollte das Fach an einer Uni studieren.

Zahlen

Insgesamt 208.699 Studierende waren im Wintersemester 2014/15 an einer deutschen Hochschule im Studiengang Maschinenbau eingeschrieben. Nach Wirtschaftswissenschaften, das studieren über 420.000 Personen, ist Maschinenbau das Fach mit den meisten eingeschriebenen Studenten. Der Großteil der Studenten ist männlich, etwa 80 Prozent. Seit einiger Zeit lässt sich jedoch der Trend beobachten, dass sich immer mehr weibliche Studierende für ein Maschinenbaustudium entscheiden.

Die beste Bewertung im CHE Hochschulranking für den Studiengang Maschinenbau erhielt die TU Darmstadt.

Berufsaussichten für Maschinenbau-Absolventen

Absolventen eines Maschinenbau-Studiums haben nach erfolgreichem Abschluss mit die besten Einstiegschancen überhaupt. Da der Bedarf an Maschinenbauern sehr hoch ist, gelingt der Übergang von der Ausbildung ins Berufsleben in den meisten Fällen sehr schnell und problemlos. Durchschnittlich 90 Prozent der Jung-Ingenieure finden im ersten Jahr nach dem Studium einen Job. Die Einstiegsgehälter können mit etwa 40.000 Euro jährlich zudem sehr üppig ausfallen.

Der Maschinen- und Anlagenbau als größter deutscher Industriezweig bietet die meisten Arbeitsplätze für Maschinenbau-Absolventen. Je nach Spezialisierung im Hauptstudium oder im Master, kommen auch andere Branchen und Arbeitgeber in Frage. Maschinenbauer kommen in allen technischen Berufen unter und arbeiten zum Beispiel als Prüfingenieure, Medientechniker, Luft- und Raumfahrtingenieure und sogar im Marketing. Auch Chemieunternehmen, Energieversorger und Forschungsinstitute sind potentielle Arbeitgeber.


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