Jura studieren
Wer sein Jura-Studium mit Prädikat beendet, hat gute Berufsaussichten | Foto: Thinkstock/boytsov

04.08.2016

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06. Jan 2016

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Beschreibung und Inhalte

Das Studium der Rechtswissenschaft ist lernintensiv und anspruchsvoll, die Durchfallquote im ersten Staatsexamen ist hoch. Dennoch: Die Aussicht auf ein hohes Einstiegsgehalt sowie die positiven Berufschancen bei gutem Abschluss sind für viele Abiturienten Grund genug, ein Jura-Studium aufzunehmen. Die Regelstudienzeit für das Jura-Studium an der Uni beträgt neun Semester. Bestehen die Studierenden die Zwischenprüfung, sind sie für das Hauptstudium zugelassen. Nach dem Hauptstudium folgt das erste Staatsexamen, die erste juristische Prüfung. Durchfallquoten von zwanzig Prozent und mehr sind nicht unüblich.

Wer das erste Staatsexamen erfolgreich hinter sich gebracht hat, beginnt mit dem zweijährigen Referendariat. Im Referendariat sammeln die Studierenden die notwendige praktische Erfahrung in verschiedenen Rechtsgebieten (zum Beispiel bei einem Amts- oder Landgericht, Strafgericht, Verwaltungsgericht oder in einer Behörde). Am Ende des zweijährigen Referendariats steht das zweite Staatsexamen, die sogenannte zweite juristische Staatsprüfung. Wer diese bestanden und sein Jura-Studium damit erfolgreich abgeschlossen hat, ist sogenannter Volljurist, dem alle Berufsmöglichkeiten offen stehen.

Im Grundstudium stehen die juristischen Methoden und Grundlagen der einzelnen Rechtsgebiete im Mittelpunkt. Dabei bilden die drei großen Rechtsbereiche den Schwerpunkt.

Die drei Hauptgebiete des Rechts sind:

  • Strafrecht (Inhalte: Vermögens-, Kapitaldelikte u.a.)
  • Zivilrecht (Inhalte: BGB, Schuldverhältnisse, Erbrecht, Familienrecht u.a.)
  • Öffentliches Recht (Inhalte: zum Beispiel Europarecht, Verwaltungsrecht, Grundrechte) 

Das Zivilrecht umfasst dabei den größten Teil des Jurastudiums. Zu diesen drei Hauptbereichen kommen Grundlagenfächer wie Rechtsgeschichte und -philosophie. Im Hauptstudium vertiefen die Studierenden ihr Wissen in diesen drei Kernbereichen und erwerben Schlüsselqualifikationen etwa in Rhetorik oder Verhandlungslehre. Die angehenden Juristen wählen zudem einen Schwerpunkt (zum Beispiel Europa-, Medien-, oder Medizinrecht).

Interessenten müssen sich bei den Unis direkt bewerben. Diese entscheiden dann nach eigenen Auswahlkriterien über die Zulassung. Dabei ist in erster Linie die Abiturnote ausschlaggebend. Im Sommersemester 2015 lag der höchste Numerus Clausus bei 1,3. Es gibt aber auch zahlreiche Unis, bei denen es keine NCs mehr gibt und alle Bewerber zugelassen werden.

  • Eine Übersicht über Hochschulen und deren jeweiligen Jura-NC findest du hier: www.nc-werte.info

Vorkenntnisse

Wer mit Mathematik bzw. den Naturwissenschaften keine Probleme hat, hat gute Chancen, auch in Jura zu bestehen. Die Studenten müssen logisch kombinieren, komplizierte rechtliche Sachverhalte verstehen und aufschlüsseln sowie das geltende Recht an passender Stelle anwenden können. Ähnlich wichtig sind sprachliche und rhetorische Fähigkeiten sowie ein grundlegendes Interesse an philosophischen und ethischen Fragestellungen. Zudem sollte man sich gut organisieren können sowie genug Ausdauer und Selbstdisziplin haben.

Studiengang Jura

Zurzeit kann man an 38 Unis in Deutschland einen rechtwissenschaftlichen Studiengang bzw. Jura studieren. Im Gegensatz zu den meisten anderen Studiengängen hat der Bologna-Prozess bis jetzt kaum Auswirkungen auf das Studienfach Jura. An den meisten Unis schließt man Jura immer noch mit dem klassischen Staatsexamen ab.

Einige Unis sowie private und öffentliche FHs bieten mit dem Bachelor/Master aber die neuen Abschlüsse an. So zum Beispiel die TU Dresden mit dem Bachelorstudiengang Law in Context (Inhalte: zum  Beispiel Wirtschaftsrecht, Politik, Umweltrecht), oder die Uni Münster (Bachelor in Politik und Recht). Die Absolventen mit Bachelor- und Master-Abschlüssen können später nicht als Richter oder Anwalt arbeiten, aber in Unternehmen, in der freien Wirtschaft oder gar als Lehrer an Gymnasien.

FHs bieten zwar nicht das "klassische" Jura an, dafür aber zum Beispiel das artverwandte Wirtschaftsrecht. Dieses Studium beläuft sich in aller Regel auf sechs Semester und kombiniert betriebswirtschaftliche Inhalte mit relevanten Rechtsgebieten wie Arbeits-, Handels- oder Steuerrecht. Juristische Fragestellungen und rechtswissenschaftliche Inhalte finden sich aber immer auch in anderen Studiengängen bzw. Fächern. Beispiele hierfür sind Medizin (zum Beispiel Arzthaftung), Architektur (Baurecht u.a.), Sozialpädagogik (zum Beispiel Familienrecht) oder auch Informatik (Datenschutzrecht u.a.).

Zahlen

Weibliche wie männliche Studierende fühlen sich von einem Jura-Studium in etwa gleich stark angezogen. Im  Wintersemester 2014/15 waren rund 71.000 Frauen und knapp 59.000 Männer für Rechtswissenschaften eingeschrieben. Im CHE-Hochschulranking 2015/16 haben die private Bucerius Law School in Hamburg, die Uni Bayreuth, die Uni Düsseldorf, die Uni Halle-Wittenberg und die Uni Jena besonders gut abgeschnitten.

Berufsaussichten für Jura-Absolventen

In kaum einem Fach ist die Abschlussnote so entscheidend wie in Jura. Wer beide Staatsexamen mit Prädikat (mindestens "voll befriedigend", das entspricht 10 von 18 Punkten) besteht, hat gute Berufschancen und kann sich seinen Job regelrecht aussuchen. Du kannst als Staatsanwalt oder Richter arbeiten. Aber auch Großkanzleien, internationale Organisationen und Parteien, Verbände oder Behörden wie das Auswärtige Amt sind stets auf der Suche nach Spitzenjuristen mit Prädikatexamen. Doch nur etwa 15 Prozent aller Studierenden erreichen ein Examen mit Prädikat.

Absolventen mit durchschnittlichem Abschluss fangen hingegen oftmals in kleineren Kanzleien an. Aber auch im Notariatswesen, in der öffentlichen Verwaltung, der Wirtschaft und Wirtschaftsberatung (zum Beispiel bei Banken, Versicherungen, großen Industrie- und Handelsunternehmen) sowie bei Verbänden können Juristen arbeiten. Der Bachelor-Abschluss zielt in der Regel auf eine juristische Tätigkeit in der Wirtschaft, als Anwalt oder gar als Richter kann man mit einem Bachelor oder Master nicht arbeiten. Der Master ist die Voraussetzung für die Promotion.


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